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Was bedeutet das Recht auf Versammlungsfreiheit?

Veröffentlichung:1.1.2025

Das Medium „Was bedeutet das Recht auf Versammlungsfreiheit?“ mit vier Seiten richtet sich an Lernende ab Klasse 5 und erschließt Artikel 8 des Grundgesetzes anhand des lebensnahen Beispiels einer Demonstration. Ziel ist es, zu verstehen, dass Menschen das Recht haben, sich gemeinsam für ein Anliegen einzusetzen und ihre Meinung öffentlich zum Ausdruck zu bringen. Gleichzeitig vermittelt das Material, dass Demonstrationen Regeln benötigen, damit sie friedlich verlaufen und niemand gefährdet wird. Der Einstieg erfolgt über das Bild einer Demonstration, das zunächst beschrieben und mit eigenen Beobachtungen sowie Kenntnissen aus den Nachrichten verbunden wird. Anschließend lernen die Lernenden Artikel 8 GG und den Begriff der Versammlungsfreiheit kennen. Reflexionsfragen wie „Warum demonstrieren Menschen überhaupt?“, „Kann eine Demonstration etwas verändern?“ oder „Was wäre, wenn niemand demonstrieren dürfte?“ führen zur vertieften Beschäftigung mit der gesellschaftlichen und demokratischen Bedeutung des Grundrechts. Ergänzend erläutert das Medium Grenzen der Versammlungsfreiheit und bietet als kreative Vertiefung die Planung einer eigenen fiktiven Demonstration an.

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Für den Religionsunterricht bietet das Medium vielfältige Möglichkeiten, Versammlungsfreiheit mit Fragen nach Freiheit, Menschenwürde, Gerechtigkeit, Verantwortung, Solidarität und gesellschaftlichem Engagement zu verbinden. Der bildgestützte Einstieg ist besonders geeignet, weil Lernende zunächst wahrnehmen und beschreiben können, bevor eine rechtliche oder ethische Bewertung erfolgt. Die Lehrkraft kann die Beobachtungen an der Tafel sammeln und beispielsweise danach ordnen, was die Menschen auf dem Bild tun, welche Anliegen sie möglicherweise vertreten und welche Formen öffentlichen Engagements erkennbar sind. Anschließend kann gefragt werden, warum Menschen überhaupt gemeinsam öffentlich für eine Sache eintreten und weshalb eine Demokratie solche Formen gesellschaftlicher Beteiligung schützen sollte. Die Einführung von Artikel 8 GG erhält dadurch einen konkreten lebensweltlichen Bezug. Das Material definiert Versammlungsfreiheit als das Recht, sich friedlich und ohne Waffen zu versammeln, um eine Meinung zu äußern. Im Religionsunterricht kann diese rechtliche Perspektive um eine ethische und religiöse Dimension erweitert werden. So können die Lernenden darüber nachdenken, wann Menschen aus Gewissensgründen öffentlich für andere eintreten, weshalb Protest gegen Ungerechtigkeit notwendig sein kann und welche Verantwortung mit der Freiheit zur öffentlichen Meinungsäußerung verbunden ist. Anknüpfungspunkte bieten beispielsweise Frieden, Bewahrung der Schöpfung, soziale Gerechtigkeit, Menschenrechte, Schutz der Menschenwürde, Armut oder die Verantwortung für ausgegrenzte Menschen. Dabei sollte die Lehrkraft keine bestimmte politische Position vorgeben, sondern die Fähigkeit zur begründeten Urteilsbildung fördern. Besonders ergiebig ist die Frage, ob es Situationen gibt, in denen Menschen aus religiöser oder ethischer Überzeugung nicht schweigen sollten. Hier können altersangemessen Bezüge zu prophetischer Kritik, christlicher Verantwortung, Nächstenliebe und dem Einsatz für Gerechtigkeit hergestellt werden. Methodisch bietet sich nach der Einführung eine Positionslinie an. Aussagen wie „Demonstrationen können die Gesellschaft verändern“, „Für eine gute Sache darf man jede Form des Protests verwenden“ oder „Eine Demokratie braucht Demonstrationen“ ermöglichen unterschiedliche Positionierungen, die anschließend begründet werden. Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen dem Anliegen einer Demonstration und der Art, wie dieses Anliegen vertreten wird. Das Material betont, dass Versammlungen friedlich sein müssen und weist darauf hin, dass bestimmte Handlungen bei Demonstrationen rechtliche Konsequenzen haben können. Daraus lässt sich eine grundlegende ethische Frage entwickeln: Wie können Menschen entschieden für ihre Überzeugungen eintreten und gleichzeitig die Rechte und die Würde anderer achten? Eine besonders handlungsorientierte Vertiefung bietet die im Medium vorgeschlagene Planung einer fiktiven Demonstration. In Kleingruppen überlegen die Lernenden, wofür sie demonstrieren würden, wo und wann die Versammlung stattfinden könnte und welche Plakate oder Slogans geeignet wären. Im Religionsunterricht können dafür bewusst Themen aus der religiösen und ethischen Bildung gewählt werden, etwa Frieden, Klimaschutz, gerechte Lebensbedingungen oder der Schutz der Menschenwürde. Das vorstrukturierte Arbeitsblatt auf Seite 4 unterstützt die Planung durch Fragen nach Thema, Ort, Zeitpunkt und möglichen Slogans. Die Ergebnisse können anschließend in einem Galeriegang betrachtet und besprochen werden. Dabei sollte nicht bewertet werden, welche Gruppe das vermeintlich beste Anliegen gewählt hat. Im Mittelpunkt stehen vielmehr nachvollziehbare Begründungen, friedliche Formen der Interessenvertretung und die Achtung unterschiedlicher Positionen. Eine weitere Vertiefung bietet die vom Material ausdrücklich vorgeschlagene Verbindung mit Artikel 5 GG und damit mit der Meinungsfreiheit. Die Lernenden können herausarbeiten, dass Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit eng miteinander verbunden sind, weil Menschen ihre Überzeugungen nicht nur individuell äußern, sondern sich auch gemeinschaftlich für Anliegen einsetzen können. Abschließend eignen sich ein Blitzlicht oder ein kurzer Schreibimpuls mit Satzanfängen wie „Versammlungsfreiheit ist wichtig, weil ...“, „Eine Demonstration braucht Regeln, weil ...“ oder „Für Gerechtigkeit einzutreten bedeutet für mich ...“. Auf diese Weise verbindet das Medium Grundrechtsbildung mit religiöser und ethischer Urteilsbildung und eröffnet einen altersgerechten Zugang zu der Frage, wie Menschen ihre Freiheit verantwortlich nutzen und sich friedlich für ihre Überzeugungen und für andere Menschen einsetzen können.

Hessen

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Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 6

G6.1 Mein Recht und das Recht der anderen. Gerechtigkeit und die neue Gerechtigkeit Jesu.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 7

7.1 Protestieren und Aufbegehren: Prophetisches Handeln.

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