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Reliboard | Bistum Essen

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Demokratieförderung im Religionsunterricht

Veröffentlichung:16.12.2025

Der Beitrag „Demokratieförderung im Religionsunterricht – Warum sie auch nach der Wahl relevant bleibt“ auf der Plattform RELIBOARD / RELIvanz versteht Demokratie ausdrücklich nicht nur als politisches System, sondern als grundlegende Haltung, als Lernprozess und als Verantwortung jedes Einzelnen. Der Text ordnet Demokratieförderung als dauerhafte Bildungsaufgabe ein, die weit über Wahlereignisse hinausreicht, und hebt den Religionsunterricht als einen zentralen Lernort hervor, an dem demokratische Werte, Perspektivenvielfalt und Verantwortungsbewusstsein eingeübt werden können. Demokratie erscheint hier als „Seins- und Handlungsweise“, die im schulischen Alltag erfahrbar werden muss. Der Beitrag verbindet grundsätzliche Überlegungen zur Bedeutung von Demokratie mit konkreten didaktischen Impulsen und verweist auf ergänzende Unterrichtsmaterialien und Workshops, die Lehrkräfte bei der praktischen Umsetzung im Religionsunterricht unterstützen.

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Aus religionspädagogischer Perspektive bietet das Material einen sehr gut anschlussfähigen Orientierungsrahmen für den katholischen Religionsunterricht, da es Demokratiebildung konsequent mit Werteerziehung verbindet. Der Text macht deutlich, dass zentrale demokratische Grundhaltungen wie Gerechtigkeit, Solidarität, Menschenwürde, Verantwortungsübernahme und Partizipation zu den Kernthemen religiöser Bildung gehören. Damit wird der Religionsunterricht nicht als randständiges Fach politischer Bildung verstanden, sondern als genuiner Ort ethischer Urteilsbildung und gesellschaftlicher Orientierung. Besonders überzeugend ist der Ansatz, Demokratie nicht primär kognitiv zu vermitteln, sondern als Haltung und Praxis einzuüben – ein Zugang, der dem Selbstverständnis des katholischen Religionsunterrichts als dialogischem, lebensweltorientiertem Fach entspricht.

Didaktisch betont der Beitrag, dass Demokratieförderung nur dann glaubwürdig ist, wenn der Unterricht selbst demokratisch gestaltet wird. Für den katholischen Religionsunterricht bedeutet dies, Lernräume zu eröffnen, in denen Schülerinnen und Schüler ihre Meinungen einbringen, begründen und im Austausch mit anderen reflektieren können. Die Orientierung am Beutelsbacher Konsens – insbesondere am Kontroversitätsgebot und am Überwältigungsverbot – wird dabei ausdrücklich hervorgehoben und lässt sich sehr gut mit der theologischen Tradition des argumentativen, verantworteten Glaubens verbinden. Themen wie Menschenwürde, religiöse Vielfalt, soziale Gerechtigkeit oder Solidarität eignen sich besonders, um demokratische Diskursfähigkeit und Perspektivenwechsel einzuüben und zugleich biblisch-theologisch zu fundieren.

Methodisch regen die vorgeschlagenen partizipativen Unterrichtsformen – etwa Diskussionsformate, Dilemma-Debatten, Klassenparlamente, Rollenspiele oder Zukunftswerkstätten – dazu an, Demokratie nicht nur zu besprechen, sondern konkret zu erleben. Der Religionsunterricht kann hier gezielt ansetzen, indem er demokratische Entscheidungsprozesse mit christlichen Deutungsmustern verbindet, etwa mit der Frage nach gerechtem Handeln, Verantwortung vor Gott und den Menschen oder dem Einsatz für Benachteiligte. Besonders fruchtbar ist zudem der Hinweis auf die Nutzung digitaler Medien als Werkzeuge demokratischer Bildung: Podcasts, Videos oder digitale Diskussionsformate ermöglichen es Schülerinnen und Schülern, ihre Stimmen sichtbar zu machen und Verantwortung für eigene Positionen zu übernehmen.

Die im Anschluss genannten Materialien – etwa die Arbeit mit den Königsfiguren von Ralf Knoblauch als Botschafter der Menschenwürde oder interreligiöse Zugänge zu Menschenbildern in Christentum und Islam – erweitern den Beitrag um konkrete, handlungsorientierte Projektideen. Sie eignen sich besonders für projektorientierten Unterricht, Aktionstage oder fächerübergreifende Kooperationen und unterstreichen den Anspruch, Demokratiebildung als gelebte Praxis zu verstehen. Insgesamt stärkt das Material den katholischen Religionsunterricht in seiner Rolle als Ort demokratischer Bildung, der junge Menschen zu politischer Mündigkeit, Empathie und verantwortlichem Engagement in einer pluralen Gesellschaft befähigt.

urheberrechtlich geschützt

16.12.2025

konfessionelle Kooperation ,Interreligiöser Dialog

Sequenz

Menschen & Welt ,Religionen

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