Die Einheit ist stark kompetenzorientiert und verbindet zentrale Lernbereiche des Religionsunterrichts der Grundschule: biblische Erzählung (Weihnachtsgeschichte), christliche Grundbotschaft vom Frieden Gottes, personale und soziale Kompetenzen (Frieden stiften) sowie ästhetisches Lernen mit Musik, Sprache und Symbolen. Die Schüler*innen werden nicht nur kognitiv, sondern sinnlich und emotional angesprochen: Sie hören, musizieren, sprechen, gestalten und handeln.
Die erste Lerneinheit („Friedensklänge aufspüren“) eignet sich als Einstieg in die Thematik und fördert Wahrnehmung und Phantasie: Die Frage „Wie klingt Frieden?“ öffnet einen weiten Resonanzraum für Naturgeräusche, Musik, Stimmen, Worte und Gebete. Durch die Gestaltung von Klangcollagen (mit Orff-Instrumenten, Musik-Apps, Stimme, Körperinstrumenten, Naturgeräuschen) erleben die Kinder Frieden als etwas Hör- und Gestaltbares. Für ru-digital bietet sich hier eine besonders gute Anknüpfung: Die Ergebnisse können digital aufgenommen (Sprachmemo, Tablet), geschnitten und als „Friedensklang-Konzert“ gespeichert oder in Schulgottesdiensten und Weihnachtsfeiern eingesetzt werden.
Die zweite Lerneinheit führt mit dem Bild des „Friedenskönigs“ an das biblische Friedensmotiv heran, ohne sofort mit Fachwortschatz zu überfordern. Die Sterne mit Wünschen „an den Friedenskönig“ und seinen Wünschen „an uns“ ermöglichen eine kindgerechte Übersetzung von Heil, Gerechtigkeit, Versöhnung und Nächstenliebe. Das Abschlussritual mit Kerze, Friedensklängen und ggf. einem Friedensgedicht stärkt die rituelle Dimension des Unterrichts und kann leicht in Klassenliturgien oder Adventsandachten integriert werden.
Die dritte Lerneinheit verknüpft dieses Bild mit der christlichen Weihnachtsbotschaft: Jesus als Friedenskönig – aber zugleich als „Kind in der Krippe“. Die Gegenüberstellung der Begriffe auf Wortkarten (laut/mächtig vs. leise/hilfsbedürftig usw.) öffnet den Blick für das Paradox der Weihnachtsbotschaft: Gottes Kraft zeigt sich in der Schwäche eines Kindes. Die Zuordnung von Klängen zu diesen Wortfeldern lädt zum theologischen Nachdenken mit ästhetischen Mitteln ein. Die anschließende Reflexion („Wie verhalten wir uns vor einem König? Wie vor einem Baby?“) schlägt die Brücke zur Frage, wie eine friedliche Haltung in der Welt aussehen könnte.
In der vierten Lerneinheit wird die Weihnachtsgeschichte elementar und auditiv erschlossen. Die Kinder identifizieren Friedensmomente („Friede auf Erden“, Engelbotschaft, Begegnung bei der Krippe) und markieren sie mit Symbolen (Taube) oder im Text. Das Erzählen mit Geräuschen (Tiere im Stall, raschelndes Stroh, Schritte, Engelsgesang) macht die Geschichte lebendig und körpernah. In Kleingruppen entstehen kleine Hörspiele, die wieder mit digitalen Mitteln aufgenommen und weiterverarbeitet werden können (ru-digital: Audioschnitt, einfache Podcast-Formate, QR-Codes für die Präsentation).
Die fünfte Lerneinheit führt von der Feier zur Verantwortung: Zum Lied „Herr, ich will dein Friedenswerkzeug sein“ sammeln die Kinder konkrete „Friedenstaten“ und entwickeln eigene Friedensaktionen für Schule, Familie oder Nachbarschaft. Das Befüllen von Christbaumkugeln mit Friedensideen verbindet weihnachtliches Brauchtum mit aktivem Handeln. Die Aufgaben sind niedrigschwellig (Kompliment schenken, Friedenspost schreiben, Zeit schenken, geheim wichteln) und zugleich ernsthaft: Die Kinder erleben sich als wirksam und als Subjekte des Friedens.
Die sechste Lerneinheit bündelt schließlich alles zu einem Friedensfest: Lied, Erfahrungsberichte, Christbaumkugeln mit reflektierten Erlebnissen, das Gestalten eines Friedenslichtes und das Teilen der entstandenen Hörprodukte. Damit wird religiöses Lernen zyklisch und feierlich abgeschlossen. Zugleich wird deutlich: Christlicher Friedensglaube bleibt nicht bei schönen Worten stehen, sondern wird im konkreten Tun sichtbar.
Für den katholischen Religionsunterricht ist die Einheit besonders wertvoll, weil sie
die Weihnachtsbotschaft („Friede auf Erden“) theologisch ernst nimmt und kindgerecht entfaltet,
Gottes Friedenszuwendung in Jesus mit der Verantwortung der Glaubenden verbindet („Friedenswerkzeuge“ sein),
ästhetisches und performatives Lernen (Klang, Musik, Rituale, Symbole) mit biblischer Erzählung und ethischem Handeln verknüpft,
an aktuelle Lebenswelten und Konflikte in der Schule anknüpft (Streit, Ausgrenzung, Einsamkeit),
vielfältig differenzierbar ist (sprachliche, musikalische, kreative Zugänge) und auch inklusiven Settings gerecht werden kann.
Im Kontext von ru-digital lässt sich das Material hervorragend in digitale Lernwege einbetten: interaktive Arbeitsblätter zu Friedensklängen, Audio- und Videoaufnahmen, digitale Pinnwände für Wunschsterne, geteilte Präsentationen für Schulgottesdienste oder Klassenfeiern.