Das Video eignet sich besonders für Unterrichtseinheiten zu Fastenzeit, Aschermittwoch, Karfreitag, Umkehr, Buße, Nächstenliebe, Gottesliebe, Gebet, Verantwortung und religiöser Praxis. Es bietet zugleich einen guten Zugang zu interreligiösem Lernen, weil zu Beginn verschiedene Formen des Fastens in unterschiedlichen Religionen genannt werden. Die besondere Stärke des Mediums liegt darin, Fasten nicht auf Essensverzicht zu reduzieren. Stattdessen wird Fasten als bewusste Unterbrechung von Gewohnheiten und als Gelegenheit zur Neuorientierung vorgestellt.
Als Einstieg kann die Frage gestellt werden: „Woran denkt ihr beim Wort Fasten?“ Die Lernenden sammeln spontan Begriffe. Vermutlich werden Süßigkeiten, Fleisch, Alkohol, Ramadan oder Abnehmen genannt. Diese Begriffe können an der Tafel geordnet werden. Anschließend wird gefragt: „Warum verzichten Menschen freiwillig auf etwas?“ Damit wird die zentrale Leitfrage des Videos vorbereitet.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, verschiedene Karten mit Beispielen auszulegen: Süßigkeiten / Fleisch / Smartphone / Shopping / Lästern / Fernsehen / Alkohol / soziale Medien / Zeit für sich selbst. Die Lernenden ordnen die Begriffe danach, was für sie leicht oder schwer zu verzichten wäre. Anschließend kann gefragt werden, was Menschen durch einen solchen Verzicht gewinnen könnten. Das Video greift genau diesen Gedanken auf: Menschen verzichten auf etwas, um dadurch etwas anderes zu gewinnen.
Beim ersten Ansehen kann ein einfacher Beobachtungsauftrag lauten: „Welche Gründe für Fasten nennt das Video?“ Die Lernenden notieren Stichwörter. Nach dem Video werden die Antworten gesammelt und in zwei Bereiche gegliedert: äußere Formen des Fastens und innere Ziele des Fastens. Auf der einen Seite stehen dann beispielsweise Verzicht auf Essen, Konsum oder bestimmte Gewohnheiten, auf der anderen Seite Besinnung, Gebet, Umkehr, Hilfe für andere, Gottesliebe und Nächstenliebe.
Für ein zweites Ansehen eignet sich eine arbeitsteilige Erschließung. Eine Gruppe achtet auf die Bedeutung von Umkehr und Buße. Eine zweite sammelt konkrete Formen des Fastens. Eine dritte untersucht die kirchlichen Fastenzeiten. Eine vierte sammelt Aussagen zu Gebet und Nächstenliebe. Eine fünfte achtet auf Beispiele aus anderen Religionen. Anschließend werden die Ergebnisse zusammengeführt.
Ein zentraler religionspädagogischer Zugang besteht in der Erklärung des Begriffs Buße. Das Video macht deutlich, dass Buße nicht einfach Strafe oder Selbstbestrafung bedeutet. Vielmehr wird sie als Nachdenken über das eigene Leben und als innere Umkehr beschrieben. Die Lernenden können deshalb überlegen, wann Menschen merken, dass sie ihr Verhalten verändern möchten. Mögliche Beispiele sind Streit, ungerechter Umgang mit anderen, ständige Ablenkung durch das Smartphone oder gedankenloser Konsum. Daraus kann die Frage entstehen: „Was müsste ich ändern, damit etwas in meinem Leben besser wird?“
Methodisch bietet sich eine Vorher und Nachher Aufgabe an. Die Lernenden formulieren zunächst einen Satz zu „Fasten bedeutet für mich …“. Nach der Erarbeitung des Videos schreiben sie denselben Satz erneut. Anschließend vergleichen sie beide Formulierungen. So wird sichtbar, ob sich das Verständnis vom bloßen Verzicht hin zu Umkehr, Besinnung und Nächstenliebe erweitert hat.
Das Video eignet sich besonders gut für die Arbeit mit dem Satz „Menschen verzichten auf etwas, um etwas anderes zu gewinnen“. Dieser Satz kann in die Mitte eines Plakats geschrieben werden. Die Lernenden ergänzen Beispiele. Wer auf Shopping verzichtet, kann Geld sparen oder spenden. Wer weniger Zeit am Smartphone verbringt, kann mehr Zeit für andere Menschen gewinnen. Wer auf Lästern verzichtet, kann Beziehungen verbessern. Wer auf bestimmte Konsumgewohnheiten verzichtet, kann Verantwortung für Umwelt und Mitmenschen übernehmen. Dadurch wird deutlich, dass christliches Fasten nicht in erster Linie aus Verboten besteht, sondern auf eine Veränderung des Lebens zielt.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den drei Bereichen Gebet, Hilfe für andere und Selbstzurücknahme. Diese können als drei Stationen gestaltet werden. An der Station Gebet überlegen die Lernenden, was Gebet für Menschen bedeuten kann. An der Station Hilfe sammeln sie konkrete Möglichkeiten, anderen im Alltag etwas Gutes zu tun. An der Station Selbstzurücknahme überlegen sie, wo sie eigene Wünsche einmal bewusst hinten anstellen könnten. Anschließend wird gemeinsam diskutiert, warum alle drei Bereiche zur Fastenzeit passen.
