Die Unterrichtsimpulse für die Grundschule entfalten das Thema Kolonialisierung über erzählerische, dialogische und handlungsorientierte Zugänge. Im Zentrum steht die Geschichte „Als alles anders wurde – Die Geschichte von Mala“, in der ein Mädchen aus dem Königreich Bamum die Erfahrung kolonialer Fremdherrschaft macht. Über gezielte Impulsfragen werden die Schüler*innen dazu angeregt, Veränderungen im Leben der Hauptfigur wahrzunehmen und diese auf grundlegende Fragen von Selbstbestimmung, Schutz und Verantwortung zu beziehen. Didaktisch wird bewusst mit Perspektivübernahme gearbeitet, indem die Kinder aufgefordert werden, sich eine Situation vorzustellen, in der fremde Personen plötzlich über ihr eigenes Zuhause, ihre Regeln und Gewohnheiten bestimmen. Dadurch entsteht eine emotionale Annäherung, die ethische Grundfragen nach Macht, Gerechtigkeit und dem Umgang mit dem Anderen altersangemessen erschließt. Ergänzend lenkt eine weitere Unterrichtseinheit den Blick auf „Spuren bis heute“, indem Alltagsprodukte wie Kakao, Zucker oder Bananen auf einer Weltkarte verortet und in ihren historischen und gegenwärtigen Produktionszusammenhängen betrachtet werden. So wird ein erstes Bewusstsein dafür gefördert, dass Geschichte nicht abgeschlossen ist, sondern bis in die Gegenwart hineinwirkt. Religionspädagogisch knüpft das Material an die Würde jedes Menschen, an Empathiefähigkeit und an ein wachsendes Gerechtigkeitsempfinden an und unterstützt die Entwicklung sozialer und moralischer Kompetenzen im Sinne eines sensiblen, respektvollen Miteinanders in einer vielfältigen Klassengemeinschaft.