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Bistum Rottenburg Stuttgart

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Edith Stein – Frauen aus der Bibel und der Kirchengeschichte

Veröffentlichung:1.1.1970

Das Video über Edith Stein (1891–1942) aus der Reihe Frauen aus der Bibel und der Kirchengeschichte zeichnet das Leben der Philosophin, Karmelitin und Heiligen nach: jüdische Kindheit → Konversion zum Katholizismus → Lehrtätigkeit an einem Mädchengymnasium und in der Lehrerinnenausbildung → Eintritt in den Karmelorden → Verfolgung durch die Nationalsozialisten → Deportation und Ermordung in Auschwitz → Heiligsprechung. Das Video betont Edith Steins Unabhängigkeit und ihren eigenen Weg: als Intellektuelle, als konvertierte Ordensfrau, als Vorbild für Glaubensfreiheit und Würde. Gleichzeitig bietet es einen Zugang zur Thematik des Holocaust und der Ermordung von Menschen jüdischen Glaubens. Länge: ca. 4:34 Minuten.

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Klassenstufe: 4–7 (Grundschule Klasse 4 / Sek I Klasse 5–7); aufgrund des Holocaust-Bezugs ist eine gewisse emotionale Reife der Lerngruppe vorauszusetzen; in Klasse 4 nur mit sorgfältiger didaktischer Einbettung.

Curriculare Einbettung: Das Video schlägt eine außergewöhnlich breite Brücke: Kirchengeschichte / Heilige des 20. Jahrhunderts, interreligiöses Lernen (Judentum/Christentum, Konversion), Ethik (Menschenwürde, Widerstand, Verfolgung), historisches Lernen (Nationalsozialismus, Holocaust, Auschwitz), Frauengeschichte und Gleichberechtigung. Es ist damit auch für fächerübergreifende Projekte mit Geschichte, Ethik und Sozialkunde anschlussfähig.

Methodische Stärken: Edith Stein verbindet in ihrer Biografie Aspekte, die den Religionsunterricht auf mehreren Ebenen bereichern: Sie ist Grenzgängerin zwischen den Religionen (Jüdin und Christin), zwischen Berufsfeldern (Wissenschaftlerin und Ordensfrau) und zwischen Epochen (Weimarer Republik bis NS-Zeit). Das Video ermöglicht eine personenbezogene Erschließung des Themas Nationalsozialismus, die für Schüler/innen greifbarer ist als abstrakte Zahlen. Die Heiligsprechung als Abschluss setzt einen theologischen Rahmen, ohne das Erlittene zu verklären.

Methodische Grenzen: Die Komplexität von Edith Steins Philosophie (Phänomenologie, Anthropologie) und ihre Auseinandersetzung mit Thomas von Aquin und Edmund Husserl ist im Video naturgemäß nicht enthalten – für Sek II relevant. Die Darstellung ihrer Konversion bleibt knapp; für eine vertiefte theologische Auseinandersetzung (z. B. im Kontext Judentum-Christentum-Dialog) braucht es ergänzende Materialien.

Konkrete Unterrichtsszenarien: Als Teil einer Unterrichtseinheit zu Heiligen des 20. Jahrhunderts oder zur Kirche im Nationalsozialismus. Als Gesprächseinstieg: „Kann jemand, der verfolgt wird, trotzdem frei sein?" Als Teil einer Lernstation „Frauen, die Geschichte schrieben" (zusammen mit den anderen Videos der Reihe). Fächerübergreifend mit Geschichte: Ergänzung zu einer Einheit über den Holocaust. Als Vorbereitung auf einen Gedenkstättenbesuch oder einen Jom-HaSchoa-Gedenktag.

Differenzierung: Das Thema Holocaust erfordert eine behutsame Heranführung; Lehrkräfte sollten im Vorfeld die Lerngruppe einschätzen und ggf. das Video in Abschnitten zeigen (Timestamps nutzbar). Für ältere Schüler/innen (Klasse 6–7): Vertiefung zu Edith Steins Werk „Kreuzeswissenschaft" oder zu ihrer Heiligsprechung durch Johannes Paul II. 1998 und den damit verbundenen ökumenischen und interreligiösen Debatten.

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