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Früher.Später.Jetzt. - Familie

Veröffentlichung:13.12.2013

Das Video beschäftigt sich mit der Familie und dem Wandel von Familienbildern in Deutschland von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart. Historische Fernsehaufnahmen, Werbung, Interviews und Beispiele konkreter Familien zeigen, wie sich Vorstellungen von Ehe, Elternschaft, Erziehung und Zusammenleben verändert haben. In den 1950er Jahren dominiert das traditionelle Modell mit dem berufstätigen Vater als Familienoberhaupt und der Mutter als Hausfrau und Verantwortlicher für Kinder und Haushalt. Dieses Rollenverständnis wird seit den 1960er und 1970er Jahren zunehmend infrage gestellt. Frauen fordern Selbstbestimmung und berufliche Eigenständigkeit, Männer übernehmen stärker Verantwortung für Haushalt und Kinder und neue Vorstellungen von Erziehung entstehen. Zugleich thematisiert das Video gesellschaftliche Veränderungen wie den Rückgang großer Familien, die zunehmende Zahl von Scheidungen, Alleinerziehende, Wohngemeinschaften, Patchworkfamilien und Regenbogenfamilien. An mehreren Familiengeschichten wird deutlich, dass Familie trotz unterschiedlicher Lebensformen wesentlich durch Verantwortung, Fürsorge und Zusammenhalt bestimmt wird. Besonders eindrücklich ist die Begleitung einer Familie, in der mehrere Generationen zusammenleben und eine hochbetagte Angehörige innerhalb der Familie betreut wird. Das Video endet mit dem Gedanken, dass die konkrete Gestalt von Familie veränderlich ist, während das gegenseitige Einstehen füreinander eine bleibende Bedeutung besitzt.

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Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe I und II, da es die Lernenden dazu anregt, eigene Vorstellungen von Familie mit historischen und gegenwärtigen Familienbildern in Beziehung zu setzen. Ausgangspunkt kann die Frage sein, was eine Familie eigentlich zur Familie macht. Die Lernenden können zunächst individuell Begriffe notieren, die sie mit Familie verbinden. Anschließend werden die Ergebnisse gesammelt und geordnet. Kategorien wie Liebe, Verwandtschaft, Verantwortung, Geborgenheit, Zusammenhalt, Konflikt, Fürsorge und gegenseitige Verpflichtung können dabei entstehen. Erst danach wird das Video betrachtet. Auf diese Weise bringen die Lernenden ihre eigenen Vorstellungen ein, ohne dass von Beginn an ein bestimmtes Familienmodell vorgegeben wird.

Da das Video zahlreiche historische Entwicklungen und unterschiedliche Familienkonstellationen behandelt, empfiehlt sich insbesondere bei jüngeren Lerngruppen eine Betrachtung ausgewählter Sequenzen. Arbeitsgruppen können unterschiedliche Abschnitte untersuchen und anschließend ihre Beobachtungen zusammentragen. Eine Gruppe beschäftigt sich beispielsweise mit dem Familienbild der 1950er Jahre, eine weitere mit der Veränderung der Geschlechterrollen, eine andere mit Vorstellungen von Kindererziehung und weitere Gruppen mit Patchworkfamilien, Regenbogenfamilien oder dem Zusammenleben verschiedener Generationen. Die Lernenden erhalten dabei den Auftrag herauszuarbeiten, welches Verständnis von Familie in der jeweiligen Sequenz sichtbar wird, welche Aufgaben einzelnen Familienmitgliedern zugeschrieben werden und welche gesellschaftlichen Veränderungen erkennbar sind.

Für den Religionsunterricht bietet sich anschließend eine Vertiefung über christliche Vorstellungen von Familie und menschlicher Gemeinschaft an. Dabei sollte zwischen historischen gesellschaftlichen Familienbildern und biblischen beziehungsweise theologischen Aussagen unterschieden werden. Die Lernenden können untersuchen, ob Familie aus christlicher Perspektive ausschließlich über eine bestimmte äußere Form definiert werden kann oder ob Werte und Beziehungen stärker in den Mittelpunkt treten. Besonders geeignet sind dabei die im Video wiederkehrenden Motive Verantwortung, Fürsorge, Verlässlichkeit, gegenseitige Unterstützung und das Einstehen füreinander. Diese können beispielsweise mit dem christlichen Gebot der Nächstenliebe, der Vorstellung von der besonderen Würde jedes Menschen und dem Gedanken verantwortlicher Gemeinschaft verbunden werden.

