Der Podcast eignet sich vor allem für die Sekundarstufe I (ab ca. Klasse 7) und die Sekundarstufe II, da er eine hohe Informationsdichte, längere Hörstrecken und fachsprachliche Elemente (Reliquienkult, Antike, Mittelalter, Ethnologie) enthält. Im katholischen Religionsunterricht kann der Beitrag hervorragend in ein Nikolaus- oder Advents-Themenspecial eingebunden werden, das über die klassische „Kindernikolaus“-Perspektive hinausgeht und historisches, theologisches und volkskundliches Wissen verbindet.
Didaktisch bietet der Beitrag mehrere Zugänge:
Heiligenverehrung und Volksfrömmigkeit: Schülerinnen und Schüler erkennen, wie aus einem historischen Bischof ein „Heiliger mit vielen Rollen“ wird – Nothelfer, Patron von Gruppen, Schutzheiliger von Städten, Nationalheiliger.
Entstehung von Bräuchen: Die Entwicklung vom Bischof Nikolaus zu Brauchtum, Umzügen, Kinderbischof, Gabenbringer und schließlich Weihnachtsmann kann als Beispiel dienen, wie religiöse Tradition, Kultur und Kommerz ineinandergreifen.
Kritische Reflexion: Die Gegenüberstellung von historischem Nikolaus, Heiligenkult, Knecht Ruprecht und Santa Claus eröffnet Gespräche darüber, wie religiöse Inhalte im Laufe der Zeit verändert, verkürzt oder „überdeckt“ werden.
Ethik und Sozialdimension: Der Beitrag macht deutlich, dass Nikolaus ursprünglich Notleidenden, Ungerecht-Behandelten und Marginalisierten beisteht. Daraus kann eine Diskussion über diakonische Kirche, Solidarität und „heiliges Handeln“ heute entstehen.
Methodisch bietet sich an:
Strukturiertes Hören mit Arbeitsblatt: Vor dem Hören erhalten die Lernenden Leitfragen (z. B. „Welche Rollen hat Nikolaus?“, „Wo tauchen Legenden, wo historische Fakten auf?“). Nach dem Hören ordnen sie Aussagen in Kategorien (Geschichte / Legende / Brauch / Deutung).
Zeitleiste: Die Klasse erstellt analog oder digital eine Zeitleiste vom historischen Nikolaus über Reliquienüberführungen, Mittelalterlegenden, Bräuche im 13.–15. Jh., Reformationszeit, Aufkommen des Weihnachtsmannes bis zur heutigen Konsumkultur.
Gruppenpuzzle: Jede Gruppe bearbeitet einen Aspekt (z. B. „Nikolaus und die Seeleute“, „Nikolaus und die drei Töchter“, „Nikolaus und die Kinderlegenden“, „Knecht Ruprecht und germanische Wurzeln“, „Weihnachtsmann & Christkind“). Anschließend Austausch im Plenum.
Vergleich: Kindliche Nikolaus-Videos vs. Podcast: In ru-digital lassen sich einfache Nikolausvideos (Maus, Elefant, katholisch.de) und dieser eher wissenschaftliche Deutschlandfunk-Beitrag gegenüberstellen. So wird sichtbar, wie sich Zielgruppen-Ansprache und theologische Tiefe unterscheiden.
Diskussionsimpuls: „Wer ‚besitzt‘ eigentlich Nikolaus? Kirche, Brauchtum, Werbung?“ – Schülerinnen und Schüler reflektieren, welche Nikolausbilder sie kennen und welche sie persönlich überzeugend finden.
Fachübergreifende Perspektive: Anknüpfungspunkte zu Geschichte (Spätantike, Mittelalter), Deutsch (Sagen & Legenden), Ethik (Gerechtigkeit, Armut, Strafe) und Kunst (Darstellungen mit Bischofsstab, drei Kugeln, drei Knaben im Fass).
Im Kontext von ru-digital bietet sich eine Audioplattform mit interaktiven Elementen an: z. B. kapitelweise Hörabschnitte mit eingebauten Quizfragen, digitalen Mindmaps zu „Rollen des Nikolaus“ oder einer interaktiven Europa-Karte, auf der wichtige Nikolausorte (Myra/Demre, Bari, Lothringen, Städte mit Nikolauskirchen) markiert werden. So werden Hörverstehen, historisches Lernen und religiöse Deutung elegant miteinander verschränkt.