Für den Religionsunterricht eignet sich das Medium insbesondere ab der Sekundarstufe I und für die Sekundarstufe II, da es einen differenzierten Zugang zur Frage ermöglicht, welche Bedeutung Kirche heute in Deutschland besitzt und wie sich kirchliches Leben verändert. Dabei sollte die Broschüre weniger als linear zu lesender Gesamttext, sondern vielmehr als Materialsammlung genutzt werden. Lernende können einzelne Statistiken, Grafiken, Bilder, persönliche Aussagen und Sachtexte untersuchen und miteinander in Beziehung setzen. Besonders ergiebig ist eine arbeitsteilige Erschließung, bei der Gruppen unterschiedliche Themen wie Jugend und Kirche, Bildung, Caritas, Sakramente, Kirchenaustritte, Seelsorge, gesellschaftliches Engagement oder kirchliche Strukturen bearbeiten und anschließend ihre Ergebnisse präsentieren. Die statistischen Materialien bieten Gelegenheit, Wahrnehmungen und Vorurteile über Kirche anhand empirischer Daten zu überprüfen. So können Lernende zunächst Vermutungen über Mitgliederzahlen, Gottesdienstbesuch, Taufen oder die gesellschaftlichen Tätigkeitsfelder der Kirche formulieren und diese anschließend mit den Angaben der Arbeitshilfe vergleichen. Zugleich ist eine kritische Quellenreflexion wichtig, da es sich um eine Veröffentlichung der Deutschen Bischofskonferenz und damit um eine kirchliche Selbstdarstellung handelt. Lernende können deshalb untersuchen, welche Themen besonders hervorgehoben werden, welche Herausforderungen ausdrücklich benannt werden, welche Perspektiven durch Bilder und persönliche Zeugnisse vermittelt werden und welche Fragen möglicherweise offenbleiben. Gerade diese Verbindung von Sachanalyse und Quellenkritik ermöglicht eine anspruchsvolle Auseinandersetzung mit institutioneller Religion. Für die Sekundarstufe II bietet sich darüber hinaus eine Diskussion über das Verhältnis von Kirche, Staat und Gesellschaft, über Säkularisierung, religiöse Pluralität und die zukünftige gesellschaftliche Rolle der Kirchen an. Auch ethische Themen können anhand einzelner Kapitel vertieft werden, etwa Menschenwürde und Sterben anhand der christlichen Patientenvorsorge oder Verantwortung und Solidarität anhand von Caritas, Geflüchtetenhilfe und internationalem Engagement. Das Kapitel zur Patientenvorsorge verbindet beispielsweise medizinische und rechtliche Fragen mit der christlichen Hoffnungsperspektive über den Tod hinaus. DBK_5346__neu Methodisch eignen sich neben Gruppenpuzzle und Stationenlernen insbesondere Diagrammanalyse, Rechercheaufträge, Thesendiskussionen, Positionslinien, Kurzpräsentationen sowie die Gestaltung eigener Infografiken. Als abschließende Aufgabe können Lernende auf Grundlage ausgewählter Materialien ein begründetes Urteil zu der Frage formulieren, welche Bedeutung die katholische Kirche heute für Gesellschaft und Einzelne besitzt. Dadurch fördert das Medium neben religionskundlichem und theologischem Wissen insbesondere Wahrnehmungsfähigkeit, Analysekompetenz, Perspektivwechsel, Quellenkritik, Urteilsfähigkeit und die Fähigkeit, die gegenwärtige Gestalt von Religion differenziert zu beurteilen.