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m3 Erklärung und mehr

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Eudaimonie und das gelingende Leben

Veröffentlichung:19.2.2026

Das vorgestellte Podcast führt in dialogischer Form in das antike Konzept der Eudaimonie ein, das vor allem mit dem Philosophen Aristoteles verbunden ist. Eudaimonie wird dabei nicht als bloßes Glück im Sinne eines kurzen Hochgefühls verstanden, sondern als gelingendes Leben, das aus der Entfaltung des eigenen inneren Wesens erwächst. Der Begriff wird aus dem Griechischen hergeleitet und als Aufblühen des guten Geistes gedeutet. Im Zentrum stehen die Vernunft als innerer Kompass und die Tugenden als eingeübte Haltungen wie Gerechtigkeit, Mut, Besonnenheit und Ehrlichkeit. Besonders anschaulich wird die Lehre von der goldenen Mitte entfaltet, nach der jede Tugend zwischen zwei Extremen liegt, etwa Mut zwischen Feigheit und Tollkühnheit. Zudem wird der Mensch als soziales Wesen beschrieben, das sein gutes Leben nur in Gemeinschaft verwirklichen kann. Freundschaft in ihrer höchsten Form, die auf gegenseitiger Wertschätzung des Charakters beruht, wird als wesentlicher Bestandteil eines erfüllten Lebens hervorgehoben. Abschließend öffnet das Medium den Horizont zur Frage nach dem guten Zweck menschlichen Handelns und deutet damit eine Brücke zur Pflichtenethik und zum deontologischen Denken an, wie es später etwa bei Immanuel Kant ausgearbeitet wurde.

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Für den Religionsunterricht bietet dieses Medium vielfältige didaktische und methodische Anknüpfungspunkte. In der Sekundarstufe kann es im Kontext der Frage nach dem gelingenden Leben, der Gewissensbildung oder der christlichen Tugendethik eingesetzt werden. Methodisch empfiehlt sich zunächst eine gelenkte Erarbeitungsphase, in der zentrale Begriffe wie Vernunft, Tugend, goldene Mitte und Gemeinschaft gesichert werden. Dies kann durch ein Tafelbild oder eine strukturierende Mindmap geschehen. Anschließend bietet sich eine arbeitsteilige Gruppenphase an, in der konkrete Beispiele aus dem Alltag der Schülerinnen und Schüler unter dem Aspekt der goldenen Mitte analysiert werden, etwa im Umgang mit sozialen Medien, Leistungsdruck oder Konsum. In einer Vertiefungsphase kann das aristotelische Konzept mit christlichen Vorstellungen vom guten Leben verglichen werden, beispielsweise mit der Bergpredigt oder der paulinischen Rede von Glaube, Hoffnung und Liebe. Hier kann herausgearbeitet werden, dass auch im christlichen Verständnis das gelingende Leben nicht auf äußeren Erfolg reduziert wird, sondern an der Ausrichtung auf das Gute und an der Beziehung zu Gott und zum Nächsten Maß nimmt. In einem weiteren Schritt kann die Leitfrage nach dem guten Zweck des Handelns aufgenommen und mit der Pflichtenethik verbunden werden. Während Aristoteles stärker auf Charakterbildung und Tugend zielt, betont die deontologische Ethik die Verbindlichkeit moralischer Normen unabhängig von Neigung oder Nutzen. Eine vergleichende Diskussion fördert ethische Urteilsbildung und die Fähigkeit, unterschiedliche moralphilosophische Ansätze kritisch zu reflektieren. Leistungsstärkere Lerngruppen können zusätzlich die Spannung zwischen Glücksethik und Pflichtethik diskutieren und dabei Bezüge zur eigenen Lebenswelt herstellen.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9G.1a Sehnsucht nach einem erfüllten Leben. Sinn und Lebensglück.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe II | 12/2 Gutes Handeln unter dem Anspruch des Christseins

12.2 / 2. Glückssuche und Sinngebung als Aufgabe und Ziel des Lebens.

Audio

Standard Lizenz auf You Tube

2.3.2026

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Anregung

Menschen & Welt

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