RU-digitalRU-digital-logo
1 Bild
Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung

Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung

Sag nicht … (Powerpoint zur Stunde)

Veröffentlichung:1.1.2025

Das Medium führt Lernende über ein handlungsorientiertes Szenario an die Bedeutung von Zensur und Pressefreiheit heran. Zu Beginn versetzen sich die Lernenden in die Rolle von Personen aus dem Journalismus, die in der Auslandsberichterstattung tätig sind und über eine beobachtete Szene berichten sollen. Ausgangspunkt ist auf Seite 3 die Darstellung eines brennenden Waldes, die mit einem Video verbunden ist. Die Lernenden erhalten anschließend den Auftrag, einen kurzen Artikel über den Vorfall, mögliche Ursachen und mögliche Folgen zu verfassen. Die besondere Herausforderung besteht darin, dass zentrale Begriffe wie Waldbrand, Feuer, Umweltzerstörung, Brandrodung, Erderwärmung, Hitze, Dürre, Klimawandel, Katastrophe und Klimakrise nicht verwendet werden dürfen. Die dabei entstehenden Erfahrungen werden anhand von Fragen nach den Schwierigkeiten eingeschränkter Berichterstattung und nach dem Nutzen von Zensur reflektiert. Abschließend führt das Medium zur rechtlichen Dimension und stellt Artikel 111 der Bayerischen Verfassung sowie Artikel 5 des Grundgesetzes vor. Beide verdeutlichen die besondere Bedeutung einer freien Presse und das Verbot von Zensur.

Products

Für den Religionsunterricht eignet sich das Medium besonders zur Auseinandersetzung mit Freiheit, Wahrheit, Wahrhaftigkeit, Verantwortung, Menschenwürde und gesellschaftlicher Teilhabe. Methodisch besonders überzeugend ist der erfahrungsorientierte Aufbau. Die Lernenden beschäftigen sich zunächst nicht abstrakt mit einer Definition von Zensur, sondern erleben deren Auswirkungen in einer konkreten Kommunikationssituation. Die Rollenübernahme aus Seite 2 sollte deshalb bewusst als Ausgangspunkt beibehalten werden. Die Lehrkraft kann zunächst das Szenario vorstellen und anschließend das Bild beziehungsweise das auf Seite 3 verknüpfte Video präsentieren. Danach erhalten die Lernenden den Schreibauftrag und erst anschließend die Liste der nicht erlaubten Wörter. Dadurch erfahren sie unmittelbar, wie stark sprachliche Einschränkungen die Möglichkeit beeinflussen können, einen Sachverhalt verständlich und präzise darzustellen. Die entstandenen Texte können in Partnerarbeit verglichen werden. Dabei sollte untersucht werden, welche Informationen trotz der Einschränkungen vermittelt werden konnten, welche Informationen verloren gegangen sind und welche Vorstellungen bei Personen entstehen könnten, die ausschließlich auf den jeweiligen Bericht angewiesen sind. Diese Fragestellung ist bereits ausdrücklich im Material angelegt. Anschließend bietet sich eine schrittweise Reflexion an. Zunächst halten die Lernenden ihre persönlichen Erfahrungen mit der eingeschränkten journalistischen Rolle fest. Danach tauschen sie sich zu zweit aus und schließlich werden die Ergebnisse im Plenum zusammengeführt. Die im Medium angelegte Frage „Wem nützt Zensur?“ eröffnet dabei den Übergang von der persönlichen Erfahrung zur politischen und ethischen Urteilsbildung. Im Religionsunterricht kann diese Perspektive um die Frage erweitert werden, weshalb Menschen ein Recht auf wahrheitsgemäße Information benötigen und welche Verantwortung Personen tragen, die Informationen auswählen, verbreiten oder unterdrücken. Besonders ergiebig ist die Unterscheidung zwischen Wahrheit, Wahrhaftigkeit und Manipulation. Die Lernenden können diskutieren, ob eine Aussage bereits dadurch unwahr wird, dass wesentliche Informationen verschwiegen werden, und welche moralische Verantwortung mit dem bewussten Weglassen von Informationen verbunden ist. Daran anschließend können die rechtlichen Grundlagen auf den Seiten 8 und 9 erschlossen werden. Artikel 111 der Bayerischen Verfassung beschreibt die Aufgabe der Presse, wahrheitsgemäß über Vorgänge und Personen des öffentlichen Lebens zu berichten, und erklärt Vorzensur für verboten. Artikel 5 GG sichert unter anderem Meinungsfreiheit, Informationsfreiheit und Pressefreiheit und stellt ausdrücklich fest, dass Zensur nicht stattfindet. Die Lernenden können beide Texte miteinander vergleichen und herausarbeiten, weshalb freie Information für eine demokratische Gesellschaft notwendig ist. Für eine religionspädagogische Vertiefung bieten sich Fragen nach Gewissen, Wahrhaftigkeit und Verantwortung an. Ebenso kann reflektiert werden, welche Bedeutung der Zugang zu Informationen für die Freiheit des Menschen und für eine verantwortete Gewissensentscheidung besitzt. Eine Übertragung auf digitale Medien ermöglicht zusätzliche Lebensweltorientierung. Die Lernenden können untersuchen, wie Auswahl, Auslassung, Manipulation oder Kontrolle von Informationen ihre Wahrnehmung gesellschaftlicher Ereignisse beeinflussen können. Als Abschluss eignet sich die Formulierung eines begründeten Urteils zu der Frage, weshalb Pressefreiheit nicht allein ein Recht des Journalismus, sondern eine Voraussetzung für die freie Meinungsbildung aller Menschen ist. Dadurch verbindet das Medium politische Bildung mit zentralen Anliegen religiöser und ethischer Bildung und fördert Wahrnehmungsfähigkeit, Perspektivübernahme, Sprachsensibilität und ethische Urteilsfähigkeit.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe II | E1 Religion und Mensch in einer pluralen Welt

E1.2 Anthropologie und Religion.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe II | 12/2 Gutes Handeln unter dem Anspruch des Christseins

12.2 / 3. Gesellschaftlich-politische Verantwortung aus christlicher Motivation.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern Datenschutz.