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Bistum Rottenburg Stuttgart

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Digitalisierung sozialethisch gestalten – kann das christliche Menschenbild hier helfen?

Grundlagentexte zum biblisch-christlichen Menschenbild für Klassen 9/10 (und älter)

Veröffentlichung:10.6.2025

Das Medium setzt sich mit den ethischen Herausforderungen der Digitalisierung aus der Perspektive des christlichen Menschenbildes auseinander. Ausgangspunkt sind lebensnahe Beispiele aus der digitalen Welt wie Künstliche Intelligenz, Big Data, soziale Medien, Selbstoptimierung, digitale Teilhabe, Human Enhancement und algorithmische Entscheidungen. Diese Entwicklungen werden mit der biblischen Aussage von der Gottebenbildlichkeit des Menschen sowie den Grundprinzipien der katholischen Soziallehre in Beziehung gesetzt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Digitalisierung so gestaltet werden kann, dass die Würde des Menschen, seine Freiheit und seine Einzigartigkeit bewahrt bleiben. Biblische Texte, insbesondere die Schöpfungserzählung, sowie neutestamentliche Beispiele und sozialethische Grundprinzipien wie Personalität, Solidarität und Subsidiarität bilden die Grundlage für eine reflektierte Auseinandersetzung mit den Chancen und Risiken digitaler Entwicklungen.

Der Artikel aus dem Notizblock 67/2020 ist ein praxisnahes Unterrichtskonzept für Lehrkräfte, das sich mit den tiefgreifenden Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung im Kontext des Religionsunterrichts auseinandersetzt. Die Autoren, Christoph Bauer und Albrecht Rieder, beide erfahrene Religionspädagogen, nehmen dabei die Perspektive ein, dass die rasante Digitalisierung zentrale gesellschaftliche und ethische Fragen aufwirft, die auch im Religionsunterricht aufgegriffen werden müssen.

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Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe sowie für Kurse der Oberstufe im Themenbereich Ethik, Digitalisierung, Menschenbild und Soziallehre der Kirche. Die lebensnahen Fallbeispiele ermöglichen einen motivierenden Einstieg, da sie an die Erfahrungswelt der Lernenden anknüpfen und aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen aufgreifen. Zu Beginn können die Lernenden die verschiedenen Alltagssituationen diskutieren und Chancen sowie Risiken digitaler Technologien benennen. Anschließend bietet sich die Erarbeitung der biblischen Grundlagen zur Gottebenbildlichkeit des Menschen an. Die Aussage, dass jeder Mensch unabhängig von Leistung, Herkunft oder Fähigkeiten eine unverlierbare Würde besitzt, kann mit aktuellen Fragen nach Künstlicher Intelligenz, Datensammlung, Überwachung, Leistungsdruck oder algorithmischen Entscheidungen verglichen werden. Besonders geeignet ist die Arbeit mit Gruppenpuzzles zu den einzelnen Aspekten des christlichen Menschenbildes sowie zu den Sozialprinzipien Personalität, Solidarität und Subsidiarität. In einer weiteren Unterrichtsphase können die Lernenden digitale Entwicklungen mithilfe dieser sozialethischen Maßstäbe bewerten und eigene Handlungsempfehlungen entwickeln. Diskussionsrunden, Debatten, Fallanalysen oder ethische Urteilsaufgaben fördern dabei die Argumentationsfähigkeit und den Perspektivwechsel. Das Medium verbindet biblische Anthropologie mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen und stärkt Medienkompetenz, ethische Urteilsfähigkeit sowie die Fähigkeit, technische Entwicklungen an der Menschenwürde und dem Gemeinwohl auszurichten. Es bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte für fächerübergreifendes Arbeiten mit Ethik, Gemeinschaftskunde oder Informatik und eröffnet Lernenden einen reflektierten Zugang zur Verantwortung des Menschen in einer zunehmend digitalisierten Welt.

