Das Medium eignet sich im Religionsunterricht besonders zur Einführung in das Christentum, zur Vertiefung einzelner Themenbereiche und zur Wiederholung bereits erworbener Kenntnisse. Aufgrund der großen thematischen Breite empfiehlt es sich, die Internetseite nicht ausschließlich als einen zusammenhängenden Informationstext einzusetzen, sondern einzelne Abschnitte gezielt für unterschiedliche Unterrichtsfragen auszuwählen. Auf diese Weise können Lernende zentrale Glaubensinhalte und historische Entwicklungen schrittweise erschließen.
Als Einstieg kann die Frage „Was gehört für euch zum Christentum?“ gestellt werden. Die Lernenden sammeln zunächst Begriffe und Vorstellungen, die sie mit dem Christentum verbinden. Diese können beispielsweise auf Karten, an der Tafel oder in einer digitalen Mindmap festgehalten werden. Nach der Arbeit mit dem Medium wird die Sammlung erneut betrachtet und ergänzt. So können die Lernenden ihren eigenen Lernzuwachs unmittelbar erkennen.
Für eine grundlegende Erarbeitung bietet sich eine arbeitsteilige Vorgehensweise an. Verschiedene Gruppen beschäftigen sich mit unterschiedlichen Abschnitten des Mediums. Eine Gruppe untersucht Jesus von Nazareth und seine Botschaft, eine weitere die jüdischen Wurzeln des Christentums, eine dritte die Bibel und die christlichen Glaubensvorstellungen. Weitere Gruppen können sich mit der Geschichte der frühen christlichen Gemeinden, der Entwicklung des Christentums im Römischen Reich, den Kirchenspaltungen, der Reformation oder der weltweiten Verbreitung des Christentums befassen. Die Ergebnisse können anschließend in Form von Plakaten, Präsentationen oder kurzen Erklärtexten vorgestellt werden.
Besonders wichtig ist eine differenzierte Beschäftigung mit Jesus von Nazareth. Die Lernenden können herausarbeiten, welche Aussagen sich auf Jesus als historische Person beziehen und welche Aussagen christliche Glaubensüberzeugungen darstellen. Dadurch lernen sie, zwischen historischer Betrachtung und religiöser Deutung zu unterscheiden. Als weiterführende Aufgabe können sie untersuchen, warum die Botschaft Jesu von der Liebe Gottes und der Nächstenliebe für die Entstehung und Entwicklung des Christentums von besonderer Bedeutung war.
Der Abschnitt über die jüdischen Wurzeln des Christentums eröffnet wichtige Möglichkeiten für interreligiöses Lernen. Die Lernenden können Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Judentum und Christentum untersuchen. Dabei sollte insbesondere deutlich werden, dass das Christentum historisch aus dem Judentum hervorgegangen ist und Jesus sowie seine ersten Anhänger Juden waren. Dieser Zusammenhang ist auch für die Prävention antijüdischer Vorstellungen von Bedeutung. Methodisch eignet sich eine Gegenüberstellung zentraler Aspekte beider Religionen. Dabei sollte jedoch darauf geachtet werden, Religionen nicht auf schematische Unterschiede zu reduzieren.
Die Ausführungen zur Bibel können genutzt werden, um den Aufbau der christlichen Heiligen Schrift zu erschließen. Lernende können die Unterscheidung zwischen Altem und Neuem Testament nachvollziehen und untersuchen, welche Bedeutung Evangelien, Apostelgeschichte und Zehn Gebote besitzen. Ergänzend können ausgewählte biblische Texte im Original gelesen werden. Dadurch wird die Darstellung des Mediums mit konkreter Textarbeit verbunden.
