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Tadschikistan: Islam, staatlich überwacht

Veröffentlichung:13.1.2026

Die ARTE-Reportage thematisiert am Beispiel Tadschikistans das spannungsreiche Verhältnis von Religion, Staat und individueller Freiheit und eröffnet einen vielschichtigen Zugang zu Fragen religiöser Praxis, politischer Macht und Menschenrechte im Kontext eines mehrheitlich muslimischen Landes.

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Die Reportage „Tadschikistan: Islam, staatlich überwacht“ des Senders ARTE beleuchtet die religiöse Situation in Tadschikistan, der ärmsten der ehemaligen Sowjetrepubliken, in der über 95 Prozent der Bevölkerung muslimisch sind. Im Zentrum steht die systematische staatliche Kontrolle des Islam unter dem autoritär regierenden Präsidenten Emomalij Rahmon, der seit mehr als drei Jahrzehnten das politische Leben des Landes bestimmt. Die Reportage zeigt, wie der Staat einen strikten Laizismus durchsetzt, der religiöse Praxis nicht schützt, sondern reguliert und einschränkt. Anhand konkreter Beispiele – etwa des Verbots des Hidschabs, der Zwangsrasur von Männern mit Bärten, der staatlich kontrollierten Imam-Ausbildung und der Überwachung von Familien, Medien und sozialen Netzwerken – wird deutlich, wie Religion zum politischen Risikofaktor erklärt wird. Die Angst vor islamistischem Extremismus, verstärkt durch die Nähe zu Afghanistan und durch Anschläge mit tadschikischer Beteiligung, dient dabei als Legitimation für weitreichende Repressionen. Methodisch arbeitet die Reportage mit biografischen Zugängen, etwa durch die Begleitung der Journalistin Farsona oder der betroffenen Mutter Zeinab, deren persönliche Erfahrungen strukturelle Menschenrechtsverletzungen sichtbar machen. Diese Einzelschicksale werden mit historischen und politischen Kontextinformationen verknüpft, etwa zur sowjetischen Religionspolitik, zum Bürgerkrieg der 1990er-Jahre und zur heutigen Machtstruktur des Regimes. Didaktisch eignet sich das Medium besonders für die Sekundarstufe I und II, da es komplexe Zusammenhänge zwischen Religion, Politik und Gesellschaft differenziert darstellt und zur kritischen Urteilsbildung anregt. Im Religionsunterricht kann die Reportage genutzt werden, um das Verständnis von Religionsfreiheit, Gewissensfreiheit und staatlichem Laizismus zu vertiefen und diese Konzepte mit christlichen, islamischen und menschenrechtlichen Perspektiven zu vergleichen. Interreligiöses Lernen wird dadurch ermöglicht, dass der Islam nicht monolithisch dargestellt wird, sondern in seiner inneren Vielfalt sowie in seiner politischen Instrumentalisierung sichtbar wird. Zugleich fordert das Medium dazu heraus, zwischen legitimen Sicherheitsinteressen eines Staates und der Verletzung grundlegender Menschenrechte zu unterscheiden. Methodisch bieten sich strukturierte Filmbeobachtungen, Perspektivanalysen, Pro-und-Contra-Diskussionen sowie der Vergleich mit anderen Staaten oder mit der Situation religiöser Minderheiten in Europa an. Die Reportage unterstützt damit eine reflektierte, kontroverse und dialogische Auseinandersetzung mit Religion in der Moderne und fördert die Fähigkeit, religiöse Phänomene im Spannungsfeld von Macht, Angst, Freiheit und Verantwortung einzuordnen.

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13.1.2026

Interreligiöser Dialog

Anregung

Religionen

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