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Kirche in Not

Kirche in Not

War Petrus der erste Papst?

Veröffentlichung:26.4.2025

Das Video setzt sich mit der Frage nach dem Petrusamt und dem Papsttum auseinander. Im Gespräch mit dem Historiker Dr. Michael Hesemann werden biblische, historische und archäologische Argumente vorgestellt, die nach Auffassung des Gesprächspartners für die Einsetzung des Petrusamtes durch Jesus Christus sowie für die besondere Stellung des Bischofs von Rom sprechen. Darüber hinaus werden die Entwicklung des Primats in der frühen Kirche, die Bedeutung des Petrusgrabes in Rom, die ökumenischen Beziehungen zu den orthodoxen Kirchen sowie die Rolle des Papstes für die Einheit der Kirche thematisiert. Das Medium eröffnet einen Einblick in das katholische Verständnis des Papsttums und lädt dazu ein, unterschiedliche christliche Positionen zur Leitungsstruktur der Kirche kennenzulernen und kritisch zu reflektieren.

Nach katholischer Glaubenslehre ist das Papsttum von Jesus Christus selbst eingesetzt worden: „Du bist Petrus, der Fels, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen“ (Mt 16, 18). Die Echtheit und der sich daraus ergebende Anspruch der Kirche werden jedoch bis heute von Theologen und anderen christlichen Glaubensgemeinschaften angezweifelt. Über die wichtige Frage des Primats spricht Volker Niggewöhner mit dem Historiker Dr. Michael Hesemann.


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Das Video eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe zwei sowie für die Erwachsenenbildung im Themenbereich Kirche, Ämter und Ökumene. Es bietet einen konfessionell katholischen Zugang zur Frage nach dem Primat des Papstes und ermöglicht eine vertiefte Auseinandersetzung mit biblischen Grundlagen, historischen Entwicklungen und theologischen Argumentationen. Da das Gespräch eine eindeutig katholische Position vertritt, empfiehlt sich eine Einbettung in eine Unterrichtsreihe, in der auch evangelische, orthodoxe und wissenschaftliche Perspektiven berücksichtigt werden. Auf diese Weise können die Lernenden verschiedene Standpunkte vergleichen und ein eigenes begründetes Urteil entwickeln.

Vor dem Ansehen des Videos können die Lernenden ihre Vorstellungen zur Aufgabe des Papstes sowie zur Organisation der Kirche sammeln. Anschließend formulieren sie Vermutungen darüber, weshalb das Papsttum innerhalb der Christenheit unterschiedlich bewertet wird. Während des Videos können zentrale Aussagen den Bereichen Bibel, Kirchengeschichte, Archäologie und Theologie zugeordnet werden. Eine arbeitsteilige Gruppenarbeit ermöglicht es, die im Video genannten Argumente anhand biblischer Texte, kirchengeschichtlicher Quellen und aktueller Stellungnahmen der katholischen, evangelischen und orthodoxen Kirchen zu überprüfen. Im weiteren Unterricht kann eine Diskussion über die Bedeutung kirchlicher Leitung für die Einheit der Christen geführt werden. Ebenso bietet sich eine Debatte über die Chancen und Herausforderungen der Ökumene an. Abschließend können die Lernenden reflektieren, welche Aufgaben religiöse Autoritäten heute übernehmen und welche Bedeutung das Papstamt für Gläubige verschiedener Konfessionen besitzt. Das Medium fördert die Urteilskompetenz, die Dialogfähigkeit sowie den reflektierten Umgang mit konfessionellen Positionen.

Zentrale Aussagen:

1. Biblischer Ursprung des Papsttums

Nach katholischer Lehre ist das Papsttum direkt von Jesus Christus eingesetzt worden (vgl. Mt 16,18: „Du bist Petrus, der Fels …“).

Die Echtheit dieses „Herrenwortes“ wird von anderen Konfessionen und einigen Theologen angezweifelt – etwa mit der These eines späteren redaktionellen Einschubs.

Dr. Michael Hesemann argumentiert, dass es keine antiken Manuskripte ohne diese Stelle gibt, was für ihre Authentizität spreche.

Auch das Johannesevangelium (Kap. 21) enthält eine Bestätigung des Primats durch die dreifache Beauftragung Petri („Weide meine Schafe“).

2. Frühkirchliche Zeugnisse für das Papsttum

Bereits um das Jahr 100 wurde Clemens von Rom als Schlichter in kirchlichen Konflikten angerufen – Hinweis auf eine frühe Autoritätsstellung des römischen Bischofs.

Rom wurde bald als „Vorsitz in der Liebe“ beschrieben – der Papst war „primus inter pares“ (Erster unter Gleichen).

