Didaktisch eignet sich das Medium besonders für einen lebensweltorientierten Zugang zu Grundrechten, da ein zunächst abstrakter Verfassungsgrundsatz mit Erfahrungen verbunden wird, die den Lernenden aus ihrem eigenen Schulalltag vertraut sind. Der Einstieg über Artikel 2 GG ermöglicht zunächst eine gemeinsame inhaltliche Klärung des Rechts auf körperliche Unversehrtheit. An konkreten Beispielen können die Lernenden anschließend überlegen, warum bestimmte Regeln, Einrichtungen und Sicherheitsmaßnahmen notwendig sind und wen sie schützen. Dabei sollte die Lehrkraft darauf achten, dass Schutzpflichten nicht ausschließlich als Einschränkungen persönlicher Freiheit wahrgenommen werden. Gerade das im Material aufgegriffene Rauchverbot bietet die Möglichkeit, das Verhältnis von individueller Freiheit, Verantwortung für andere Menschen und staatlichem Schutzauftrag zu diskutieren. Das Material weist darauf hin, dass das Rauchverbot an Schulen dem Schutz vor gesundheitlichen Gefahren des Rauchens und Passivrauchens dient. In der Erarbeitungsphase bietet sich eine Arbeit in Kleingruppen an. Die Bildkarten können auf die Gruppen verteilt oder frei ausgewählt werden. Die Lernenden beschreiben zunächst, was auf ihrer Karte zu sehen ist, benennen mögliche Gefahren und erläutern anschließend, wie die dargestellte Maßnahme die körperliche Unversehrtheit oder das Wohlbefinden schützt. Leistungsstärkere Gruppen können zusätzlich unterscheiden, ob eine Maßnahme vor einer unmittelbaren Gefahr schützt, der Vorbeugung dient oder gesundheitsfördernde Bedingungen schafft. Ebenso können sie diskutieren, wer für die jeweilige Maßnahme Verantwortung trägt. Für jüngere oder sprachlich weniger sichere Lernende bieten die konkreten Bilder eine hilfreiche Unterstützung, da Beobachtungen zunächst mündlich formuliert und anschließend mit dem Begriff der Schutzpflicht verbunden werden können. Eine weitere methodische Möglichkeit besteht in einem Rundgang durch die Schule, bei dem die Lernenden selbst nach Beispielen für Schutzmaßnahmen suchen und diese anschließend den Bildkarten zuordnen. Die Ergebnisse können auf Moderationskarten festgehalten und im Plenum geordnet werden. Dadurch wird sichtbar, dass Sicherheit in der Schule eine gemeinsame Aufgabe ist und unter anderem Unfallprävention, Sicherheitserziehung, sichere Verkehrswege und Fluchtwege umfasst. Zum Abschluss empfiehlt sich die im Medium vorgesehene gemeinsame Reflexion anhand der Leitfrage „Wie wird das Recht auf körperliche Unversehrtheit an unserer Schule geschützt?“. Die Lernenden präsentieren ihre Ergebnisse und formulieren daraus ein gemeinsames Fazit. Auf diese Weise verbindet das Medium Grundrechtsbildung mit konkreter Lebensweltorientierung und unterstützt die Lernenden dabei, schulische Regeln und Schutzmaßnahmen nicht nur als Vorgaben, sondern in ihrer Funktion für Sicherheit, Gesundheit und das Zusammenleben zu verstehen.