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Theodizee verständlich erklärt

Veröffentlichung:15.12.2024

In diesem Video widmen wir uns einer der ältesten und tiefsten Fragen der Menschheit: Warum lässt Gott das Leid zu?


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Warum lässt Gott das Leid zu? Diese uralte Frage beschäftigt Gläubige, Zweifelnde und Philosophierende gleichermaßen. Das Video stellt drei mögliche Antworten vor, deren Plausibilität nacheinander geprüft wird. Zunächst geht es um Leid als Folge eigener Entscheidungen. Manche Schmerzen lassen sich klar auf unser Handeln zurückführen – etwa wenn jahrelanges Rauchen zu einer schweren Krankheit führt. Doch viele Formen des Leidens treffen uns unverschuldet, etwa wenn ein unaufmerksamer Autofahrer einen Unfall verursacht. Warum lässt Gott solches Leid zu?

Eine zweite Antwort verweist auf den freien Willen. Gott hat den Menschen nicht als Marionette geschaffen, sondern als freies Wesen, das Gutes bewirken, aber auch Böses tun kann. Gewalt, Krieg und viele Formen des Leids entstehen aus menschlichen Entscheidungen. Doch diese Erklärung greift nur teilweise, denn Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Überschwemmungen entstehen nicht aus menschlichem Willen.

Eine dritte Antwort lautet, dass Leid ein Lehrer sein könne. In manchem Schmerz liegt tatsächlich die Möglichkeit zu innerem Wachstum, zu Mitgefühl und Stärke. Doch es gibt Erfahrungen, die so überwältigend sind – etwa der Verlust eines Kindes –, dass die Vorstellung, Leid sei eine Lektion, zynisch wirkt. An diesem Punkt wird deutlich, dass alle intellektuellen Erklärungen letztlich unbefriedigend bleiben.

Vielleicht geht es nicht darum, die Ursachen des Leids vollständig zu verstehen, sondern darum, wie wir damit umgehen. So wie ein Patient vor allem hofft, dass ein Arzt Heilung bringt, und nicht jede biomedizinische Ursache begreifen muss, so suchen auch leidende Menschen eher nach Orientierung und Hoffnung als nach perfekten Antworten.

Das Christentum bietet diese Hoffnung auf zwei Wegen. Zum einen zeigt es einen Gott, der nicht distanziert zusieht, sondern selber leidet und das menschliche Elend teilt – symbolisiert im Kreuz. Gott kennt das Leid und ist in der Dunkelheit gegenwärtig; deshalb darf der Mensch klagen, trauern und seine Ohnmacht ausdrücken. Zum anderen verweist das Christentum auf die Hoffnung einer zukünftigen Welt, in der Leid überwunden sein wird. Die Auferstehung steht für die Verwandlung von Dunkelheit in Licht und für die Zusage, dass Schmerz nicht das letzte Wort hat.

Die Frage, warum Gott Leid zulässt, wird sich wohl nie endgültig beantworten lassen. Doch das Christentum schenkt eine Hoffnung, die über das Verstehen hinausgeht und Menschen durch das Leid trägt. Vielleicht genügt es zu wissen, dass wir nicht allein sind – und dass das Beste noch kommt, wenn Gott alle Tränen abwischen wird.

Hessen

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Sekundarstufe II | Q2 Gott – verborgen und offenbar

Q2.4 Theodizeefrage – ist der Glaube an einen allmächtigen und gütigen Gott (noch) möglich?.

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Sekundarstufe II | 11/2 Der Mensch auf der Suche nach Gott

11.2 / 3. Das Leid und die Frage nach Gott.

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9.12.2025

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