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Liebeszeller Mission

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Die Tabus unserer Zeit

Veröffentlichung:1.11.2018

Das Heft "Die Tabus unserer Zeit" mit 34 Seiten thematisiert gesellschaftliche, kulturelle und religiöse Tabus in unterschiedlichen Ländern und Lebenskontexten. Anhand authentischer Erfahrungsberichte aus Bangladesch, Frankreich, Papua Neuguinea, Ecuador, Japan sowie aus der interkulturellen Arbeit in Deutschland wird aufgezeigt, welche Themen Menschen meiden, verschweigen oder nur unter bestimmten Bedingungen ansprechen. Dabei geht es unter anderem um Sexualität, Pornografie, Familienplanung, uneheliche Schwangerschaften, Sünde, Scham, Islamkritik, Gemeindekultur und gesellschaftliche Erwartungen. Die Beiträge verdeutlichen, dass Tabus einerseits Gemeinschaften stabilisieren können, andererseits aber häufig verhindern, dass Konflikte offen angesprochen und Menschen in schwierigen Situationen unterstützt werden. Ergänzt werden die Praxisberichte durch einen theologischen Grundsatzbeitrag von Roland Deines über Wesen, Funktion und Bedeutung von Tabus sowie durch biblische Impulse zum Zusammenhang von Wahrheit, Freiheit, Schuld, Vergebung und Offenheit. Das Medium eröffnet dadurch einen vielschichtigen Zugang zur Frage, wie Menschen mit Wahrheit, Scham, Moral und gesellschaftlichen Normen umgehen.

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Für den Religionsunterricht bietet das Medium zahlreiche Möglichkeiten für ethisches, interkulturelles und theologisches Lernen. Die Lernenden können zunächst eigene Erfahrungen mit Tabus sammeln und reflektieren, welche Themen in Familie, Schule, Freundeskreis, Gesellschaft oder Religion als schwierig oder unaussprechlich gelten. Die internationalen Fallbeispiele eignen sich hervorragend für ein Gruppenpuzzle, bei dem verschiedene Lerngruppen jeweils einen Länderbericht analysieren und anschließend ihre Ergebnisse austauschen. Dabei untersuchen die Lernenden, welche Tabus beschrieben werden, welche Funktionen diese erfüllen und welche Folgen sie für einzelne Menschen und Gemeinschaften haben. Besonders gewinnbringend sind Perspektivwechsel, bei denen die Lernenden die Situation der betroffenen Personen nachvollziehen und Handlungsalternativen entwickeln. Die Berichte über uneheliche Schwangerschaften in Bangladesch, über Scham und Sündenbekenntnis in französischen Gemeinden, über Pornografie in Papua Neuguinea oder über Familienplanung in Ecuador ermöglichen eine intensive Auseinandersetzung mit Fragen von Moral, Freiheit, Verantwortung und Menschenwürde. Die theologischen Texte können mit biblischen Erzählungen über Schuld, Wahrheit, Vergebung und Versöhnung verbunden werden. Geeignet sind beispielsweise die Geschichte der Ehebrecherin, die Begegnung Jesu mit Zachäus oder neutestamentliche Aussagen über Wahrheit und Freiheit. Darüber hinaus bietet das Medium zahlreiche Anknüpfungspunkte für Diskussionen über gesellschaftliche Normen, kulturelle Unterschiede, Religionskritik, Toleranz und die Bedeutung von Offenheit in Gemeinschaften. Methoden wie Schreibgespräch, Fishbowl Diskussion, Debatte, Rolleninterview, Standbild, Fallanalyse, Lerntagebuch oder World Café fördern die persönliche Reflexion und die argumentativen Fähigkeiten der Lernenden. Das Medium eignet sich besonders für die Sekundarstufe, da es komplexe ethische Fragestellungen mit lebensnahen Beispielen verbindet und zu einer differenzierten Urteilsbildung anregt.


Leitartikel: „Die Tabus unserer Zeit“

Material: Grundlegende Einführung in die gesellschaftliche Funktion von Tabus sowie deren Chancen und Gefahren.

Was passiert im Unterricht?

Die Lernenden erstellen eine Sammlung heutiger Tabuthemen aus Schule, Familie, Gesellschaft und Religion. Anschließend analysieren sie, welche Tabus schützen und welche Menschen unterdrücken können. Die Lernenden entwickeln Kriterien für einen verantwortlichen Umgang mit sensiblen Themen.


