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Religionspädagogische BeiträgeHenrik Simojoki

Religionspädagogische Beiträge,

Henrik Simojoki

Digitalisierung - Herausforderung und Chance für den RU

Veröffentlichung:1.5.2019

Der Artikel untersucht die religionspädagogische Auseinandersetzung mit Digitalisierung auf einer Frühjahrstagung 2019 in Bayern. Simojoki analysiert unterschiedliche Deutungen des Slogans "Digital first, Bedenken second" und entwickelt ein Konzept, das religiöse Bildung in einer Kultur der Digitalität fundiert sowie forschungsgestützte digitale Lernformate im Religionsunterricht entwickelt.

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Der Artikel reflektiert forschungsbezogene Einordnungen zum Thema Digitalisierung im Religionsunterricht auf Basis einer ökumenischen Frühjahrstagung 2019 in Heilsbronn. Simojoki entfaltet zunächst drei unterschiedliche Lesarten des Slogans "Digital first, Bedenken second": erstens als Priorisierung von Innovation vor kritischer Reflexion, zweitens als Umkehrung zugunsten von "Denken first, digital second" im Sinne bildungstheoretischer Reflexion, und drittens als zeitliche Aporie zwischen rasanter Digitalisierung und reflektierenden Wissenschaften. Die Tagung wird in ihrer Dramaturgie rekonstruiert: Nach grundsätzlichen Beiträgen von Birte Platow zu Künstlicher Intelligenz und Subjektorientierung sowie Florian Höhne zu kulturtheoretischen und praktischen Dimensionen der Digitalisierung folgen konkrete Workshop-Beispiele digitaler Religionsdidaktik. Der Hauptbeitrag des Artikels besteht in einer zweifachen Verschränkung: Erstens wird gezeigt, dass religiös dimensionierte Bildung in einer Kultur der Digitalität auf dem Diskursparadigma einer Öffentlichen Theologie fundiert werden kann. Dabei greifen Simojoki die Kategorie der "Unbestimmtheit" von Heidrun Allert und Michael Asmussen auf, um digitales Lernen von digitaler Bildung zu unterscheiden. Während Lernen auf Überführung von Unbestimmtheit in Bestimmtheit zielt, erzeugt Bildung gerade auch Unbestimmtheit. Dies wird zum Prüfkriterium für digitale Lernprozesse. Zweitens wird argumentiert, dass forschungsgestützte Konzepte und Formate digitalen Lernens im Religionsunterricht entwickelt werden müssen, allerdings nicht als "didaktische Revolution", sondern als reflektierte und graduell angelegte Evolution bestehender Lernformate. Der Artikel identifiziert ein Defizit der deutschsprachigen Religionspädagogik: Digitale Lernwege werden bislang nicht forschungsgestützt angebahnt und ausgewertet. Für zukünftige öffentliche Debatten um digitale Bildung wird gefordert, dass die Religionspädagogik ihre Perspektiven empirisch unterlegen und ausweisen muss.

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