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Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung

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„Freie Berufswahl“ – Wirklich? (Powerpoint zur Stunde)

Veröffentlichung:1.1.2025

Das Medium thematisiert die Freiheit der Berufswahl als grundgesetzlich geschütztes Recht und verbindet die rechtliche Perspektive mit der persönlichen Frage, wie frei Menschen ihren Beruf tatsächlich wählen können. Als Einstieg dient auf Seite 2 eine Positionslinie zur Aussage „Die Berufswahl in Deutschland ist frei“. Die Lernenden können sich zwischen vollständiger Zustimmung und Ablehnung positionieren und damit ihre ersten Einschätzungen sichtbar machen. Anschließend stellt das Medium Artikel 12 Absatz 1 GG vor. Dieser sichert das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen, weist zugleich aber darauf hin, dass die Berufsausübung durch Gesetz oder auf Grundlage eines Gesetzes geregelt werden kann. Ergänzend enthält das Medium auf Seite 4 einen Zugang zu einem Zeitzeugeninterview. Damit verbindet das Material persönliche Positionierung, verfassungsrechtliche Grundlagen und biografisches Lernen und eröffnet die weiterführende Frage, welche Bedeutung die freie Berufswahl für Freiheit, Selbstbestimmung und persönliche Lebensgestaltung besitzt.

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Für den Religionsunterricht eignet sich das Medium besonders für Themenfelder wie Freiheit, Selbstbestimmung, Beruf, Berufung, Arbeit, Menschenwürde, Verantwortung und Lebensgestaltung. Der Einstieg über die Positionslinie auf Seite 2 ist methodisch besonders geeignet, weil die Lernenden zunächst ihre eigenen Vorstellungen von freier Berufswahl reflektieren. Sie positionieren sich zur Aussage „Die Berufswahl in Deutschland ist frei“ und begründen ihre Entscheidung. Dabei können bereits unterschiedliche Vorstellungen von Freiheit sichtbar werden. Einige Lernende werden Freiheit möglicherweise vor allem als rechtliche Möglichkeit verstehen, andere werden auf Schulabschlüsse, persönliche Fähigkeiten, finanzielle Voraussetzungen, familiäre Erwartungen oder gesellschaftliche Rahmenbedingungen verweisen. Diese Überlegungen sollten zunächst gesammelt werden, bevor Artikel 12 GG einbezogen wird. Bei der anschließenden Textarbeit können die Lernenden markieren, welche konkreten Freiheiten das Grundgesetz schützt. Dabei sollte zwischen der freien Wahl des Berufs, des Arbeitsplatzes und der Ausbildungsstätte sowie der möglichen gesetzlichen Regelung der Berufsausübung unterschieden werden. Für den Religionsunterricht bietet sich danach eine Erweiterung von der rechtlichen zur ethischen und existenziellen Perspektive an. Die Lernenden können der Frage nachgehen, ob Freiheit lediglich bedeutet, zwischen verschiedenen Berufen wählen zu dürfen, oder ob zu einer freien Entscheidung auch tatsächliche Handlungsmöglichkeiten gehören. Daran lassen sich Fragen nach sozialer Gerechtigkeit, Chancengerechtigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung anschließen. Eine besondere religionspädagogische Vertiefung ermöglicht die Unterscheidung zwischen Beruf und Berufung. Die Lernenden können reflektieren, welche Bedeutung Arbeit für die eigene Identität besitzt, welche Erwartungen sie mit einem zukünftigen Beruf verbinden und ob berufliche Tätigkeit ausschließlich der Sicherung des Lebensunterhalts dient oder auch Sinn, Selbstverwirklichung, Verantwortung und einen Beitrag für andere Menschen ermöglichen kann. Dabei kann die christliche Vorstellung von Berufung aufgegriffen und mit heutigen Vorstellungen individueller Lebensplanung in Beziehung gesetzt werden. Das auf Seite 4 verlinkte Zeitzeugeninterview kann für biografisches Lernen eingesetzt werden. Vor der Betrachtung können die Lernenden Beobachtungsaufträge erhalten und darauf achten, welche Erfahrungen mit Berufswahl, Freiheit und persönlichen Entscheidungsmöglichkeiten zur Sprache kommen. Anschließend können diese Erfahrungen mit Artikel 12 GG und den eigenen Vorstellungen verglichen werden. Methodisch bietet sich danach eine erneute Positionslinie an. Die Lernenden positionieren sich nochmals zur Ausgangsaussage und erläutern, ob und weshalb sich ihre Einschätzung verändert hat. Auf diese Weise wird der eigene Lernprozess sichtbar. Für eine weiterführende ethische Urteilsbildung können Fragen wie „Ist eine rechtlich freie Berufswahl automatisch eine tatsächlich freie Berufswahl?“, „Welche Verantwortung trägt die Gesellschaft für gleiche Chancen?“ oder „Welche Bedeutung soll Arbeit für ein gelingendes Leben haben?“ diskutiert werden. Als Abschluss können die Lernenden Kriterien für eine selbstbestimmte und verantwortete Berufswahl formulieren oder einen kurzen persönlichen Text über ihre Vorstellungen von Beruf, Berufung und einem gelingenden Leben verfassen. Das Medium ermöglicht damit eine enge Verbindung von Verfassungsbildung, ethischer Reflexion und religiöser Bildung und unterstützt Lernende dabei, Freiheit nicht nur als Grundrecht, sondern auch als persönliche Aufgabe und verantwortliche Gestaltung des eigenen Lebens zu verstehen.

Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe II | 12/2 Gutes Handeln unter dem Anspruch des Christseins

12.2 / 3. Gesellschaftlich-politische Verantwortung aus christlicher Motivation.

Sekundarstufe II | 13 Der Mensch und seine Zukunft - Die Zukunft der Menschheit

13 / 2. Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit – eine Herausforderung an die Christen.

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