Die im Video genannte Verbindung von Fasten und Nächstenliebe bietet einen besonders guten Zugang zu handlungsorientiertem Lernen. Die Klasse kann eine gemeinsame Fastenaktion planen. Möglich wären beispielsweise eine Woche ohne abwertende Kommentare, eine Spendenaktion, eine bewusste Reduzierung von Konsum oder eine tägliche kleine Hilfe für andere. Wichtig ist, dass die Lernenden die Aktion nicht nur durchführen, sondern auch reflektieren: Was war schwierig? Was hat sich verändert? Was habe ich gewonnen?
Auch der interreligiöse Aspekt kann aufgegriffen werden. Das Video nennt Ramadan im Islam und Jom Kippur im Judentum. Die Lernenden können Gemeinsamkeiten und Unterschiede sammeln. Ein möglicher Ausgangspunkt ist die Frage: „Warum gibt es in verschiedenen Religionen Fastenzeiten?“ Dabei sollte deutlich werden, dass religiöses Fasten unterschiedliche Formen und Regeln kennt, aber häufig mit Besinnung, Gebet, Gemeinschaft und verantwortlichem Handeln verbunden ist.
Für ältere Lernende bietet sich eine genauere Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von äußerem Verzicht und innerer Haltung an. Die zentrale Aussage lautet, dass Fasten äußerlich sichtbar sein kann, aber innerlich auf Veränderung zielen soll. Dazu kann die These diskutiert werden: „Fasten ohne innere Veränderung ist sinnlos.“ Die Lernenden sammeln Argumente und entwickeln eigene Positionen.
Die im Video genannten kirchlichen Fastenzeiten können mithilfe eines Kalenders veranschaulicht werden. Aschermittwoch, die österliche Bußzeit, Karfreitag und die Freitage des Jahres können markiert werden. Anschließend wird gefragt, warum religiöse Gemeinschaften feste Zeiten für Fasten und Besinnung vorgeben. Eine mögliche Antwort ist, dass gemeinsames Fasten leichter fällt und gemeinsame Zeiten religiöse Praxis strukturieren.
Das Video thematisiert außerdem, dass an Aschermittwoch und Karfreitag besondere Fastenregeln gelten. Für den Unterricht sollte dieser Teil vor allem als Beispiel dafür genutzt werden, dass religiöse Traditionen konkrete Regeln entwickeln. Der Schwerpunkt sollte weniger auf dem Auswendiglernen einzelner Vorschriften liegen, sondern auf der Frage, welchem Ziel diese Regeln dienen. Das Video beantwortet dies eindeutig mit Besinnung, Umkehr, Gottesliebe und Nächstenliebe.
Eine kreative Aufgabe kann darin bestehen, einen persönlichen Fastenkalender zu gestalten. Die Lernenden wählen nicht zwingend einen Verzicht auf Nahrung, sondern überlegen, welche Gewohnheit sie für einen begrenzten Zeitraum verändern könnten. Zusätzlich tragen sie ein, was sie dadurch gewinnen möchten. Beispiel: weniger soziale Medien, dafür mehr Zeit für Familie / weniger Lästern, dafür respektvoller sprechen / weniger Konsum, dafür Geld sparen oder spenden. Dabei sollte ausdrücklich freiwillig gearbeitet werden und niemand muss persönliche Entscheidungen offenlegen.
Zum Abschluss eignet sich die Frage: „Woran erkennt man gutes Fasten?“ Die Lernenden können Kriterien formulieren. Dazu könnten gehören: freiwillig / sinnvoll / nicht selbstschädigend / auf Veränderung ausgerichtet / mit Nächstenliebe verbunden / mit Gebet oder Besinnung verbunden / nicht zum Angeben / nicht als Selbstzweck. So wird aus dem Video eine ethisch und religiös reflektierte Vorstellung von Fasten entwickelt.
Das Video eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe I und II im Themenbereich Fasten, Kirchenjahr, christliche Lebensgestaltung und religiöse Praxis. Durch die lebensnahe Sprache und die Verbindung zu alltäglichen Erfahrungen ermöglicht das Video einen motivierenden Zugang zu einem Thema, das viele Lernende aus unterschiedlichen religiösen oder gesellschaftlichen Zusammenhängen kennen. Vor dem Ansehen können Lernende zusammentragen, worauf Menschen heute freiwillig verzichten und welche Gründe es dafür gibt. Während des Videos empfiehlt sich ein Arbeitsauftrag, bei dem unterschiedliche Ziele des Fastens wie Besinnung, Gebet, Nächstenliebe oder Selbstreflexion herausgearbeitet werden. Anschließend können Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen christlichem Fasten, Ramadan oder anderen religiösen Fastentraditionen verglichen werden. Besonders geeignet sind kreative Methoden wie das Erstellen eines persönlichen Fastenkalenders, das Entwickeln eigener Fastenvorsätze oder Diskussionen über Konsum, Umwelt und soziale Verantwortung. Ebenso bietet sich die Arbeit mit Bibelstellen zur Umkehr und Buße an. Das Video eröffnet darüber hinaus Möglichkeiten zur Reflexion über Lebensgewohnheiten, Gemeinschaft und Werteorientierung. Durch die Verbindung von theologischen Grundlagen und lebensweltlichen Fragen fördert das Medium sowohl religiöses Wissen als auch die persönliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Lebensstil.