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Religionspädagogische BeiträgeJudith KönemannStefanie AuditorGuido Hunze

Religionspädagogische Beiträge,

Judith Könemann,

Stefanie Auditor,

Guido Hunze

Dealing with Diversity

Veröffentlichung:1.5.2019

Der Artikel stellt drei innovative Lehrkonzepte vor, die im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung an der Universität Münster entwickelt wurden. Diese Seminare, Vorlesungen und Peer-Learning-Formate zielen darauf ab, angehende Religionslehrkräfte zur Bewältigung von Heterogenität und Inklusion im Unterricht zu professionalisieren, indem sie theologische, kommunikative und didaktische Perspektiven integrieren.

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Das Projekt „Dealing with Diversity" der Universität Münster war Teil der Qualitätsoffensive Lehrerbildung von Bund und Ländern und verfolgte das Ziel, Heterogenität und Inklusion als durchgängige Themen in die Lehrkräftebildung zu integrieren. Zunächst führten die Autoren eine Erhebung der Ausgangslage durch, bestehend aus einer Dokumentenanalyse der Curricula und leitfadengestützten Expertinneninterviews mit Lehrenden im Fach Katholische Theologie (WiSe 2016/17). Die Analyse zeigte, dass es möglich war, ein Lehramtsstudium zu absolvieren, ohne explizit mit Heterogenität und Inklusion konfrontiert zu werden. Aus dieser Analyse wurden fünf zentrale Desiderate identifiziert: (1) fachspezifische theoretische Begriffsbestimmung, (2) reflektierte Auseinandersetzung mit fachspezifischen Heterogenitätsdimensionen, (3) Schulung der Wahrnehmung der eigenen Haltung, (4) fachspezifische Auseinandersetzung mit Diagnostik und (5) systematische Implementation im Curriculum. Basierend auf diesen Erkenntnissen wurden drei Lehrkonzepte entwickelt und erprobt: Das erste ist ein fachdidaktisches Hauptseminar („Jede Jeck is anders"), das Heterogenität als theologische, kommunikative und didaktische Herausforderung fokussiert und angehende Lehrkräfte zur Selbstreflexion und Entwicklung einer anerkennenden Haltung befähigen soll. Das zweite Konzept ist eine Vorlesung zu „Pluralität und Heterogenität als Herausforderung religiöser Bildung", die besonders auf theoretische Begriffsklärungen von Pluralität, Heterogenität, Differenz, Diversität und Intersektionalität sowie auf religionspädagogische Zugänge fokussiert. Das dritte Format ist ein Peer-Learning-Seminar, das als Lehr-Lern-Labor konzipiert ist und Theorie-Praxis-Verzahnung durch die Planung und Durchführung von Unterricht an Kooperationsschulen realisiert. Allen drei Formaten gemeinsam ist die Förderung der Selbstreflexion der Studierenden unter Berücksichtigung der Subjekt- und Kompetenzorientierung. Die Autoren schließen mit Zukunftsperspektiven und betonen die Notwendigkeit, Heterogenität als durchgängiges, integriertes Thema im Curriculum nachhaltig zu verankern, Kooperationen mit Schulen auszubauen und berufsbegleitende Fortbildungsprogramme für Lehrkräfte zu entwickeln.

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