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„Das ist für mich wahre Größe...“ – Maximilian Schafroth zur Meinungsfreiheit

Veröffentlichung:1.1.2025

Das Medium „Das ist für mich wahre Größe...: Maximilian Schafroth zur Meinungsfreiheit“ mit drei Seiten richtet sich an Lernende ab Klasse 11 und thematisiert den hohen Wert von Meinungsfreiheit und Kunstfreiheit in einer demokratischen Gesellschaft. Ausgangspunkt ist ein Ausschnitt aus der Fastenpredigt von Maximilian Schafroth auf dem Münchner Nockherberg aus dem Jahr 2023. Im Mittelpunkt steht seine Beobachtung, dass politische Größe gerade darin sichtbar werden könne, öffentliche Kritik und satirische Zuspitzung auszuhalten. Das Medium verbindet diese Aussage mit Art. 5 GG und Art. 110 BV und lädt dazu ein, über die Bedeutung freier Meinungsäußerung, politischer Satire und Kritik an politisch Verantwortlichen nachzudenken. Die Lernenden beschäftigen sich unter anderem mit der Frage, weshalb vergleichbare Äußerungen in anderen Ländern zu staatlicher Verfolgung führen können, was die Unantastbarkeit von Herrschenden über ein politisches System aussagt und welchen gesellschaftlichen Sinn Satire erfüllt. Das für etwa 15 Minuten vorgesehene Medium verbindet somit einen lebensnahen kulturellen Anlass mit Grundrechtsbildung, politischer Urteilsbildung und der Auseinandersetzung mit Freiheit, Kritik und demokratischer Verantwortung.

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Für den Religionsunterricht bietet das Medium einen besonders geeigneten Zugang zu Fragen nach Freiheit, Macht, Verantwortung, Kritikfähigkeit, Menschenwürde und dem Umgang mit unterschiedlichen Meinungen. Der Einstieg über Maximilian Schafroths Fastenpredigt ermöglicht es, Meinungsfreiheit nicht zunächst abstrakt über einen Gesetzestext, sondern anhand einer konkreten Situation zu erschließen. Auf Seite 3 des Mediums findet sich der zentrale Redeausschnitt, in dem Schafroth die Möglichkeit des freien Redens hervorhebt und diese Freiheit mit politischen Systemen kontrastiert, in denen Herrschende sich abschotten und keine Kritik zulassen. Demgegenüber beschreibt er es als Zeichen wahrer Größe, wenn politisch Verantwortliche in der ersten Reihe sitzen und öffentliche Kritik an ihrer Person aushalten. Gerade diese Gegenüberstellung eröffnet einen produktiven Gesprächsanlass über unterschiedliche Vorstellungen von Stärke und Macht.

Methodisch kann der Redeausschnitt zunächst ohne ausführliche Interpretation präsentiert werden. Die Lernenden markieren Aussagen, die sie besonders wichtig, überraschend oder provozierend finden. Anschließend tauschen sie sich entsprechend dem Vorschlag des Mediums in einer Murmelgruppe oder im Unterrichtsgespräch aus. Für den Religionsunterricht ist es sinnvoll, die Frage nach „wahrer Größe“ zunächst bewusst offenzuhalten. Die Lernenden können eigene Vorstellungen formulieren: Zeigt sich Größe darin, unangreifbar zu erscheinen, Macht durchzusetzen und Kritik zu verhindern, oder gerade darin, Kritik zuzulassen und mit ihr umgehen zu können? Dadurch wird die politische Fragestellung zugleich zu einer ethischen Frage nach einem verantwortlichen Umgang mit Macht.

