In dem Psalm, auf den sich das neue MISEREOR-Hungertuch der Künstlerin Lilian Moreno Sánchez bezieht, heißt es "Du stellst meine Füße auf weiten Raum". In der Corona-Krise sind die Räume eng geworden. Corona hat Freiheiten eingeschränkt und Lebensstile verändert. Doch es sind auch Möglichkeiten sichtbar geworden, wie wir bewusster, solidarischer, ökologisch sinnvoller leben und handeln können.
Misereor und Brot für die Welt setzen mit diesem Hungertuch in der Fastenzeit 2021 ein Zeichen für die Ökumene: Gemeinden beider Konfessionen nutzen das Bild und machen Mut, weiter an der Einen Welt zu bauen.
Das Hungertuch thematisiert die Verletzung von Menschenrechten anhand des zertrümmerten Fußes eines chilenischen Bürgerrechtlers, der von Polizisten schwer misshandelt wurde. Jesus will uns helfen aufzustehen und in Würde standhaft für das eigene Menschenrecht und das Recht der anderen zu sein.
Das Video gibt Einblicke in die Entstehung und Deutung des Hungertuchs von Misereor mit dem Titel „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“, gestaltet von der Künstlerin Lilia Moreno Sánchez. Die Künstlerin beschreibt ihren persönlichen Werdegang zwischen Chile und Deutschland sowie ihre künstlerischen Techniken, bei denen Stoffe, Kohle, Leinöl und Gold miteinander kombiniert werden. Im Zentrum des Hungertuchs steht ein gebrochener Fuß, der auf einer realen Verletzung während sozialer Proteste in Santiago de Chile basiert. Dieses Motiv wird zu einem starken Symbol für verletzte Menschenwürde, gesellschaftliche Ungerechtigkeit und den Verlust von Halt. Gleichzeitig verweist der Titel auf Psalm 31, der von Bedrängnis und Hoffnung spricht. Das Hungertuch verbindet so Leid, Protest und die Kraft zur Veränderung mit einer religiösen Perspektive, die neue Hoffnung eröffnet.