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Religionspädagogische BeiträgeAnnemarie C. Mayer

Religionspädagogische Beiträge,

Annemarie C. Mayer

Perspektiven der Ökumene

Veröffentlichung:1.5.2019

Der Artikel untersucht aus katholischer Perspektive die Herausforderungen, welche die ökumenische Bewegung für die Religionspädagogik darstellt. Die Autorin analysiert dabei fünf zentrale Punkte: das Überwinden festgefahrener bipolarer Denkmuster, den Stand der ökumenischen Bewegung, sich verändernde kirchliche Landschaften, die Vernetzung ökumenischer Themen am Beispiel des Kirchenverständnisses sowie die Chance bevorstehender Reformationsjubiläen als ökumenische Testfälle.

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Annemarie C. Mayer behandelt aus katholischer Perspektive die vielfältigen Herausforderungen, die sich aus der ökumenischen Bewegung für die Religionspädagogik ergeben. Sie strukturiert ihre Analyse in fünf Kernpunkten: (1) Das in Deutschland weit verbreitete bipolare Denkmuster (evangelisch-katholisch) wird hinterfragt zugunsten eines multilateralen Ökumeneverständnisses, wie es beispielsweise im Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) gelebt wird. (2) Die gegenwärtige Phase der Ökumene wird nicht als Stagnation, sondern als Konsolidierungs- und Übergangsphasen interpretiert, die zu künftiger Erneuerung führt. Dabei werden sowohl Erfolge (etwa Kirchenunionen) als auch Rückschläge (Spaltungen, Fragmentierungen) berücksichtigt. (3) Die Autorin macht deutlich, dass Migration und die damit verbundene Verschiebung des Christentumschwerpunkts auf die südliche Hemisphäre zu neuen ökumenischen Herausforderungen führt, insbesondere durch das Wachstum charismatischer und pfingstkirchlicher Gemeinschaften. (4) Als Beispiel für die Vernetzung ökumenischer Themen wird das Kirchenverständnis behandelt: Der Konvergenzbericht der Kommission für Glauben und Kirchenverfassung „Die Kirche: Auf dem Weg einer gemeinsamen Vision" (2012) zeigt bedeutende Fortschritte, wobei allerdings ethische Fragen (etwa Homosexualität) neue Differenzen aufdecken. Die Methode des „differenzierten Konsens" wird kritisch diskutiert. (5) Abschließend werden die bevorstehenden Reformationsjubiläen (2017, 2025, 2034, 2041) als potenzielle ökumenische Testfälle analysiert. Die Autorin warnt davor, dass konfessionelles Besitzstanddenken und polemische Selbstprofilierung die gemeinsamen ökumenischen Spielräume ungenutzt lassen könnten. Sie plädiert stattdessen für ein ökumenisches Reformationsgedenken, das gemeinsames missionarisches Zeugnis in den Vordergrund stellt. Leitend sind dabei Maximen wie die des Rupertus Meldenius: „In necessariis unitas, in non necessariis libertas, in utrisque caritas" (In Notwendigem Einheit, im Zweifelhaften Freiheit, in allem Liebe).

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