Klassenstufe: 4–6 (Lebensfrage 4: Fragen nach Orientierung und Wegweisung / Verantwortlich handeln), gut geeignet besonders für Klasse 4–5; für Klasse 6 kann der theologische Gehalt vertieft werden.
Thematische Einordnung:
Die Einheit übersetzt das anspruchsvolle Konzept der Gottebenbildlichkeit konsequent in kindgerechte Lebensweltbezüge: Würde im Schulalltag, Verantwortung in der Klasse, Mitbestimmung bei Klassenentscheidungen, Solidarität gegenüber Benachteiligten. Der rote Faden ist klar: Weil alle Menschen Gottes Ebenbild sind, sind alle gleich wertvoll – und daraus folgt konkretes Handeln. Die Einheit ist auch als Beitrag zur Demokratiebildung im Sinne des RLP Berlin/Brandenburg (Teil B, 3.3) ausgewiesen.
Aufbau der Unterrichtseinheit (4 Stunden):
Stunde 1 – Gottesebenbildlichkeit: Alle Menschen sind wertvoll: Der stille Impuls (Gen 1,27 + Art. 1 GG nebeneinander) ist ein eleganter Einstieg, der Assoziation vor Erklärung stellt. Die Collage-Aufgabe „Werbung für die Würde!" ist kreativ, niedrigschwellig und ermöglicht differenziertes Arbeiten. Wichtig: Die Reflexionsfragen am Ende führen konsequent vom Allgemeinen ins Persönliche und Gemeinschaftliche.
Stunde 2 – Verantwortung: Für mich, für dich, für uns: Die Kurzgeschichte „Zoff auf dem Hof" bietet einen alltagsnahen Einstieg, der sofort Identifikation ermöglicht. Die Mindmap zu Verantwortungsbereichen der Schüler*innen (Post-it) aktiviert Vorwissen und macht Verantwortung konkret erfahrbar. Die Think-Pair-Share-Methode eignet sich gut für diese Altersstufe. Der Transfer – Verantwortung im Licht der Gottebenbildlichkeit – ist theologisch der entscheidende Schritt und sollte behutsam, aber klar vollzogen werden.
Stunde 3 – Mitbestimmung: Gemeinsam gestalten: Das Anspiel der Lehrkraft (einmal autoritär, einmal partizipativ) ist eine besonders gelungene Methode: Die Schüler*innen erleben den Unterschied körperlich und emotional, bevor sie ihn reflektieren. Diese experienzielle Methode ist für die Altersgruppe ideal. Die anschließende Unterscheidung von Selbst- und Fremdbestimmung fördert kritisches Denken. Die Wunschzettel zum Abschluss ermöglichen kreative und individuelle Ausdrucksformen.
Stunde 4 – Solidarität: Zusammen sind wir stark: Die Tiergeschichte „Ein tierisches Team" ist für die Altersgruppe gut gewählt – Tiere als Handlungsträger ermöglichen Distanz und Identifikation zugleich. Die Rollenspiele konkretisieren Solidarität als Handlung. Das Abschlussprojekt (Brief, Plakat oder Aktionstag) gibt der Einheit eine reale Handlungsdimension und verankert das Gelernte im Schulleben.
Methodische Stärken:
Die Einheit ist sehr gut altersdifferenziert: Die Methoden (Collage, Post-it-Mindmap, Anspiel, Rollenspiel, Wunschzettel) sind abwechslungsreich, handlungsorientiert und für Grundschule/Orientierungsstufe passend. Der Aufbau von Würde → Verantwortung → Mitbestimmung → Solidarität ist logisch und nachvollziehbar. Das Abschlussprojekt hebt die Einheit über den Klassenraum hinaus und gibt ihr gesellschaftliche Relevanz.
Hinweise zur Vorbereitung:
Die Kurzgeschichten „Zoff auf dem Hof" (Stunde 2) und „Ein tierisches Team" (Stunde 4) werden im Artikel nicht vollständig abgedruckt – sie müssen von der Lehrkraft selbst beschafft oder erstellt werden.
Für die Collage (Stunde 1) sollten diverse Zeitschriften und Bildmaterialien mit verschiedenen Menschen bereitliegen.
Das Abschlussprojekt erfordert Absprache mit Schulleitung oder Klassenleitung, wenn ein Aktionstag geplant wird – frühzeitig koordinieren.
Die Einheit lässt sich gut mit dem Klassenrat oder dem Schüler*innenparlament verbinden.
Differenzierung:
Für schwächere Lerner eignen sich besonders die bildgestützten und handlungsorientierten Phasen (Collage, Rollenspiel, Wunschzettel). Für stärkere Schüler*innen kann die theologische Verbindung von Gottebenbildlichkeit und konkretem Handeln vertieft werden.