Didaktisch eignet sich die Reihe besonders für einen Religionsunterricht, der die Lebenswelt der Lernenden zum Ausgangspunkt religiöser und ethischer Lernprozesse macht. Die Beschäftigung mit der eigenen Biografie eröffnet einen persönlichen Zugang zu grundlegenden Fragen wie „Wer bin ich?“, „Was hat mich geprägt?“, „Was ist mir wichtig?“ und „Wer möchte ich sein?“. Daran lassen sich religiöse Perspektiven auf Einzigartigkeit, Menschenwürde, Geschöpflichkeit, Lebenswege, Hoffnung und Zukunft anschließen. Methodisch empfiehlt sich ein behutsames Vorgehen, da biografisches Lernen persönliche und möglicherweise belastende Erfahrungen berühren kann. Lernende sollten deshalb selbst entscheiden dürfen, welche Erlebnisse sie mitteilen und welche Inhalte privat bleiben. Eine Verpflichtung zur Offenlegung persönlicher Erfahrungen sollte vermieden werden. Die Materialien können zunächst in Einzelarbeit eingesetzt werden, sodass ausreichend Raum für persönliche Reflexion entsteht. Anschließend können ausgewählte Gedanken freiwillig in Partnerarbeit, Kleingruppen oder im Plenum ausgetauscht werden. Kreative Formen wie eine persönliche Zeitleiste, Symbole für wichtige Lebensstationen, Bilder, kurze Texte, Zukunftsbilder oder ein persönliches Lebenspanorama unterstützen insbesondere Lernende, denen ein rein sprachlicher Zugang schwerfällt. Sinnvoll ist außerdem die Arbeit mit einem Portfolio oder einer persönlichen Mappe, in der Ergebnisse gesammelt werden können. Die Lehrkraft übernimmt dabei vor allem eine moderierende und begleitende Rolle. Sie schafft einen geschützten Gesprächsraum, achtet auf respektvolle Kommunikation und verdeutlicht, dass Lebenswege unterschiedlich verlaufen und nicht miteinander bewertet werden sollen. Weiterführend können die biografischen Erfahrungen mit biblischen Lebensgeschichten oder religiösen Vorstellungen vom Menschen in Beziehung gesetzt werden. Dadurch wird die persönliche Reflexion um eine religiöse Deutungsperspektive erweitert. Besonders ergiebig ist die Frage, welche Bedeutung Vertrauen, Hoffnung, Beziehungen, Brüche, Neuanfänge und Zukunftserwartungen im eigenen Leben und in religiösen Traditionen besitzen. Zum Abschluss bietet sich eine erneute Betrachtung der eigenen Zeitreise an, bei der die Lernenden festhalten, welche Erkenntnisse sie über sich selbst gewonnen haben und welche Wünsche, Ziele und Werte sie auf ihrem weiteren Lebensweg begleiten sollen.