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Bistum Speyer

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Klara von Assisi

Veröffentlichung:1.1.2026

Das Medium „Klara von Assisi“ mit 13 Seiten bietet eine umfangreiche Unterrichtseinheit zur Lebensgeschichte und Spiritualität Klaras von Assisi. Ausgangspunkt ist ihre Kindheit in einer wohlhabenden adligen Familie und die Frage nach den Möglichkeiten und Begrenzungen eines Lebens in Reichtum. Klara begegnet der Armut in ihrer Stadt und setzt sich zunehmend mit der Lebensweise Jesu auseinander. Die Begegnung mit der franziskanischen Bewegung eröffnet ihr schließlich die Möglichkeit, einen eigenen Lebensweg zu wählen. Dabei stehen ihre Entscheidung für ein Leben in Armut, ihre Beziehung zu Franziskus, die Gemeinschaft in San Damiano und ihr Ringen um eine eigene Lebensform im Mittelpunkt. Das Material verbindet Lebensdaten, ausführliche Erzähltexte, ein fiktives Interview, die Legende „Feuer und Flamme“, Bilder sowie konkrete Vorschläge zur Gestaltung des Unterrichts. Besonders prägnant wird Klaras Lebensentscheidung in der Darstellung ihrer Flucht aus dem Elternhaus, des Ablegens ihrer vornehmen Kleidung und ihres Eintritts in eine neue Lebensgemeinschaft erzählt. Die abschließenden Materialien nehmen Klaras Einsatz für die von ihr gewünschte Lebensregel und ihre spätere Heiligsprechung in den Blick.

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Didaktisch eignet sich das Medium besonders für einen biografisch orientierten Religionsunterricht, in dem die Person Klara von Assisi nicht lediglich als historische Heilige vorgestellt wird. Ihre Lebensgeschichte eröffnet vielmehr grundlegende Fragen nach Freiheit, Selbstbestimmung, Besitz, Armut, Gerechtigkeit, Glauben und der Suche nach einem gelingenden Leben. Ein besonderer Zugang entsteht durch den Kontrast zwischen Reichtum und Armut. Zu Beginn können Gegenstände wie goldene Kugeln, Schmuck oder kostbarer Stoff als Symbole für Wohlstand eingesetzt werden. Die Lernenden können zunächst eigene Vorstellungen davon äußern, weshalb Reichtum erstrebenswert erscheint und welche Erwartungen Menschen mit Besitz verbinden. Anschließend bietet die Erzählung über Klaras Kindheit die Möglichkeit, positive und negative Aspekte ihres privilegierten Lebens herauszuarbeiten. Das Material schlägt hierfür Zettel in zwei Farben vor, auf denen die Lernenden ihre Gedanken sammeln. Auf diese Weise wird verhindert, Klaras Entscheidung vorschnell als einfache Ablehnung von Wohlstand zu präsentieren. Vielmehr können die Lernenden entdecken, dass ihr gesellschaftlich privilegiertes Leben zugleich von starken Einschränkungen geprägt ist. Insbesondere die fehlende Möglichkeit, selbst über die eigene Zukunft und eine mögliche Ehe zu entscheiden, macht die Frage nach Freiheit und Selbstbestimmung für den Unterricht ergiebig.

Die Begegnung Klaras mit armen Menschen kann anschließend genutzt werden, um die Perspektive von der persönlichen Lebensgestaltung auf Fragen sozialer Gerechtigkeit zu erweitern. Die Lernenden können überlegen, welche Reaktionsmöglichkeiten Klara angesichts von Armut besitzt und worin der Unterschied zwischen dem Abgeben eines Teils des eigenen Besitzes und einer grundsätzlich anderen Lebensweise besteht. Im Material wird deutlich, dass Klara mit gelegentlicher Hilfe für arme Menschen nicht zufrieden ist und ihr Nachdenken über Jesus schließlich zu der Frage führt, ob sie selbst ohne Besitz leben möchte. Hier bietet sich ein Unterrichtsgespräch an, das historische und gegenwärtige Perspektiven miteinander verbindet. Lernende können beispielsweise darüber nachdenken, was Menschen heute tatsächlich benötigen, wann Besitz Freiheit ermöglicht und wann Besitz als Belastung erfahren werden kann. Wichtig ist dabei, Armut nicht zu romantisieren. Klaras freiwilliger Verzicht auf Besitz sollte von unfreiwilliger materieller Armut unterschieden werden.

