RU-digitalRU-digital-logo
1 Bild
Religionspädagogische BeiträgeSimone Hiller

Religionspädagogische Beiträge,

Simone Hiller

Der islamische Religionsunterricht im Diskurs

Veröffentlichung:1.5.2019

Der Artikel präsentiert ein Forschungsprojekt zur diskursnetzwerkanalytischen Untersuchung der gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Debatte über die Einführung eines islamischen Religionsunterrichts in Deutschland. Es werden exemplarische Diskursbeiträge analysiert, Forschungsinteresse und Methodik skizziert sowie die Perspektiven für die christliche Religionspädagogik erörtert.

Products

Der Artikel stellt ein Forschungsprojekt vor, das die gesellschaftliche und wissenschaftliche Diskussion zur Einführung eines islamischen Religionsunterrichts in Deutschland aus religionspädagogischer Perspektive untersucht. Seit mehreren Jahrzehnten wird in Deutschland über dieses Schulfach diskutiert – anfangs optional, inzwischen auf Basis verschiedener Umsetzungen. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Wie wird die Einführung eines islamischen Religionsunterrichts in Deutschland gesellschaftlich diskutiert? Der Autor analysiert exemplarische Diskursbeiträge aus Printmedien (ab 1993) und wissenschaftlichen Publikationen. Drei Zeitungszitate verdeutlichen die Vielfalt der Argumentationen: Sie reichen von Erwartungen bezüglich Integration und Bekämpfung von Drogenabhängigkeit über Anerkennung des Islam als friedliche Religion bis zu Bedenken gegen antidemokratische Kräfte innerhalb des Religionsunterrichts. Das Forschungsinteresse konzentriert sich auf die Akteure des Diskurses, ihre inhaltlichen Standpunkte, Argumentationsmuster, Befürchtungen und Erwartungen. Der islamische Religionsunterricht dient als Beispiel für Debatten um religiöses Lehren und Lernen in der Gesellschaft. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Rolle christlicher Theologien und der Religionspädagogik (katholisch wie evangelisch) in diesem Diskurs. Methodisch nutzt die Studie eine Diskursnetzwerkanalyse, die qualitative Inhaltsanalyse mit quantitativen Verfahren aus der Netzwerkforschung verbindet. Dies ermöglicht die Analyse der Beziehungen zwischen Textinhalten, Diskursen und beteiligten Akteuren als Netzwerk. Die Methode stützt sich auf die politikwissenschaftliche Politikfeldanalyse und auf Philipp Leifelds Diskursnetzwerkanalyse-Ansatz. Die erwarteten Ergebnisse sollen aufzeigen, wie sich Argumentationen zwischen gesellschaftlichem und wissenschaftlichem Diskurs unterscheiden und welche Perspektiven sich für die christliche evangelische und katholische Religionspädagogik aus der Einführung eines islamischen Religionsunterrichts ergeben. Die Diskursnetzwerkanalyse wird als religionspädagogisches Neuland charakterisiert, das zur inhaltlichen und methodischen Erweiterung empirischer Religionspädagogik beiträgt.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern Datenschutz.