Für den Religionsunterricht eignet sich das Arbeitsblatt als Einstieg in eine Unterrichtsreihe zu Menschenbild, Verantwortung, Wahrheit, Freiheit und Technikethik. Da der erste Auftrag eine gesonderte Präsentation der Lehrkraft voraussetzt, muss vor dem Einsatz geprüft werden, ob diese verfügbar ist oder durch eine eigene kurze Einführung ersetzt werden soll. Als aktivierender Einstieg können die Lernenden auf Karten notieren, wo ihnen künstliche Intelligenz bereits begegnet. Die Karten werden nach Lebensbereichen wie Kommunikation, Unterhaltung, Bildung, Medizin, Verkehr, Konsum und Sicherheit geordnet. Danach markieren die Lernenden, welche Anwendungen sie als hilfreich, problematisch oder ambivalent einschätzen. Die Begriffszuteilung des Arbeitsblattes sollte nicht nur als Wissensabfrage genutzt werden. Die Lernenden können zu jedem Begriff ein Beispiel formulieren und erklären, worin der Unterschied zwischen einem Roboter als körperlicher Maschine und einem Chatbot als sprachlicher Anwendung besteht. Die Zeitleiste vermittelt Orientierung, sollte aufgrund der schnellen technischen Entwicklung aber durch aktuelle Daten ergänzt und sachlich überprüft werden. Die Lehrkraft kann verschiedene Stationen auf einzelne Gruppen verteilen. Jede Gruppe recherchiert Person, Erfindung, Bedeutung und eine ethische Frage. Im Religionsunterricht sollte die Leitfrage „Kann künstliche Intelligenz den Menschen ersetzen?“ begrifflich geklärt werden. Es ist zwischen dem Ersetzen einzelner Tätigkeiten und dem Ersetzen des Menschen als Person zu unterscheiden. Ein technisches System kann Texte erzeugen, Muster erkennen oder Berechnungen durchführen. Daraus folgt jedoch nicht, dass es Bewusstsein, Gewissen, Empathie oder Verantwortung besitzt. Als theologischer Zugang bietet sich die Vorstellung vom Menschen als Ebenbild Gottes an. Die Lernenden untersuchen, ob menschliche Würde von Intelligenz, Leistung oder Nützlichkeit abhängt.
So wird deutlich, dass eine Maschine den Menschen in einzelnen Leistungen übertreffen kann, ohne dadurch eine höhere Würde zu besitzen. Die Sammlung von Chancen und Risiken kann durch ethische Kriterien strukturiert werden. Geeignet sind Menschenwürde, Freiheit, Gerechtigkeit, Fürsorge, Schadensvermeidung, Datenschutz, Transparenz und Verantwortung. Jede Gruppe ordnet ihre Argumente diesen Kriterien zu und prüft, welche Interessen betroffen sind. Der verlinkte Zeitungsartikel sollte vor dem Unterricht auf Erreichbarkeit, Aktualität und sachliche Verlässlichkeit geprüft werden. Seine Aussagen können mit einer zweiten Quelle verglichen werden. Dadurch wird Quellenkritik als Teil verantwortlicher Mediennutzung eingeübt. Bei den digitalen Übungen muss ebenfalls vorher geprüft werden, ob die Angebote noch funktionieren und ohne Anmeldung zugänglich sind. Persönliche Daten dürfen nicht eingegeben werden. Der Vergleich zwischen einer eigenen Stellungnahme und einem von ChatGPT erzeugten Text ist methodisch besonders ergiebig. Für den Religionsunterricht kann das Thema Schuluniform durch eine ethische Streitfrage ersetzt werden, etwa „Darf künstliche Intelligenz über medizinische Behandlungen entscheiden?“ oder „Kann ein Chatbot seelsorgliche Gespräche führen?“. Zunächst verfassen die Lernenden ihre eigene Stellungnahme. Danach wird ein mit derselben Aufgabenstellung erzeugter Text bereitgestellt. Beide Texte werden anhand transparenter Kriterien untersucht.
