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Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung

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Toleranz als Grundlage der Religionsfreiheit (Powerpoint zur Stunde)

Veröffentlichung:1.1.2025

Das Medium ist eine Präsentation zur Auseinandersetzung mit Glaubensfreiheit, religiöser Vielfalt und Toleranz. Als thematischer Zugang wird der Tempelberg in Jerusalem aufgegriffen, dessen Bedeutung für Islam und Judentum erläutert wird. Anschließend führt das Medium zu Gotthold Ephraim Lessing und seiner Ringparabel. Die Lernenden setzen sich in Partnerarbeit mit dem Inhalt der Parabel und der symbolischen Bedeutung der Ringe auseinander. Im Mittelpunkt steht dabei die Aufforderung, die Wahrheit des eigenen Glaubens nicht durch einen Anspruch auf Überlegenheit, sondern durch Liebe, Menschlichkeit und Toleranz im eigenen Leben sichtbar werden zu lassen. Diese Perspektive wird anschließend mit Artikel 4 des Grundgesetzes verbunden, der die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und des religiösen sowie weltanschaulichen Bekenntnisses schützt und die ungestörte Religionsausübung gewährleistet. Abschließend konkretisiert die Präsentation Religionsfreiheit anhand von Beispielen wie Bekenntnisfreiheit, der Freiheit, keinen Glauben anzunehmen, dem Gottesdienstbesuch sowie der Beachtung religiöser Festtage und Ruhetage.

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Das Medium eignet sich besonders für eine Verbindung von religiösem Lernen, ethischer Reflexion und politischer Bildung. Als Einstieg kann die Darstellung des Tempelbergs in Jerusalem genutzt werden. Die Lernenden beschreiben zunächst, was sie auf dem Bild erkennen, und sammeln Vermutungen zur religiösen Bedeutung des Ortes. Anschließend werden die im Medium enthaltenen Informationen erschlossen. Dabei wird deutlich, dass derselbe Ort für unterschiedliche Religionen eine besondere Bedeutung besitzt. Dieser Zugang ermöglicht es, religiöse Vielfalt an einem konkreten Beispiel sichtbar zu machen. Zugleich sollte die Lehrkraft darauf achten, dass die komplexen politischen und historischen Konflikte um Jerusalem nicht vorschnell vereinfacht werden. Im Mittelpunkt des Mediums steht nicht eine umfassende Behandlung des Nahostkonflikts, sondern die Frage nach dem Zusammenleben unterschiedlicher religiöser Überzeugungen.

Die anschließende Beschäftigung mit Lessings Ringparabel eröffnet einen vertieften Zugang zur Frage nach religiöser Wahrheit und Toleranz. Die im Medium vorgesehene Partnerarbeit eignet sich dazu, den Inhalt zunächst sprachlich zu sichern und anschließend die Symbolik der Ringe zu erschließen. Die Lernenden können zunächst in eigenen Worten wiedergeben, worum es in der Parabel geht. Danach sammeln sie mögliche Bedeutungen der Ringe und vergleichen ihre Deutungen. Für die Auswertung sollte die Lehrkraft zwischen Beschreibung und Interpretation unterscheiden. Erst wenn die Handlung verstanden ist, wird nach der übertragenen Bedeutung gefragt. Dadurch können die Lernenden selbst entdecken, dass die Ringe als Symbole für unterschiedliche religiöse Wahrheitsansprüche verstanden werden können.

Besonders ergiebig ist die im Medium formulierte Aufforderung, die Kraft des Ringes durch Liebe, Menschlichkeit und Toleranz im eigenen Leben zu beweisen. Dieser Gedanke kann zum Ausgangspunkt einer ethischen Diskussion werden. Die Lernenden können überlegen, woran sich ein verantwortungsvoll gelebter Glaube erkennen lässt und ob die Wahrheit einer Religion überhaupt von Menschen abschließend beurteilt werden kann. Ebenso kann diskutiert werden, ob Toleranz bedeutet, alle religiösen Vorstellungen für gleich zu halten, oder ob Menschen von der eigenen Überzeugung überzeugt sein und zugleich andere Glaubenshaltungen respektieren können. Für den Religionsunterricht ist diese Unterscheidung besonders wichtig, da religiöse Toleranz nicht mit Gleichgültigkeit gleichgesetzt werden sollte. Die Lernenden können vielmehr erkennen, dass eine eigene religiöse oder weltanschauliche Position und die Anerkennung der Freiheit anderer miteinander verbunden werden können.

Im nächsten Schritt bietet sich der Übergang von der religiösen und ethischen Perspektive zur rechtlichen Dimension an. Artikel 4 des Grundgesetzes schützt die Freiheit des Glaubens und des Gewissens, das religiöse und weltanschauliche Bekenntnis sowie die Religionsausübung. Die Lernenden können die Formulierungen des Grundgesetzes zunächst in eigene Worte übertragen. Anschließend können konkrete Beispiele gesammelt und den unterschiedlichen Aspekten der Glaubensfreiheit zugeordnet werden. Die Präsentation nennt hierfür unter anderem das öffentliche Bekenntnis zu einem Glauben, die Freiheit, keinen Glauben annehmen zu müssen, den Besuch eines Gottesdienstes sowie religiöse Festtage und Ruhetage. Ergänzend können die Lernenden eigene Beispiele aus Schule und Alltag formulieren. Dabei sollte ausdrücklich berücksichtigt werden, dass Glaubensfreiheit auch die Freiheit einschließt, nicht zu glauben oder sich keiner Religion zuzuordnen.

Zur Vertiefung können Fallbeispiele eingesetzt werden, in denen unterschiedliche religiöse und weltanschauliche Überzeugungen aufeinandertreffen. Die Lernenden beurteilen die Situationen zunächst aus verschiedenen Perspektiven und beziehen anschließend Artikel 4 des Grundgesetzes sowie die Gedanken der Ringparabel in ihre Argumentation ein. Dadurch wird deutlich, dass Religionsfreiheit nicht nur die eigene Freiheit schützt, sondern auch die Anerkennung der Freiheit anderer voraussetzt. Eine abschließende Positionierung kann sich an der Frage orientieren, welche Bedeutung Toleranz für das Zusammenleben in einer religiös und weltanschaulich vielfältigen Gesellschaft besitzt. Die Lernenden können dazu persönliche Leitsätze formulieren oder zentrale Regeln für ein respektvolles Zusammenleben entwickeln. Auf diese Weise verbindet das Medium die Auseinandersetzung mit religiöser Vielfalt, literarischer Symbolik, ethischen Fragen und einem grundlegenden Freiheitsrecht.

Hessen

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Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 8

8G.4b Evangelisch-katholisches Gemeinschaftsprojekt: Evangelisch – Katholisch.

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Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 8

8.3 Konfessionen wahrnehmen und verstehen: Reformation und Ökumene.

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