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Westdeutscher Rundfunk (WDR)

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Religion Talks: Scheidungsanwältinnen

Veröffentlichung:26.3.2026

Zwei Scheidungsanwältinnen – eine Muslima, eine Katholikin – reflektieren ihren Beruf im Spannungsfeld zwischen staatlichem Recht und religiösen Werten. Sie thematisieren das „ewige Versprechen" der Ehe und die gelebte Realität zerrütteter Beziehungen, den besonderen Druck auf religiöse Frauen beim Entschluss zur Trennung sowie die Frage, wie ihr Glaube (Friedfertigkeit, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit) ihre juristische und seelsorgerliche Arbeit prägt. Beide kommen zu einer gemeinsamen Neuinterpretation: Es kann „christlicher" und „menschlicher" sein, eine toxische Ehe zu beenden, als unter dem Deckmantel der Religion daran zugrunde zu gehen. Das Video bricht mit dem Klischee, religiöse Menschen könnten keine Scheidungsanwältinnen sein.

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Das Video eignet sich als Vertiefung einer Einheit zur Ehelehre (Sakrament, Unauflöslichkeit, Amoris Laetitia), zur Verhältnisbestimmung von Religionsrecht und staatlichem Recht sowie zu ethischen Fragen rund um Schuld, Barmherzigkeit und Norminterpretation. Es berührt zudem Fragen der prophetischen Tradition (Kritik an religiösem Legalismus) und des interreligiösen Dialogs. Es bildet mit „Religion Talks: Geschiedene" und „Religion Talks: Bräute" ein thematisches Triptychon zur Ehe in Judentum, Islam und Christentum.Stärken des Mediums:

Das Format ist ungewöhnlich: Nicht Betroffene, sondern professionelle Beobachterinnen sprechen – und zwar aus einer doppelten Innenperspektive (religiös und juristisch). Das ermöglicht eine sachliche, aber engagierte Reflexion, die weder moralisiert noch banalisiert. Die Vergleichstabelle der beiden Perspektiven (Sakrament vs. Vertrag, Gewissen vs. Stigma, Würde vs. Schutz) ist didaktisch klar strukturiert und unmittelbar für den Unterricht nutzbar. Das Video schließt die Reihe der Religion-Talks-Beiträge im Katalog thematisch stimmig ab.Grenzen des Mediums:

Die genaue Länge des Videos ist nicht bekannt; sie sollte vor dem Unterrichtseinsatz geprüft werden. Kein vollständiges Transkript verfügbar. Das Thema überschneidet sich stark mit „Religion Talks: Geschiedene"; die Lehrkraft sollte beide Beiträge bewusst aufeinander abstimmen, um Redundanz zu vermeiden. Das Video hat keinen explizit theologischen Fokus; die dogmatische Dimension muss durch die Lehrkraft eingebracht werden.Einsatzszenarien und methodische Vorschläge:Einstieg / Rollenreflexion:

Vor dem Sehen: Können religiöse Menschen Scheidungsanwältinnen sein? SuS äußern spontan ihre Einschätzung. Das Video dient dann als differenzierte Antwort, die das Vorurteil produktiv korrigiert.Strukturiertes Sehen:

SuS erhalten die Vergleichstabelle (Thema / Katholische Sicht / Muslimische Sicht) als Lückentext und füllen sie während des Sehens aus. Anschließend Vergleich im Plenum und Diskussion: Welche Gemeinsamkeiten überwiegen – welche Unterschiede sind bedeutsam?Norminterpretation als theologische Methode:

Die Anwältinnen interpretieren das Gebot „Du sollst nicht Ehebrechen" neu – nicht als starre Regel, sondern als Schutz der menschlichen Würde. SuS vergleichen diese Interpretationshaltung mit dem Vorgehen Jesu gegenüber dem Gesetz (Mt 5,27–32; Mk 10,2–12): Wie geht Jesus mit dem Scheidungsthema um? Was bedeutet es, den „Geist" eines Gebots über seinen „Buchstaben" zu stellen?Recht und Religion:

Das Video thematisiert das Verhältnis von staatlichem Scheidungsrecht und religiösem Eheverständnis. SuS erarbeiten: Wo stimmen beide überein, wo geraten sie in Konflikt? Was bedeutet es für eine gläubige Juristin, täglich in diesem Spannungsfeld zu arbeiten? Dies schärft das Verständnis für die Pluralität normativer Systeme in einer demokratischen Gesellschaft.Seelsorge und Recht:

Die Anwältinnen verstehen sich auch als Seelsorgerinnen. SuS diskutieren: Was unterscheidet juristische Beratung von seelsorgerlicher Begleitung? Wo können beide ineinandergreifen – und wo stoßen sie aneinander? Dieser Aspekt verbindet Berufsethik mit pastoraler Theologie.Abschluss der Reihe – Synthese:

Als Abschluss der vier Religion-Talks-Beiträge im Katalog (Nonne & Muslima / Bräute / Geschiedene / Scheidungsanwältinnen) können SuS eine Synthese formulieren: Was haben alle vier Gespräche gemeinsam? Was sagen sie über das Verhältnis von Religion, Geschlecht und Lebensrealität in Deutschland aus?Technische Hinweise:

Das Video ist über die WDR-Mediathek direkt abrufbar. Die Länge sollte vor dem Unterrichtseinsatz geprüft werden. In Kombination mit den anderen Religion-Talks-Beiträgen des Katalogs ergibt sich ein kohärenter Themenparcours, der für eine vollständige Unterrichtseinheit ausreicht.

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