Die Impulsfragen des Mediums strukturieren die weitere Erarbeitung. Gefragt wird unter anderem, weshalb Schafroth in anderen Ländern eine Gefängnisstrafe drohen könnte, in welchen politischen Systemen die Unantastbarkeit von Herrschenden als Stärke erscheint, wie Meinungsfreiheit in seinem Beitrag sichtbar wird, worin die von ihm beschriebene Größe der anwesenden politisch Verantwortlichen besteht und welchen Sinn politische Satire erfüllt. Diese Fragen sollten nicht ausschließlich nacheinander beantwortet werden. Ergiebiger ist es, einzelne Fragen unterschiedlichen Kleingruppen zuzuordnen und anschließend die Ergebnisse zusammenzuführen. Dadurch können verschiedene Perspektiven auf Freiheit, Kritik, Macht und Demokratie entwickelt werden.

Besondere Aufmerksamkeit verdient der Begriff „Derblecken“. Das Medium erläutert, dass auf dem Münchner Nockherberg seit 1891 während der Fastenzeit politisch Verantwortliche kabarettistisch kritisiert werden. Dabei wird ihnen ihr Verhalten des vergangenen Jahres vor Augen geführt, während viele der angesprochenen Personen selbst im Publikum anwesend sind. Die Tradition steht auch in Verbindung mit den sogenannten Gstanzln. Diese Hintergrundinformation hilft Lernenden, Schafroths Aussagen kulturell einzuordnen. Zugleich lässt sich daran untersuchen, weshalb eine Demokratie Formen öffentlicher Kritik und satirischer Zuspitzung benötigt.

Ein wichtiger didaktischer Schritt besteht in der Überleitung zu Art. 5 GG. Das Medium sieht ausdrücklich vor, dass die Lernenden reflektieren, welchen Wert dieses Grundrecht aus Schafroths Perspektive besitzt. Die Lernenden können zunächst den entsprechenden Verfassungstext lesen und anschließend Aussagen aus der Fastenpredigt damit in Verbindung bringen. Dabei sollte herausgearbeitet werden, dass Meinungsfreiheit und Kunstfreiheit Voraussetzungen dafür schaffen, politische Verhältnisse öffentlich zu kommentieren, zu kritisieren und satirisch zu bearbeiten. Das Grundrecht wird dadurch nicht nur als juristische Formulierung wahrgenommen, sondern als konkrete Voraussetzung einer lebendigen demokratischen Öffentlichkeit.

Für den Religionsunterricht ist es besonders ergiebig, Meinungsfreiheit mit Verantwortung zu verbinden. Die Freiheit, Kritik zu äußern, beantwortet noch nicht die Frage, wie Kritik verantwortungsvoll formuliert werden sollte. Deshalb kann mit den Lernenden die Grenze zwischen Kritik, Satire und persönlicher Beleidigung untersucht werden. Das Medium selbst empfiehlt für eine größere Unterrichtseinheit die Gestaltung eigener Gstanzln und hebt dabei ausdrücklich die sorgfältige Unterscheidung zwischen Kritik und Beleidigung hervor. Diese Idee lässt sich auch ohne musikalische Umsetzung nutzen. Die Lernenden können verschiedene fiktive Aussagen untersuchen und beurteilen, ob diese sachliche Kritik, satirische Zuspitzung oder persönliche Herabsetzung darstellen. Entscheidend ist jeweils die Begründung des Urteils.

Religionspädagogisch eröffnet diese Fragestellung einen Zugang zur Würde des Menschen. Meinungsfreiheit ermöglicht deutliche Kritik, zugleich bleibt die Würde anderer Menschen ein wichtiger ethischer Bezugspunkt. Daraus entsteht ein produktives Spannungsfeld zwischen dem Recht auf freie Äußerung und der Verantwortung für Sprache. Leitfragen können sein: „Darf Kritik verletzen?“, „Muss Satire respektvoll sein?“, „Was unterscheidet Kritik an einer Handlung von der Herabsetzung eines Menschen?“ oder „Welche Verantwortung trage ich für die Wirkung meiner Worte?“ Damit kann die Auseinandersetzung auf die Kommunikationswelt der Lernenden übertragen werden, ohne persönliche Konflikte innerhalb der Lerngruppe zum Unterrichtsgegenstand zu machen.