3. Historisch-archäologische Belege für Petrus in Rom

Kirchenväter wie Irenäus bezeugen Petrus’ Aufenthalt und Martyrium in Rom.

Archäologische Ausgrabungen unter dem Petersdom ergaben Hinweise auf ein Grab aus dem 1. Jh., das bereits im 2. Jh. verehrt wurde.

Die gefundenen Gebeine stammen von einem älteren, körperlich hart arbeitenden Mann – mit typischen Merkmalen eines Gekreuzigten.

4. Ökumene und die Frage nach dem Primat

Die orthodoxen Kirchen erkennen Petrus ebenfalls als zentrale Figur an, lehnen aber den universalen Jurisdiktionsanspruch des Papstes ab.

Patriarchate wie Moskau oder Konstantinopel sehen sich als „zweites“ oder „drittes Rom“.

Eine Rückkehr zur frühkirchlichen Kollegialität („Vorsitz in der Liebe“) wird als möglicher ökumenischer Weg gewertet.

Papst Franziskus sei offen für dialogische Modelle, nicht auf autoritären Führungsstil bedacht.

5. Resilienz und Bedeutung des Papsttums

Trotz geschichtlicher Krisen, moralischer Verfehlungen und Glaubensspaltungen blieb das Papsttum zentraler Bezugspunkt der katholischen Kirche.

Die Kirche habe sich immer wieder erneuert – u.a. durch das Konzil von Trient und heilige Persönlichkeiten.

Die lange Dauer und innere Erneuerungsfähigkeit des Papsttums deutet laut Hesemann auf den Beistand Gottes hin.

Marienerscheinungen (z. B. in Fatima) betonen die Notwendigkeit, für den Papst zu beten.

Möglicher didaktischer Einsatz:

Diskussion: „Welche Bedeutung hat das Papsttum heute – für Katholiken und für die Ökumene?“

Quellenkritik: Vergleich von Bibelstellen und frühkirchlichen Texten zum Primat.

Projekt: Analyse archäologischer Funde und deren Bedeutung für den Glauben.

Rollenspiel: Konzilsszene zu Petrus' Bedeutung aus Sicht verschiedener Konfessionen.


Fragestellungen zum Video mit Antworten


1. Welche zentrale Frage behandelt das Video?

Das Video beschäftigt sich mit der Frage, ob Jesus Christus das Petrusamt eingesetzt hat und welche Bedeutung daraus für das Papsttum entsteht.


2. Auf welche biblischen Texte wird besonders Bezug genommen?

Im Mittelpunkt stehen die Worte Jesu an Petrus im Matthäusevangelium sowie die Begegnung des auferstandenen Jesus mit Petrus im Johannesevangelium.


3. Welche historischen Argumente werden für das Papsttum genannt?

Das Video verweist auf frühchristliche Zeugnisse, die besondere Stellung des Bischofs von Rom sowie auf die Tradition der frühen Kirche.


4. Welche Bedeutung hat das Petrusgrab für die Argumentation?

Das Petrusgrab wird als archäologischer Hinweis dafür vorgestellt, dass Petrus in Rom wirkte und dort begraben wurde.


5. Welche Rolle spielt die Ökumene im Video?

Es wird erläutert, dass die Frage nach dem Primat des Papstes bis heute ein wichtiger Unterschied zwischen den christlichen Kirchen ist, gleichzeitig aber die Zusammenarbeit und der Dialog gestärkt werden sollen.


6. Warum eignet sich das Video für den Religionsunterricht?

Das Video verbindet biblische Texte mit historischen und theologischen Fragestellungen. Dadurch können die Lernenden unterschiedliche Argumentationen kennenlernen und konfessionelle Positionen miteinander vergleichen.


7. Welche Kompetenzen können die Lernenden erwerben?

Die Lernenden entwickeln Kenntnisse über das Kirchenverständnis der katholischen Kirche, vergleichen verschiedene christliche Positionen, analysieren historische und biblische Quellen und stärken ihre Fähigkeit zum theologischen Urteil.


8. Warum sollte das Video durch weitere Materialien ergänzt werden?

Das Medium vertritt eine eindeutig katholische Sichtweise. Ein ausgewogener Religionsunterricht sollte zusätzlich evangelische, orthodoxe sowie wissenschaftliche Perspektiven einbeziehen, damit die Lernenden verschiedene Positionen nachvollziehen, vergleichen und kritisch beurteilen können.

Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe II | 12/1 Jesus Christus und die Kirche

12.1 / 1. Botschaft und Anspruch Jesu und das Selbstverständnis der frühen Kirche.

12.1 / 4. Das Selbstverständnis von Kirche und sein Wandel unter dem Anspruch und der Herausforderung durch die Moderne.

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