Eine weitere Möglichkeit besteht in einer kritischen Auseinandersetzung mit Rollenbildern. Historische Aussagen über die Aufgaben von Männern und Frauen können mit heutigen Vorstellungen verglichen werden. Die Lernenden untersuchen, welche Erwartungen früher an Väter und Mütter gestellt wurden und welche Möglichkeiten Menschen heute besitzen, Aufgaben innerhalb einer Familie selbst zu verteilen. Dabei kann auch diskutiert werden, ob bestimmte Rollenbilder tatsächlich verschwunden sind oder in veränderter Form weiterbestehen. Wichtig ist eine Unterrichtsatmosphäre, in der unterschiedliche persönliche Familienerfahrungen respektiert werden. Lernende sollten nicht aufgefordert werden, private Konflikte, Trennungen oder andere persönliche Erfahrungen offenzulegen. Stattdessen können sie anhand der im Video dargestellten Beispiele argumentieren.

Methodisch eignet sich auch eine Positionslinie im Klassenraum. Die Lehrkraft formuliert Aussagen wie „Familie entsteht vor allem durch Verwandtschaft“, „Eltern tragen ein Leben lang Verantwortung für ihre Kinder“, „Für eine Familie ist ihre konkrete Zusammensetzung weniger wichtig als ihr Zusammenhalt“ oder „Familien haben sich verändert, ihre wichtigsten Aufgaben aber nicht“. Die Lernenden positionieren sich und begründen ihre Entscheidung. Anschließend können einzelne Aussagen nach der Beschäftigung mit dem Video erneut aufgegriffen werden. So wird sichtbar, ob und warum sich Positionen verändert haben.

Für ältere Lernende kann das Video außerdem als Quelle zur Analyse gesellschaftlicher Wertvorstellungen genutzt werden. Besonders historische Fernsehbeiträge und Werbeausschnitte eignen sich dafür. Die Lernenden untersuchen Sprache, Rollenverteilung und vermittelte Wertvorstellungen und fragen danach, welches Ideal von Familie dargestellt wird. Dadurch wird zugleich Medienkompetenz gefördert, denn historische Fernsehbilder werden nicht einfach als Abbild der damaligen Wirklichkeit verstanden, sondern als Medienprodukte, die gesellschaftliche Vorstellungen wiedergeben und zugleich beeinflussen können.

Zum Abschluss bietet sich eine produktionsorientierte Aufgabe an. Die Lernenden formulieren beispielsweise eine eigene Definition von Familie unter der Überschrift „Familie bedeutet für mich …“. Alternativ entwickeln sie in Gruppen Kriterien für eine Familie, in der Menschen gut miteinander leben können. Die Ergebnisse können mit der Schlussaussage des Videos verglichen werden, nach der Familie unabhängig von ihrer konkreten Zusammensetzung insbesondere durch Zusammenhalt und gegenseitige Verantwortung stark wird. Auf diese Weise führt die Unterrichtseinheit von historischen Familienbildern über gegenwärtige Vielfalt zu einer ethischen und religionspädagogischen Reflexion darüber, was Menschen miteinander verbindet.


Fragestellungen zum Video mit Antworten


Wie hat sich das Familienbild seit den 1950er Jahren verändert?

In den 1950er Jahren wurde vor allem ein traditionelles Familienmodell dargestellt, in dem der Vater berufstätig war und als Familienoberhaupt galt, während die Mutter Haushalt und Kinder versorgte. Im Verlauf der folgenden Jahrzehnte wurden diese Rollen zunehmend infrage gestellt. Heute zeigt das Video Familie in unterschiedlichen Formen und mit wesentlich vielfältigeren Rollenverteilungen.