Für den Themenbereich Kirchengeschichte eignet sich die Erstellung eines Zeitstrahls. Die Lernenden tragen wichtige Ereignisse wie das Wirken Jesu, die Entstehung der ersten christlichen Gemeinden, die Christenverfolgungen im Römischen Reich, die Anerkennung des Christentums, die Entstehung unterschiedlicher Kirchen und die Reformation ein. Auf diese Weise wird die komplexe historische Entwicklung anschaulich strukturiert. Die Lernenden erkennen zugleich, dass das heutige Christentum das Ergebnis einer langen geschichtlichen Entwicklung ist.
Die im Medium angesprochenen problematischen Kapitel der Geschichte des Christentums sollten im Unterricht nicht ausgespart werden. Kreuzzüge, Inquisition, Machtansprüche und religiöse Gewalt bieten die Möglichkeit, das Verhältnis zwischen religiösem Anspruch und historischem Handeln kritisch zu reflektieren. Lernende können beispielsweise untersuchen, in welchem Verhältnis Gewalt und Machtstreben zur Botschaft Jesu von Nächstenliebe und Gottesliebe stehen. Eine mögliche Leitfrage lautet: „Was geschieht, wenn religiöse Überzeugungen mit politischen Machtinteressen verbunden werden?“ Damit wird historisches Lernen mit ethischer Urteilsbildung verbunden.
Die Darstellung der unterschiedlichen Konfessionen bietet sich für einen Vergleich von katholischem, orthodoxem, evangelischem und freikirchlichem Christentum an. Lernende können Gemeinsamkeiten und Unterschiede erarbeiten und erkennen, dass das Christentum keine einheitliche religiöse Gemeinschaft darstellt. Gleichzeitig sollte herausgestellt werden, welche grundlegenden Glaubensüberzeugungen die verschiedenen christlichen Traditionen miteinander verbinden. Hier kann auch der Begriff Ökumene eingeführt und nach heutigen Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen christlichen Kirchen gefragt werden.
Die christlichen Feste ermöglichen einen lebensweltlichen Zugang. Weihnachten und Ostern sind vielen Lernenden aus ihrem Alltag bekannt, wobei religiöse und gesellschaftliche Bedeutungen häufig miteinander verbunden sind. Im Unterricht kann deshalb untersucht werden, welche christlichen Glaubensinhalte ursprünglich mit Weihnachten, Karfreitag, Ostern und Pfingsten verbunden sind. Die Lernenden können anschließend reflektieren, welche Bedeutung diese Feste heute für religiöse und nicht religiöse Menschen besitzen.
Zur Ergebnissicherung bietet sich eine Mindmap mit dem Oberbegriff „Christentum“ an. Mögliche Kategorien sind „Jesus“, „Glaube“, „Bibel“, „Geschichte“, „Kirchen“, „Feste“ und „christliches Handeln“. Die Lernenden ordnen ihre Erkenntnisse diesen Bereichen zu und formulieren zu jedem Bereich zentrale Aussagen. Alternativ kann ein Lernplakat entstehen, das die wichtigsten Informationen des Mediums zusammenfasst.
Für ältere Lernende eignet sich das Medium außerdem zur kritischen Medienarbeit. Sie können untersuchen, welche Aspekte des Christentums ausführlich dargestellt werden, welche Perspektiven weniger berücksichtigt werden und welches Bild vom Christentum insgesamt entsteht. Damit wird deutlich, dass auch ein Informationsmedium eine Auswahl trifft und komplexe religiöse und historische Zusammenhänge vereinfachen muss.
Als abschließende Transferaufgabe können die Lernenden die Frage beantworten: „Was sollte ein Mensch über das Christentum wissen, der dieser Religion noch nie begegnet ist?“ Hierzu verfassen sie einen eigenen kurzen Informationstext. Eine anspruchsvollere Alternative besteht darin, eine Informationsseite, einen Podcast oder eine Präsentation zum Christentum zu gestalten. Dabei müssen die Lernenden selbst entscheiden, welche Informationen wesentlich sind. Auf diese Weise werden Sachkompetenz, Methodenkompetenz, Urteilskompetenz und Medienkompetenz miteinander verbunden.