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Kammer für Arbeiter und Angestellte für Oberösterreich

Kammer für Arbeiter und Angestellte für Oberösterreich

Ich kann das

Veröffentlichung:1.1.1970

Das Arbeitsheft „Ich: Das bin ich, das kann ich!“ mit 22 Seiten unterstützt Lernende dabei, sich intensiv mit der eigenen Persönlichkeit auseinanderzusetzen und ihre Interessen, Stärken und Werte zu entdecken. Mithilfe vielfältiger Arbeitsaufträge erstellen sie einen persönlichen Steckbrief, reflektieren ihre Fähigkeiten, setzen sich mit Fremdeinschätzungen auseinander und erkennen Zusammenhänge zwischen persönlichen Eigenschaften und möglichen Bildungs und Berufswegen. Ergänzend regen Interviews, Reflexionsaufgaben sowie Übungen zu Werten und beruflichen Perspektiven dazu an, die eigene Identität bewusst wahrzunehmen und Zukunftsvorstellungen zu entwickeln. Das Medium verbindet Selbstreflexion mit Berufsorientierung und fördert die bewusste Auseinandersetzung mit persönlichen Ressourcen und Lebenszielen.

Die Unterrichtsstunde „Ich: Das bin ich, das kann ich!“ aus dem MyFuture-Programm der Arbeiterkammer Oberösterreich richtet sich an Lehrkräfte, die Lernende systematisch bei der Selbstfindung, der Berufsorientierung und der Entwicklung von Entscheidungskompetenz begleiten möchten. Das Material ist modular aufgebaut und verbindet persönliche Reflexion mit konkreten Arbeitsschritten zur Bildungs- und Berufswahl. Es legt großen Wert darauf, Lernende als aktiv Handelnde zu verstehen, die Verantwortung für ihren eigenen Weg übernehmen und dabei von Schule, Familie und außerschulischen Einrichtungen unterstützt werden.


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Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht, da Fragen nach Identität, Selbstannahme, Begabungen, Verantwortung und Lebensgestaltung zentrale Themen religiöser Bildung darstellen. Die Arbeitsaufträge ermöglichen Lernenden, ihre Individualität wahrzunehmen und sich mit der Frage auseinanderzusetzen, was sie als einzigartige Persönlichkeit ausmacht. Dadurch entstehen zahlreiche Anknüpfungspunkte zu biblischen Menschenbildern, zur Vorstellung der Gottesebenbildlichkeit sowie zu Themen wie Berufung, Talente, Selbstwert und Gemeinschaft.

Methodisch bietet das Heft vielfältige Möglichkeiten für Einzelarbeit, Partnerarbeit und kooperative Lernformen. Persönliche Steckbriefe, Collagen oder Schaufenster können als kreativer Einstieg in eine Unterrichtsreihe dienen. Die Aufgaben zu Interessen und Stärken fördern die Selbstreflexion und lassen sich durch Gespräche in Kleingruppen oder durch wertschätzende Rückmeldungen ergänzen. Besonders gewinnbringend ist die Verbindung von Selbst und Fremdeinschätzung, da Lernende ihre eigene Wahrnehmung mit der Sicht anderer vergleichen und dadurch ihre Persönlichkeit differenzierter betrachten können.

Die Abschnitte zu Werten eignen sich hervorragend für ethische Gespräche und Dilemmadiskussionen. Sie eröffnen einen Zugang zu Fragen nach Verantwortung, Gerechtigkeit, Freiheit, Solidarität und Lebensentscheidungen. Im Religionsunterricht können diese Themen mit biblischen Geschichten, christlichen Wertvorstellungen oder biografischen Beispielen bedeutender Persönlichkeiten verbunden werden. Ebenso bietet sich ein Vergleich persönlicher Werte mit religiösen Grundhaltungen an.

Die Aufgaben fördern Kommunikationsfähigkeit, Empathie und Perspektivwechsel. Interviews mit Familienmitgliedern oder anderen Bezugspersonen erweitern den Lernprozess über den Unterricht hinaus und stärken den Austausch zwischen Schule und Lebenswelt. Kreative Präsentationen der Ergebnisse können im Klassenverband vorgestellt werden und fördern Anerkennung sowie gegenseitige Wertschätzung. Gleichzeitig sollte die Lehrkraft darauf achten, dass persönliche Angaben freiwillig bleiben und eine vertrauensvolle Lernatmosphäre geschaffen wird.