Interkulturelle Teams Deutschland: „Was Sex vor der Ehe mit Maultaschen gemeinsam hat“

Material: Beitrag über religiöse Tabus im Islam und Christentum sowie über den Umgang mit Sexualität und heimlichen Regelverletzungen.

Was passiert im Unterricht?

Die Lernenden untersuchen, warum Menschen Regeln umgehen und welche Rolle Scham dabei spielt. Sie vergleichen religiöse Gebote verschiedener Religionen und diskutieren den Unterschied zwischen äußerer Regelbefolgung und innerer Überzeugung. Ein Fallbeispiel eignet sich für eine Debatte über Moral und Authentizität.

Bangladesch: „Schusmitas Baby?“

Material: Fallgeschichte über Gerüchte, Adoption, Scham, Wahrheit und gesellschaftlichen Druck.

Was passiert im Unterricht?

Die Lernenden analysieren die verschiedenen Perspektiven der beteiligten Personen und entwickeln mithilfe eines Rolleninterviews mögliche Lösungen des Konflikts. Die Geschichte eignet sich besonders für ethische Urteilsbildung zu den Themen Wahrheit, Gerüchte, Verantwortung und Menschenwürde.


Frankreich: „Tabus in der Gemeinde“

Material: Reflexion über Sexualität, Partnerschaft, Sünde, Vergebung und Scham in christlichen Gemeinden.

Was passiert im Unterricht?

Die Lernenden diskutieren die Frage, warum Menschen Fehler häufig verbergen. Sie untersuchen biblische Texte zu Schuld und Vergebung und vergleichen diese mit den Erfahrungen aus dem Beitrag. In einem Schreibgespräch entwickeln sie Ideen für eine Kultur der Offenheit und Wertschätzung.


Papua Neuguinea: „Ist Porno noch tabu?“

Material: Bericht über Pornografie, digitale Medien, Sexualität und deren Auswirkungen auf Individuen und Gesellschaft.

Was passiert im Unterricht?

Die Lernenden setzen sich kritisch mit Mediennutzung und digitalen Einflüssen auseinander. Sie analysieren gesellschaftliche Folgen von Pornografie und reflektieren christliche Vorstellungen von Liebe, Sexualität und Menschenwürde. Die Unterrichtseinheit eignet sich besonders für ältere Lernende der Sekundarstufe.


Ecuador: „Verhütung – kein Tabu in Ecuador“

Material: Erfahrungsbericht über Familienplanung, Kinderwunsch, Offenheit und kulturelle Unterschiede.

Was passiert im Unterricht?

Die Lernenden vergleichen Gesprächskulturen verschiedener Länder und reflektieren, welche Themen in Deutschland eher privat behandelt werden. Die Einheit fördert interkulturelles Lernen und sensibilisiert für unterschiedliche gesellschaftliche Normen.


Interkulturelle Teams Deutschland: „Tabu Islamkritik“

Material: Beitrag über das Spannungsfeld zwischen Respekt, Religionsfreiheit, Kritikfähigkeit und interreligiösem Dialog.

Was passiert im Unterricht?

Die Lernenden untersuchen, wie ein respektvoller Dialog zwischen Religionen gelingen kann. Sie unterscheiden zwischen sachlicher Kritik, Vorurteilen und Diskriminierung. Die Methode Fishbowl eignet sich besonders für die Diskussion kontroverser Positionen.


Japan: „No Gos in Japan“

Material: Bericht über kulturelle Regeln, unausgesprochene Normen und gesellschaftliche Erwartungen.

Was passiert im Unterricht?

Die Lernenden analysieren kulturelle Unterschiede und vergleichen japanische Tabus mit deutschen Verhaltensregeln. Durch Perspektivwechsel erkennen sie, wie Kultur Wahrnehmung und Handeln beeinflusst.


Sonderbeitrag von Roland Deines: „Tabus – Über manche Dinge spricht man besser nicht“

Material: Wissenschaftlicher und theologischer Grundsatzartikel über Entstehung, Funktion und Bedeutung von Tabus.

Was passiert im Unterricht?

Die Lernenden erschließen zentrale Funktionen von Tabus und entwickeln mithilfe von Expertengruppen ein Schaubild zu positiven und negativen Wirkungen gesellschaftlicher Tabus. Der Beitrag eignet sich besonders für vertiefende Reflexion und Oberstufenkurse.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.1 Verantwortung für das Leben. Menschenwürde und Gottesebenbildlichkeit.

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9G.2 Darf man alles, was man kann? Fortschritt und menschliche Zukunft.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9.2 Nach Gerechtigkeit streben: Gleiche Lebensbedingungen für alle.

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