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Religionspädagogische BeiträgeBurkard Porzelt

Religionspädagogische Beiträge,

Burkard Porzelt

Vom theorielastigen Korrelationskonzept zur theoriearmen Kompetenzorientierung?

Veröffentlichung:1.5.2019

Der Artikel analysiert die Entwicklung religionspädagogischer Konzepte von der Korrelationsidee des Zielfelderplans (1977) zur gegenwärtigen Kompetenzorientierung. Porzelt kritisiert, dass die Kompetenzorientierung zwar didaktisch konkreter ist, aber theologisch-hermeneutisch indifferent bleibt, während die Korrelationsidee umgekehrt theologisch fundiert, aber didaktisch unterbelichtet war.

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Der Artikel setzt sich mit der Frage auseinander, ob die moderne Kompetenzorientierung die korrelative Idee des Zielfelderplans angemessen ersetzt hat. Porzelt rekonstruiert zunächst die Problemlage der frühen 1970er Jahre, als Peter Jansen einen weltlosen Religionsunterricht kritisierte, der sich auf die Glaubenstradition beschränkte und heutige Lebenserfahrungen ausschloss. Der Zielfelderplan von 1977 entwickelte daraufhin die Korrelationsidee als "dritten Weg" zwischen der autoritativen Beharrung auf Tradition und der unkritischen Anpassung an die Gegenwart. Diese Idee gründet auf einem existenziellen Offenbarungsverständnis und postuliert vier unverzichtbare Merkmale gelungener Korrelation: doppelte Erfahrungsorientierung, wechselseitige Kommunikation, Achtung der Verschiedenheit und schöpferische Orientierung. Der Autor zeigt dann die schrittweise Erosion dieser Idee durch vier Rezeptionsstränge: Faszination ohne praktische Umsetzung, didaktische Ernüchterung, kirchliche Abstinenz und willkürliche Verwendung des Begriffs. Mit dem Aufstieg der Kompetenzorientierung zu Beginn des Millenniums entstand zwar ein taugliches Handwerkszeug zur Modellierung von Lehr- und Lernprozessen. Jedoch bleibt die Kompetenzorientierung wie die Münchener Methode in glaubenshermeneutischer Hinsicht indifferent. Dies führt zu einer problematischen intentionalen und inhaltlichen Unbestimmtheit. Eine detaillierte Analyse eines Lernbereichs aus dem bayerischen LehrplanPLUS zeigt, dass heutige Welterfahrung durchgängig in christlich-religiöse Akte und Deutungen gezwängt wird – eine neue Form der "Weltlosigkeit", die Jansen kritisierte. Porzelt argumentiert abschließend, dass ohne normatives Regulativ jeglicher Unterricht ins Leere läuft. Die korrelative Idee bleibt trotz ihrer didaktischen Unterbelichtung der bessere Kompass, um den christlichen Glauben weltverbunden und verantwortet zu kommunizieren.

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