Didaktisch eignet sich das Medium besonders für einen lebensweltorientierten Zugang zu Grundrechten, Menschenwürde, Freiheit, Gleichheit und Verantwortung. Im Religionsunterricht kann die Beschäftigung mit den Grundrechten mit Fragen nach der Würde des Menschen, der Einzigartigkeit jeder Person, dem Schutz menschlichen Lebens, Gerechtigkeit, Freiheit und verantwortlichem Zusammenleben verbunden werden. Die Symbolik des Schutzschildes bietet dabei einen anschaulichen Zugang zu einem zunächst abstrakten Thema. Grundrechte erscheinen nicht lediglich als rechtliche Bestimmungen, sondern werden als Schutzrechte erfahrbar, die den einzelnen Menschen und seine Würde betreffen. Zu Beginn kann der verlinkte Film eingesetzt werden, um Vorwissen zu aktivieren und grundlegende Zusammenhänge zum Grundgesetz zu erschließen. Anschließend sollte die Lehrkraft den Begriff des Schutzes aufgreifen und die Lernenden dazu anregen, Situationen aus ihrem Alltag zu benennen, in denen Rechte eine konkrete Bedeutung besitzen. Die Aufgabe „Mein Schutzschild“ ermöglicht eine hohe persönliche Beteiligung, da die Lernenden selbst entscheiden, welche Rechte sie als besonders wichtig wahrnehmen. Methodisch bietet sich zunächst eine Phase der Einzelarbeit an, damit jede Person eigene Vorstellungen entwickeln kann, ohne sich unmittelbar an den Antworten anderer zu orientieren. Die beschrifteten Zettel können danach entsprechend der Vorlage sichtbar am Körper befestigt werden. Dadurch entsteht ein bewegungsorientiertes und kommunikatives Unterrichtselement. In einer anschließenden Begegnungsphase bewegen sich die Lernenden durch den Raum, betrachten die Ergebnisse der anderen und ergänzen ihre eigenen Notizen. Genau dieses gegenseitige Wahrnehmen und Ergänzen ist bereits im Material vorgesehen. Danach empfiehlt sich eine gemeinsame Sicherung im Plenum. Genannte Rechte können gesammelt, geordnet und mit konkreten Grundrechten in Verbindung gebracht werden. Dabei kann diskutiert werden, weshalb bestimmte Rechte besonders häufig genannt wurden, welche Rechte zunächst kaum berücksichtigt wurden und ob Grundrechte für alle Menschen gleichermaßen gelten müssen. Für den Religionsunterricht bietet sich anschließend eine Vertiefung zur Menschenwürde an. Die Lernenden können beispielsweise untersuchen, welche Vorstellungen vom Menschen hinter dem Schutz seiner Würde stehen und welche Beziehungen sich zu christlichen Vorstellungen von der besonderen Würde jedes Menschen herstellen lassen. Ebenso können Fallbeispiele eingesetzt werden, in denen Lernende beurteilen, welches Recht berührt oder verletzt wird und welche Handlungsmöglichkeiten bestehen. Die im Medium ausdrücklich formulierte Frage, an wen man sich bei einer Verletzung der eigenen Rechte wenden kann, eignet sich für eine handlungsorientierte Weiterarbeit. Hier können vertrauenswürdige Personen und geeignete schulische oder gesellschaftliche Anlaufstellen thematisiert werden. Abschließend kann der Impuls „Auch DU kannst einen Beitrag leisten!“ aufgegriffen werden, um den Perspektivwechsel vom eigenen Schutz zur Verantwortung für die Rechte anderer anzubahnen. Die Lernenden können konkrete Handlungsmöglichkeiten für Schule, Familie, Freundeskreis und Gesellschaft formulieren. So verbindet das Medium Wissen über Grundrechte mit Selbstreflexion, Perspektivübernahme, Urteilsbildung und verantwortlichem Handeln.