Dazu gehören Aufbau, Argumente, Beispiele, Sprache, Quellen, Perspektiven, persönliche Haltung und nachvollziehbares Urteil. Die Lernenden sollten nicht nur bewerten, welcher Text besser klingt, sondern prüfen, wer für Aussagen Verantwortung übernimmt und ob ein sprachlich überzeugender Text auch sachlich richtig ist. Eine Markierung mit verschiedenen Farben kann eigene Gedanken, allgemeine Aussagen, unbelegte Behauptungen und überprüfbare Fakten sichtbar machen. Anschließend überarbeiten die Lernenden ihren Text unter bewusster Nutzung einzelner Anregungen. Dabei dokumentieren sie, was sie übernommen, verändert oder verworfen haben. So wird künstliche Intelligenz als Werkzeug verwendet, ohne die eigene Urteilsbildung zu ersetzen. Eine praktische Erprobung sollte nur mit schulisch zugelassenen und datenschutzgerechten Anwendungen erfolgen. Die Lehrkraft kann alternativ vorbereitete Ausgaben eines Chatbots verwenden. Für die Diskussion über Chancen und Grenzen eignet sich ein Vier Ecken Gespräch. Die Ecken stehen für Zustimmung, eher Zustimmung, eher Ablehnung und Ablehnung zu Aussagen wie „ChatGPT verbessert das Lernen“, „Ein guter Text braucht einen menschlichen Verfasser“ oder „Künstliche Intelligenz sollte im Religionsunterricht verwendet werden“.
Die Lernenden positionieren sich und begründen ihre Entscheidung. Ein Perspektivwechsel kann die Argumentation vertiefen. Einzelne Gruppen übernehmen die Sicht von Lernenden, Lehrkräften, Eltern, Unternehmen, Kirchen oder Bildungspolitik. Das Lernprodukt sollte religionspädagogisch zugespitzt werden. Mögliche Themen sind künstliche Intelligenz in der Pflege, Chatbots in der Seelsorge, Gesichtserkennung und Menschenwürde, selbstfahrende Fahrzeuge und Verantwortung oder künstlich erzeugte religiöse Texte und Bilder. Für die Recherche werden mindestens zwei überprüfbare Quellen verlangt. Die Präsentation sollte Funktionsweise, Chancen, Risiken, betroffene Werte, eine religiöse oder ethische Perspektive und ein eigenes Urteil enthalten. Rückmeldungen erfolgen anhand eines vorher vereinbarten Kriterienrasters. Abschließend können die Lernenden Regeln für den verantwortlichen Einsatz künstlicher Intelligenz formulieren. Dazu gehören Quellenprüfung, Kennzeichnung der Nutzung, Schutz persönlicher Daten, eigenständige Überarbeitung, Respekt vor anderen und die Übernahme von Verantwortung für das Ergebnis. Zu beachten sind außerdem die Lizenzbedingungen des Materials. Eine Weitergabe oder Speicherung ist nur im erlaubten Rahmen der vorhandenen Lizenz zulässig.
Didaktisch eröffnet das Medium zahlreiche Möglichkeiten im Hinblick auf ethische Urteilsbildung, Verantwortung und Menschenbild. Die Lehrperson kann das Material als Ausgangspunkt nutzen, um zentrale Fragen zu thematisieren wie etwa die Einzigartigkeit des Menschen, die Grenzen technischer Machbarkeit oder die Verantwortung im Umgang mit neuen Technologien. Methodisch empfiehlt sich ein abwechslungsreicher Einsatz: Einstieg über lebensweltliche Beispiele von Künstlicher Intelligenz, Erarbeitung zentraler Begriffe in Partnerarbeit sowie vertiefende Diskussionen in Gruppen zu Chancen und Risiken. Die Aufgaben zur Stellungnahme und zum Vergleich eigener Texte mit KI generierten Texten fördern die Reflexionsfähigkeit und machen Unterschiede zwischen menschlicher und maschineller Kreativität erfahrbar. Das Lernprodukt bietet zudem die Möglichkeit, kooperatives Lernen zu stärken und Präsentationskompetenzen zu fördern. Differenzierung kann durch offene Aufgabenformate sowie durch unterschiedliche Zugänge wie Texte, Diskussionen und digitale Anwendungen erfolgen. Besonders gewinnbringend ist eine abschließende ethische Reflexion im Plenum, in der Lernende ihre Positionen begründen und mit religiösen oder weltanschaulichen Perspektiven in Beziehung setzen.