In einem einleitenden Teil skizzieren die Autoren die Digitalisierung als eine unsichtbare, aber allgegenwärtige Kraft, die alle Lebensbereiche durchdringt. Dabei wird insbesondere auf die Ökonomisierung des Menschenbildes verwiesen, das den Menschen zunehmend auf messbare Daten reduziert und damit traditionelle Vorstellungen von Menschenwürde und Subjektivität infrage stellt. Diesem Trend setzen Bauer und Rieder die christliche Vorstellung vom Menschen als „Ebenbild Gottes“ entgegen – ein Fundament, das jedem Menschen eine unverlierbare Würde zuschreibt, unabhängig von Leistung, Status oder Herkunft.

Im Kern des Artikels werden vier Bausteine für den Unterricht vorgestellt, die sich besonders für die Klassenstufen 9/10 eignen, aber auch darüber hinaus genutzt werden können:

Baustein 1: Mensch sein im Zeitalter der Digitalität
Hier werden mithilfe von Diskussionskarten (M1) konkrete Anforderungssituationen aus dem digitalen Alltag der Jugendlichen aufgegriffen, z. B. Fragen nach Datenschutz, Social Scoring, künstlicher Intelligenz oder selbstoptimierender Technologien. Ziel ist es, die Schüler*innen dafür zu sensibilisieren, wie die Digitalisierung ihr Leben beeinflusst, und erste ethische Reflexionen zu ermöglichen.

Baustein 2: Das biblische Menschenbild
Die biblische Grundlage „Gottesebenbildlichkeit des Menschen“ (Gen 1,26–27) wird als Kontrastfolie zur Digitalisierung betrachtet. Die Autoren betonen die zeitlose Relevanz dieser Zusage: Jeder Mensch hat einen unzerstörbaren Eigenwert. Dies wird anhand von Impulsfragen und Arbeitsaufträgen in Gruppen erarbeitet, wobei auch neue Perspektiven aus dem Neuen Testament ergänzt werden können.

Baustein 3: Sozialprinzipien – Personalität, Solidarität und Subsidiarität
Hier wird das biblisch-christliche Menschenbild mit den katholischen Sozialprinzipien verknüpft. Diese Prinzipien sollen als „Leitplanken“ dienen, um digitale Transformationsprozesse sozialethisch zu bewerten. Anhand von Bibelstellen (z. B. 1 Kor 12,4–31 und Phil 2,1–4) erarbeiten die Schüler*innen, wie diese Prinzipien helfen können, Menschlichkeit und Teilhabe in einer digitalisierten Gesellschaft zu sichern.

Baustein 4: Digitalisierung sozialethisch gestalten
Abschließend sollen die Schülerinnen prüfen, wie sich das christliche Menschenbild konkret in die Bewertung digitaler Phänomene übertragen lässt. Dabei werden Texte von Papst Franziskus und der Informatikerin Katharina Anna Zweig herangezogen, die digitale Entwicklungen wie Social Media und Algorithmen kritisch beleuchten. Die Schülerinnen entwickeln eigene Vorschläge, wie digitale Innovationen so gestaltet werden können, dass sie Menschenwürde und Gerechtigkeit stärken.

Der Artikel bietet zudem einen Bezug zu den Bildungsplänen des Gymnasiums (G8 und Kursstufe) und zeigt auf, wie das Thema Digitalisierung mit den Kompetenzen aus dem Religionsunterricht verknüpft werden kann. Die Autoren betonen die Bedeutung einer ethischen Reflexion und plädieren dafür, die christliche Perspektive als Orientierungshilfe in einer zunehmend von Digitalisierung geprägten Welt stark zu machen.

Insgesamt liefert der Artikel eine durchdachte und praxisorientierte Handreichung für Lehrkräfte, die ihren Unterricht inhaltlich fundiert und methodisch vielfältig gestalten wollen. Die vorgestellten Materialien fördern sowohl die Reflexionsfähigkeit der Schüler*innen als auch ihre ethische Urteilskompetenz im Hinblick auf die digitale Transformation.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.1 Verantwortung für das Leben. Menschenwürde und Gottesebenbildlichkeit.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9.2 Nach Gerechtigkeit streben: Gleiche Lebensbedingungen für alle.

Beispielhafte Lernsequenzen

  • Liberalismus und Sozialismus: die Katholische Soziallehre als dritter Weg
  • Christ sein in der heutigen Arbeitswelt

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