Auch die Frage nach Macht und Herrschaft bietet religionspädagogische Anknüpfungspunkte. Schafroths Gegenüberstellung von unantastbaren Herrschenden und politisch Verantwortlichen, die sich öffentlich kritisieren lassen, kann mit unterschiedlichen Verständnissen von Autorität verbunden werden. Die Lernenden können darüber nachdenken, woran verantwortliche Machtausübung erkennbar ist. Denkbare Kriterien sind Kritikfähigkeit, Transparenz, Rechenschaft, Respekt, die Anerkennung eigener Fehlbarkeit und die Bereitschaft zum Dialog. Damit lässt sich auch die Frage verbinden, ob Macht dem eigenen Ansehen oder dem Dienst an einer Gemeinschaft dienen sollte.

Das Medium eröffnet darüber hinaus eine globale Perspektive. Es weist darauf hin, dass Meinungsfreiheit in verschiedenen Ländern bedroht ist und Menschen wegen ihrer Äußerungen bestraft werden können. Als Formen der Einschränkung werden unter anderem staatliche Überwachung und die Abschaltung des Internets genannt. Außerdem verweist das Material auf die Rangliste der Pressefreiheit, die die Situation von Journalismus und Medien in 180 Ländern und Territorien anhand verschiedener Kriterien untersucht. Diese Informationen können für eine längere Unterrichtseinheit genutzt werden, um deutlich zu machen, dass die Möglichkeit öffentlicher Kritik keine Selbstverständlichkeit ist. Dabei sollte der Fokus nicht auf einer bloßen Rangordnung von Staaten liegen, sondern auf den Bedingungen, die freie Meinungsbildung und öffentliche Kritik ermöglichen oder verhindern.

Für eine Vertiefung kann das Thema mit der prophetischen Tradition der Bibel verbunden werden. Prophetische Gestalten treten immer wieder als kritische Stimmen gegenüber Macht, gesellschaftlichem Unrecht und Fehlentwicklungen auf. Dabei sollte keine unmittelbare Gleichsetzung zwischen politischer Satire und prophetischer Rede vorgenommen werden. Vergleichbar ist vielmehr die grundlegende Frage, welche Bedeutung kritische Stimmen für eine Gemeinschaft besitzen. Die Lernenden können untersuchen, warum Gesellschaften Menschen benötigen, die Missstände benennen, Macht hinterfragen und Veränderungen einfordern. Auf diese Weise entsteht eine Verbindung zwischen biblischer Tradition, ethischer Reflexion und moderner demokratischer Kultur.

Methodisch bietet sich zum Abschluss eine Positionierung zur Aussage „Wahre Größe zeigt sich darin, Kritik auszuhalten“ an. Die Lernenden können zustimmen, widersprechen oder eine differenzierte Position einnehmen und diese begründen. Alternativ können sie den Satz „Meinungsfreiheit ist für eine Demokratie wichtig, weil …“ vervollständigen. Eine weiterführende Frage lautet: „Was braucht eine Gesellschaft, damit Menschen frei kritisieren können und zugleich respektvoll miteinander umgehen?“ Dadurch werden Meinungsfreiheit, Kunstfreiheit, Menschenwürde und Verantwortung zusammengeführt. Das Medium unterstützt somit nicht nur das Verständnis von Art. 5 GG, sondern eröffnet im Religionsunterricht eine grundlegende Reflexion darüber, wie Freiheit, Kritikfähigkeit und verantwortlicher Umgang mit Macht zu einem menschenwürdigen und demokratischen Zusammenleben beitragen können.

Hessen

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Sekundarstufe II | E1 Religion und Mensch in einer pluralen Welt

E1.2 Anthropologie und Religion.

Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe II | 12/2 Gutes Handeln unter dem Anspruch des Christseins

12.2 / 3. Gesellschaftlich-politische Verantwortung aus christlicher Motivation.

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24.8.2026

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Unterrichtsstunde

Menschen & Welt

Suchen, Verarbeiten und Aufbewahren ,Kommunizieren und Kooperieren ,Produzieren und Präsentieren

mittel

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