Für die weitere Erarbeitung ist die erzählerische Struktur des Mediums besonders hilfreich. Die einzelnen Erzählungen können schrittweise präsentiert werden, sodass die Lernenden nicht von Beginn an wissen müssen, wie Klara sich entscheiden wird. Vor wichtigen Wendepunkten kann die Erzählung unterbrochen werden. Die Lernenden formulieren Vermutungen, Entscheidungen oder innere Gedanken Klaras und vergleichen diese anschließend mit dem Fortgang der Geschichte. Besonders geeignet ist die im Material vorgesehene Arbeit mit verschiedenfarbigen Sprechblasen. Zu den Fragen, was Klara denkt, was sie tun möchte und was sie tatsächlich tun kann, formulieren die Lernenden mögliche Antworten. Dadurch werden Perspektivübernahme und historisches Verstehen miteinander verbunden. Zugleich wird sichtbar, dass zwischen einem persönlichen Wunsch und dessen Umsetzung gesellschaftliche, familiäre und religiöse Bedingungen stehen können.

Das Kreuz von San Damiano, das auf Seite 6 ganzseitig abgebildet ist, kann als wiederkehrendes visuelles Symbol eingesetzt werden. Im Material verbindet es die Lebenswege von Franziskus und Klara. Die Lernenden können das Kreuz zunächst genau betrachten, einzelne Figuren und Gestaltungselemente wahrnehmen und anschließend seine Bedeutung innerhalb der erzählten Lebensgeschichte erschließen. Die Abbildung von San Damiano auf Seite 7 ermöglicht zusätzlich einen anschaulichen Ortsbezug. Beide Bilder können in der Mitte eines Sitzkreises oder als Mittelpunkt eines Bodenbildes verwendet und im Verlauf der Unterrichtseinheit durch Symbole, Begriffe oder kurze Aussagen ergänzt werden. So entsteht schrittweise ein sichtbares Lernarrangement, das die verschiedenen Stationen miteinander verbindet.

Einen weiteren Schwerpunkt bietet Klaras Entscheidung, ihr bisheriges Leben zu verlassen. Der Wechsel von kostbarer zu einfacher Kleidung und das Abschneiden der Haare können als symbolische Handlungen erschlossen werden. Die Lernenden können untersuchen, welche Botschaft Klara damit gegenüber ihrer Familie, ihrer Umwelt und sich selbst zum Ausdruck bringt. Denkbar ist auch eine Symbolarbeit, bei der sie überlegen, welche Gegenstände heute für einen radikalen Neubeginn stehen könnten. Dabei sollte nicht die äußere Handlung nachgestellt werden. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Deutung dessen, was es bedeutet, einen bisherigen Lebensentwurf hinter sich zu lassen und sich bewusst für einen anderen Weg zu entscheiden.

Das im Medium enthaltene Interview bietet sich zur Sicherung und Vertiefung an. Es beschreibt das gemeinschaftliche Leben in San Damiano und stellt heraus, weshalb Klara und ihre Gemeinschaft Besitz als mögliche Ablenkung von ihrer Beziehung zu Gott verstehen. Das Interview kann mit verteilten Rollen gelesen und anschließend erweitert werden. Lernende formulieren eigene Fragen an Klara oder schreiben zusätzliche Antworten aus ihrer Perspektive. Ebenso ist eine Partnerarbeit möglich, bei der eine Person die Rolle Klaras übernimmt und eine andere Person ein gegenwärtiges Interview führt. Dadurch müssen zuvor erworbene Kenntnisse sprachlich verarbeitet und auf neue Fragestellungen übertragen werden.

Die Legende „Feuer und Flamme“ eröffnet schließlich einen Zugang zur religiösen Symbolsprache. Das Material erklärt ausdrücklich, dass eine Legende nicht in erster Linie berichten möchte, was historisch tatsächlich geschehen ist, sondern eine bedeutsame Aussage vermitteln will. Die Lernenden können deshalb zunächst die Bilder von Feuer, brennendem Herzen, Liebe und Gemeinschaft sammeln und anschließend fragen, welches Verständnis der Beziehung zwischen Klara, Franziskus und Gott darin zum Ausdruck kommt. In der Legende erweist sich das vermeintliche Feuer schließlich als Bild göttlicher Liebe. Damit lässt sich zugleich exemplarisch der Unterschied zwischen historischer Erzählung und religiöser Deutung thematisieren. Als kreative Weiterführung können Lernende ein eigenes Symbol für Begeisterung, Freundschaft oder Gottesbeziehung gestalten und dessen Bedeutung erläutern.

Für einen abschließenden Transfer bietet sich die Frage an, was an Klara von Assisi aus heutiger Sicht bemerkenswert oder herausfordernd erscheint. Ihre Biografie kann unter verschiedenen Leitfragen zusammengeführt werden: Was bedeutet es, einen eigenen Weg zu finden? Was brauche ich für ein gutes Leben? Was kann ich loslassen? Welche Bedeutung haben Vorbilder? Wann verlangt eine Überzeugung Mut? Welche Rolle kann der Glaube bei Lebensentscheidungen spielen? Dadurch wird Klara nicht ausschließlich als Gestalt der Kirchengeschichte behandelt, sondern als biografischer Lernanlass, an dem Lernende eigene Vorstellungen von Freiheit, Gerechtigkeit, Gemeinschaft, Glauben und Lebensgestaltung reflektieren können.

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