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Christoph ThomaSchulamt Innsbruck

Christoph Thoma,

Schulamt Innsbruck

Die Gier und das rechnende Subjekt MB 204

Zur Krise der Ökonomie

Veröffentlichung:1.1.2011

Die Unterrichtsstunde "Die Gier und das rechnende Subjekt" mit neun Seiten erläutert Karl-Heinz Brodbeck im Interview mit derStandard.at, warum Geld unser Denken und Handeln so stark prägt. Er erklärt, dass Geld keinen objektiven Wert besitzt, sondern nur, weil Menschen an seinen Wert glauben, überhaupt funktioniert. Wenn dieses Vertrauen schwindet, etwa bei Inflation oder Finanzkrisen, verliert Geld seinen Wert. Brodbeck kritisiert die Vorstellung, dass Geld „arbeiten“ könne. Rendite entstehe nicht aus dem Geld selbst, sondern durch reale wirtschaftliche Prozesse oder spekulative Preiserhöhungen, etwa bei Nahrungsmitteln – was letztlich die Armen belastet.

Das Materialblatt „Die Gier und das rechnende Subjekt. Zur Krise der Ökonomie“ setzt sich anhand eines Interviews mit dem Wirtschaftswissenschaftler Karl Heinz Brodbeck kritisch mit den Mechanismen moderner Finanzmärkte auseinander. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach der Bedeutung des Geldes, den Ursachen wirtschaftlicher Krisen sowie der Rolle von Gier und Gewinnstreben im Kapitalismus. Brodbeck beschreibt Geld nicht nur als wirtschaftliches Tauschmittel, sondern als prägende Denkform moderner Gesellschaften. Er analysiert die Macht der Finanzindustrie, die Entstehung wirtschaftlicher Ungleichheit sowie die Auswirkungen eines ökonomischen Denkens, das nahezu alle Lebensbereiche nach Kriterien von Nutzen, Gewinn und Berechenbarkeit bewertet. Das Material verbindet wirtschaftliche, gesellschaftliche und ethische Perspektiven und eröffnet einen kritischen Zugang zu aktuellen Fragen globaler Wirtschaftsordnungen.


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Das Material eignet sich besonders für den Religionsunterricht in den Themenfeldern Wirtschaftsethik, soziale Gerechtigkeit, Verantwortung, Kapitalismus, Gemeinwohl und christliche Sozialethik. Die Lernenden können zunächst zentrale Aussagen des Interviews erschließen und die von Brodbeck beschriebene Verbindung zwischen Geld, Macht und gesellschaftlicher Ordnung analysieren. Anschließend bietet sich eine ethische Reflexion über die Bedeutung von Gier, Konsum, Besitz und wirtschaftlichem Erfolg an. Besonders fruchtbar sind Vergleiche mit religiösen Traditionen, etwa den biblischen Warnungen vor Habsucht, der christlichen Lehre von den Todsünden oder sozialethischen Positionen der Kirchen. Methodisch eignen sich Debatten, Positionierungsspiele, Pro und Contra Diskussionen oder die Analyse aktueller wirtschaftlicher Entwicklungen. Die Lernenden können zudem untersuchen, inwiefern wirtschaftliche Entscheidungen Auswirkungen auf Menschenwürde, soziale Teilhabe und globale Gerechtigkeit haben. Auch die Frage, ob wirtschaftliches Wachstum allein ein geeignetes Maß für gesellschaftlichen Fortschritt darstellt, eröffnet anspruchsvolle Diskussionsräume. Das Material fördert die Fähigkeit, wirtschaftliche Zusammenhänge kritisch zu hinterfragen, ethische Maßstäbe auf gesellschaftliche Entwicklungen anzuwenden und eigene Positionen begründet zu vertreten. Es verbindet ökonomische Bildung mit religiöser und ethischer Urteilsbildung und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur politischen und gesellschaftlichen Bildung.

Geld war ursprünglich ein öffentliches Gut, das den Austausch von Gütern erleichtern sollte. Durch historische Missbräuche, beginnend mit der Beimischung unedler Metalle und später durch das moderne Bankensystem, wurde dieses Prinzip ausgehöhlt. Besonders problematisch sei, dass heute Banken und Finanzakteure quasi unbegrenzt geldnahe Titel schaffen können, wodurch das System intransparent und anfällig für Manipulation wird.

Brodbeck beschreibt, dass unsere Denkweise selbst durch die Logik des Geldverkehrs geprägt wurde. Aus der Praxis des Rechnens und Tauschens sei eine „rechnende Haltung“ entstanden, die den Menschen der Moderne formt: Er bewertet, kalkuliert und betrachtet auch Natur und Mitmenschen nur noch nach Nützlichkeit. Dadurch werde Geld zu einem Teil der seelischen Struktur.

Die Gier nach Geld hält laut Brodbeck das kapitalistische System am Laufen. Sie kann zwar Innovation fördern, führt aber zugleich zu Ungleichheit und Entfremdung. Jeder Mensch trage diese Dynamik in sich. Die Politik sei inzwischen von der Finanzindustrie abhängig und habe ihre Steuerungsfähigkeit weitgehend verloren. Versuche zur Regulierung seien meist oberflächlich, da Lobbyeinflüsse stark seien. Die Folgen dieser Fehlentwicklungen seien Arbeitslosigkeit, soziale Spannungen und wachsende Ungerechtigkeit.

Hessen

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Sekundarstufe II | E1 Religion und Mensch in einer pluralen Welt

E1.2 Anthropologie und Religion.

Sekundarstufe II | Q3 Ethik – die Frage nach Gut und Böse

Q3.5 Zukunft der Erde, Zukunft des Menschen und kirchliche Positionen.

Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe II | 12/2 Gutes Handeln unter dem Anspruch des Christseins

12.2 / 2. Glückssuche und Sinngebung als Aufgabe und Ziel des Lebens.

Sekundarstufe II | 13 Der Mensch und seine Zukunft - Die Zukunft der Menschheit

13 / 2. Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit – eine Herausforderung an die Christen.

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