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Religionspädagogische BeiträgeEdeltraud GausAlbert Biesinger

Religionspädagogische Beiträge,

Edeltraud Gaus,

Albert Biesinger

Zeugniskompetenz im Fokus

Veröffentlichung:1.5.2019

Der Artikel argumentiert für die zentrale Bedeutung des Zeugnisgebens als Schlüsselkompetenz im Religionsunterricht. Ausgehend von einem konkreten Unterrichtsbeispiel werden fünf Thesen entwickelt, die zeigen, wie authentisches Zeugnis von Lehrpersonen Glaubenslernprozesse in Beziehung ermöglicht und zur Fortführung der christlichen Tradition beiträgt.

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Der Artikel untersucht die Bedeutung von Zeugniskompetenz als zentrale Dimension religiöser Lehr- und Lernprozesse. Ausgangspunkt ist ein konkretes Unterrichtsszenario, in dem ein Religionslehrer auf die Trauerfrage einer Schülerin nach dem Tod ihres Vaters mit einem authentischen Glaubenszeugnis antwortet. Die Autoren entwickeln fünf Leitthesen: (1) Bezeugen ist Glauben lernen in Beziehung – Religiöses Lernen vollzieht sich dialogisch und ist grundlegend auf zwischenmenschliche Beziehungen angewiesen. (2) Bezeugen erfordert Zeugniskompetenz vom Zeugen – Lehrpersonen müssen ihre persönliche Glaubenseinstellung, ihre Überzeugungen und auch ihre Zweifelhaftigkeit authentisch einbringen. (3) Kinder und Jugendliche sind bei ihrer Glaubenssuche auf Glaubenszeugnisse angewiesen – Religion erschließt einen spezifischen Weltzugang und beantwortet existenzielle Fragen nach Sinn, Hoffnung und Transzendenz. (4) Bezeugen bedeutet, die christliche Tradition fortzusetzen – Zeugnisgebung ist kommunikativ-performativ und macht Glauben erlebbar. (5) Bezeugen ist bildungstheoretisch unumgänglich – Angesichts von Pluralisierung und Individualisierung muss religiöses Lernen erfahrungsbezogen und auf Lebensrealität bezogen sein. Zentral ist die Betonung, dass Zeugniskompetenz sowohl inhaltliche als auch kommunikative Dimensionen umfasst. Lehrpersonen fungieren als personales Medium, durch das die Beziehungswilligkeit Gottes transparent wird. Der Artikel betont die Notwendigkeit, dass Religionslehrerinnen und -lehrer ihre persönlichen Standpunkte klar formulieren und begründen, ohne dabei andere Positionen abzuwerten. Dies ist besonders im Kontext interreligiöser Bildung relevant, wo authentisches Zeugnis ohne Distanzierung von anderen Glaubensweisen möglich sein muss. Schlussfolgerung ist, dass Zeugniskompetenz eine Grundherausforderung für sensible, religiöse Kommunikation darstellt und zentral für die Vermittlung christlichen Lebensverständnisses ist.

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