Welche Veränderungen der Rolle der Frau werden dargestellt?

Frauen werden zunächst vor allem als Hausfrauen und Mütter dargestellt. Mit gesellschaftlichen Veränderungen und der Frauenbewegung gewinnen Selbstbestimmung, eigenes Einkommen und Berufstätigkeit an Bedeutung. Das Video zeigt damit einen langfristigen Wandel von festgelegten Rollen hin zu größeren individuellen Entscheidungsmöglichkeiten.


Wie verändert sich die Rolle des Vaters?

Der Vater erscheint zunächst hauptsächlich als Ernährer der Familie. Später übernehmen Männer zunehmend Aufgaben in der Kinderbetreuung und im Haushalt. An einem Beispiel zeigt das Video sogar einen Vater, der sich hauptsächlich um Haushalt und Familie kümmert, während seine Frau berufstätig ist.


Welche unterschiedlichen Formen von Familie zeigt das Video?

Gezeigt werden unter anderem traditionelle Familien, Großfamilien, Mehrgenerationenfamilien, Familien mit Alleinerziehenden, Patchworkfamilien und Regenbogenfamilien. Dadurch wird deutlich, dass Familie nicht ausschließlich durch eine einzige Lebensform beschrieben werden kann.


Welche Bedeutung besitzt Zusammenhalt für Familie?

Zusammenhalt erscheint als eines der zentralen Motive des gesamten Videos. Familienmitglieder übernehmen Verantwortung füreinander, begleiten Kinder beim Aufwachsen und unterstützen ältere oder pflegebedürftige Angehörige. Das Video vermittelt damit die Vorstellung, dass Familie besonders durch verlässliche Beziehungen und gegenseitige Fürsorge entsteht.


Welche Konflikte können innerhalb von Familien auftreten?

Das Video zeigt unter anderem Konflikte über Rollenverteilungen, Kindererziehung, Trennungen und das Zusammenwachsen neuer Familienkonstellationen. Besonders Patchworkfamilien machen deutlich, dass neue Beziehungen Zeit benötigen und die Bedürfnisse verschiedener Familienmitglieder miteinander ausgehandelt werden müssen.


Was bedeutet Verantwortung innerhalb einer Familie?

Verantwortung bedeutet im Video, für andere Menschen da zu sein und ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen. Eltern übernehmen Verantwortung für ihre Kinder, erwachsene Kinder können Verantwortung für ältere Eltern übernehmen und Partner tragen Verantwortung füreinander. Verantwortung erscheint damit nicht nur als Pflicht, sondern auch als Ausdruck von Verbundenheit.


Welche Verbindung lässt sich zum Religionsunterricht herstellen?

Das Video eröffnet Fragen nach Liebe, Verantwortung, Treue, Fürsorge, Menschenwürde und gelingender Gemeinschaft. Im Religionsunterricht kann untersucht werden, wie diese Werte mit christlichen Vorstellungen von Nächstenliebe und verantwortlichem Zusammenleben verbunden werden können. Gleichzeitig können die Lernenden darüber nachdenken, wie christliche Werte in unterschiedlichen heutigen Familienformen verwirklicht werden können.


Was könnte unabhängig von der konkreten Familienform entscheidend für eine gelingende Familie sein?

Aus den unterschiedlichen Beispielen des Videos lassen sich gegenseitige Fürsorge, Verlässlichkeit, Respekt, Verantwortung, Kommunikation und Zusammenhalt als wesentliche Merkmale herausarbeiten. Damit verlagert sich die Frage von der äußeren Form einer Familie auf die Qualität der Beziehungen zwischen den Menschen.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 8

8G.1 Ein eigener Mensch werden. Entwicklung der Persönlichkeit.

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9G.1a Sehnsucht nach einem erfüllten Leben. Sinn und Lebensglück.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9.1 Beziehungen gestalten: Freundschaft – Liebe – Partnerschaft.

Beispielhafte Lernsequenzen

  • Ehe und Familie – Modelle heute

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