Das Medium eignet sich für projektorientiertes Arbeiten, Portfolioarbeit sowie für fächerübergreifende Kooperationen mit Berufsorientierung, Ethik oder Deutsch. Durch die Verbindung von Selbstreflexion, Kreativität, Gespräch und Wertebildung unterstützt es Lernende dabei, ihre Persönlichkeit bewusst wahrzunehmen und ihre Zukunft verantwortlich zu gestalten.


Zu Beginn steht die Auseinandersetzung mit der eigenen Person. Lernende reflektieren mithilfe eines Steckbriefs und eines kreativ gestalteten „Schaufensters“ zentrale Aspekte ihrer Identität, darunter Interessen, Stärken, wichtige Menschen, prägende Erfahrungen, Ziele und Wünsche. Diese biografische Arbeit stärkt Selbstwahrnehmung und Selbstbewusstsein und bildet die Grundlage für alle weiteren Schritte der Berufsorientierung.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Thema Interessen. Anhand alltagsnaher Beispiele wird verdeutlicht, dass Interessen vielfältig sind und sich in Schule, Freizeit, Familie, Freundeskreis und Vereinen zeigen. Lernende sammeln, ordnen und priorisieren ihre eigenen Interessen und vertiefen ausgewählte Bereiche durch Interviews. So lernen sie, ihre Neigungen sprachlich auszudrücken und mit möglichen Bildungs- und Berufswegen in Verbindung zu bringen.

Darauf aufbauend widmet sich das Material intensiv den Stärken. Es vermittelt ein positives Kompetenzverständnis und macht deutlich, dass jede Person über individuelle Fähigkeiten verfügt, auch wenn diese oft als selbstverständlich erlebt werden. Mithilfe von Stärkenkärtchen, Selbst- und Fremdeinschätzung sowie dem Stärkenstern entwickeln Lernende ein differenziertes Bild ihrer Kompetenzen. Diese werden anschließend durch konkrete Beispiele aus Schule, Alltag und Freizeit belegt, sodass Stärken nicht abstrakt bleiben, sondern nachvollziehbar und greifbar werden.

Reflexive und kreative Elemente, etwa ein Tagebucheintrag zu einem „Tag im eigenen Leben“, fördern die Fähigkeit, Erfahrungen auszuwerten, aus Erfolgen und Misserfolgen zu lernen und persönliche Entwicklungsprozesse zu erkennen. Zusätzlich werden gelungene Arbeiten, Projekte oder praktische Ergebnisse gesammelt und dokumentiert, wodurch Stärken und Interessen sichtbar gemacht und für Portfolios oder Bewerbungen nutzbar werden.

Ein zentrales digitales Element ist die Berufsorientierung mit Jopsy. Dieses Online-Tool ermittelt auf Basis bildgestützter Interessenabfragen individuelle Berufsvorschläge, die verschiedenen Typen wie Macher:in, Denker:in, Gestalter:in oder Helfer:in zugeordnet sind. Die Ergebnisse werden in ein digitales Portfolio integriert und mit den zuvor erarbeiteten Interessen und Stärken verknüpft, sodass analoge und digitale Berufsorientierung sinnvoll ineinandergreifen.

Abschließend thematisiert das Material Werte als zentrale Grundlage für persönliche und berufliche Entscheidungen. Durch Dilemmageschichten, Wertelisten, Selbsteinschätzungen und Interviews setzen sich Lernende mit ihren eigenen Wertvorstellungen auseinander und erkennen, wie diese Entscheidungen, Handlungen und Berufswege beeinflussen. Der Transfer in die Arbeitswelt macht deutlich, dass Werte wie Verantwortung, Zuverlässigkeit oder Solidarität eine wichtige Rolle für berufliche Zufriedenheit und gelingende Zusammenarbeit spielen.

Insgesamt bietet das Unterrichtsmaterial Lehrkräften ein umfassendes, lebensnahes und methodisch vielfältiges Konzept, das Lernende dabei unterstützt, sich selbst besser kennenzulernen, fundierte Entscheidungen zu treffen und ihren Bildungs- und Berufsweg reflektiert und selbstbewusst zu gestalten.

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