Das bereitgestellte Material besteht aus mehreren aufeinander aufbauenden Arbeitsblättern und Aufgabenformaten, die unterschiedliche Zugänge zum Thema Künstliche Intelligenz eröffnen und im Unterricht vielseitig eingesetzt werden können. Im Folgenden werden die einzelnen Materialien und ihre didaktische Verwendung beschrieben.
Das erste Arbeitsblatt dient als Einstieg in das Thema und führt Lernende über eine Präsentation sowie grundlegende Aufgaben an Künstliche Intelligenz heran. Es beinhaltet eine Sammlung von Alltagsbeispielen, eine Zuordnungsaufgabe zentraler Begriffe wie KI, Chatbot oder Roboter sowie erste Reflexionsfragen. Dieses Material eignet sich besonders für eine aktivierende Einstiegsphase, in der Vorwissen erhoben und grundlegende Begriffe geklärt werden. Die Lehrperson kann hier mit Plenumsphasen und Partnerarbeit arbeiten, um ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln und erste Bezüge zur Lebenswelt der Lernenden herzustellen .
Ein weiteres Arbeitsblatt beschäftigt sich mit historischen Entwicklungen und Meilensteinen der Künstlichen Intelligenz sowie mit der Bewertung von Chancen und Risiken. Die Lernenden ergänzen eine Zeitleiste und diskutieren in Gruppen verschiedene Auswirkungen von KI auf Gesellschaft und Individuum. Dieses Material eignet sich besonders für vertiefende Erarbeitungsphasen und fördert sowohl Sachkompetenz als auch Urteilsfähigkeit. Im Religionsunterricht kann hier gezielt eine ethische Perspektive eingebracht werden, indem Fragen nach Verantwortung, Grenzen und dem Menschenbild thematisiert werden.
Das dritte Material integriert digitale Elemente wie Onlineübungen und einen Zeitungsartikel. Lernende setzen sich selbstständig mit aktuellen Entwicklungen auseinander und bearbeiten Fragen zum Verständnis und zur Funktionsweise von KI. Die Verknüpfung von analogem und digitalem Lernen unterstützt selbstgesteuertes Lernen und fördert Medienkompetenz. Methodisch bietet sich hier Einzelarbeit mit anschließender Sicherung im Plenum oder in Kleingruppen an.
Ein weiteres Arbeitsblatt fokussiert die Anwendung von Künstlicher Intelligenz im schulischen Kontext. Lernende reflektieren eigene Erfahrungen mit digitalen Tools, verfassen Texte und vergleichen diese mit KI generierten Ergebnissen. Diese Phase ist besonders geeignet, um Reflexionskompetenz zu fördern und Unterschiede zwischen menschlichem Denken und maschineller Textproduktion herauszuarbeiten. Im Religionsunterricht kann dies mit Fragen nach Kreativität, Individualität und Verantwortung verbunden werden.
Das abschließende Material stellt ein projektorientiertes Lernprodukt dar. In Gruppen wählen Lernende ein Thema aus dem Bereich Künstliche Intelligenz im Alltag, recherchieren eigenständig und erstellen eine Präsentation. Dieses Material eignet sich besonders für handlungsorientierten Unterricht und fördert kooperatives Lernen, Präsentationskompetenz und eigenständige Urteilsbildung. Die Präsentationen können im Plenum diskutiert und durch Feedbackphasen ergänzt werden, wodurch kommunikative und soziale Kompetenzen gestärkt werden.
Insgesamt ermöglichen die Materialien eine strukturierte Unterrichtsreihe vom Einstieg über die Erarbeitung bis hin zur Reflexion und Anwendung. Sie bieten zahlreiche Anknüpfungspunkte für den Religionsunterricht, insbesondere im Bereich ethischer Fragestellungen und der Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Mensch und Technik.