RU-digitalRU-digital-logo
1 Bild
Christoph ThomaSchulamt Innsbruck

Christoph Thoma,

Schulamt Innsbruck

Welche Argumente hat der neue Atheismus? MB 124

Veröffentlichung:1.1.2021

Die Unterrichtsstunde "Welche Argumente hat der neue Atheismus?" mit vier Seiten begegnen Lernende den Gedanken Gerhard Lohfinks zum „Neuen Atheismus“. Sie entdecken, dass sich Glaube an Gott und naturwissenschaftliche Erkenntnisse nicht ausschließen, sondern ergänzen können. Durch Textarbeit, Diskussionen und kreative Szenen, etwa ein fiktives Gespräch zwischen Darwin und Mose – reflektieren die Lernenden, wie die Bibel als theologische Deutung der Welt verstanden werden kann. Die Stunde fördert kritisches Denken, Ausdrucksfähigkeit und religiöse Urteilskompetenz und schließt mit der Leitidee: Die Bibel erklärt nicht, wie die Welt entstand, sondern warum sie da ist.

Products

I. Einführung (ca. 10 Minuten)

Ziel: Einstieg in die Thematik über die Spannung zwischen Wissenschaft und Glaube.

Ablauf:

Kurzes Impulsbild an der Tafel:

Zwei Wörter nebeneinander: „Evolution“, „Schöpfung“

Lernende notieren spontan Assoziationen auf Post-its (z. B. „Darwin“, „Gott“, „Beweise“, „Urknall“, „Genesis“).

Sammeln und Clustern der Begriffe im Plenum.

Lehrkraft stellt die Leitfrage der Stunde:

„Muss man sich zwischen Naturwissenschaft und Glaube entscheiden – oder kann beides zusammengehören?“

Kurze Hinführung: Vorstellung Gerhard Lohfink und seiner zentralen These:

„Die Bibel widerspricht der Evolution nicht – sie spricht nur in einer anderen Sprache.“


II. Diskussion (ca. 20 Minuten)

Ziel: Verstehen und kritisch prüfen von Lohfinks Hauptargumenten.

Ablauf:

Textarbeit in Gruppen (4–5 Schüler*innen):

Jede Gruppe erhält einen markierten Abschnitt des Textes:

Gruppe A: Naturwissenschaft und Schöpfung

Gruppe B: Wörtliches Bibelverständnis und Fundamentalismus

Gruppe C: Die theologische Deutung der Evolution

Gruppe D: Kritik am neuen Atheismus

Aufgabenstellung:

Fasse das Argument in 2–3 Sätzen zusammen.

Formuliere eine provokante Diskussionsfrage (z. B. „Ist Gott überflüssig, wenn Evolution alles erklären kann?“).

Plenumsdiskussion:

Die Gruppen stellen ihre Fragen, die Klasse diskutiert.

Die Lehrkraft achtet darauf, dass zentrale Spannungen sichtbar werden (z. B. Sprache der Bibel vs. naturwissenschaftliche Sprache, „Lückenbüßer-Gott“).


III. Praktische Anwendung (ca. 25 Minuten)

Ziel: Verbindung von Theologie, Sprache und moderner Welt durch kreative Umsetzung.

Aufgabe:

Die Lernenden gestalten ein „Kurzvideo oder Dialogskript“ (2–3 Minuten) mit dem Titel:

„Wenn Darwin und Mose sich treffen …“

Optionen:

Szenisches Gespräch zwischen „Charles Darwin“ und „Mose“ über den Ursprung des Lebens.

Fiktive Talkshow: „Gott und die Evolution – wer hat recht?“

Poetry Slam: „Ich bin Staub und Sternenstaub.“

Material: Tablets/Handys oder Papier.

Hinweis: Argumente aus Lohfink sollen eingebaut werden.


IV. Präsentation der praktischen Anwendung (ca. 15 Minuten)

Ziel: Austausch und Bewertung unterschiedlicher Perspektiven.

Die Gruppen präsentieren ihre Szenen oder Videos.

Die Mitschüler*innen geben Feedback:

Welche theologischen und wissenschaftlichen Gedanken kamen gut zur Geltung?

Welche Bilder oder Formulierungen waren besonders treffend?


V. Reflexion und Zusammenfassung (ca. 10 Minuten)

Ziel: Theologische Vertiefung und persönliche Haltung.

Impulsfragen:

„Wie verstehe ich Schöpfung nach dieser Stunde?“

„Was ist für mich das größere Wunder, Evolution oder Glaube?“

„Wie kann man als Christ*in heute glaubwürdig über Schöpfung sprechen?“

Gemeinsame Tafelnotiz:

„Die Bibel erklärt nicht wie die Welt entstand, sondern warum sie da ist.“


VI. Hausaufgabe (5 Minuten)

Aufgabe:

Schreibe einen persönlichen Brief an Gerhard Lohfink (½ Seite):

„Was ich Ihnen über meinen Glauben an Schöpfung und Wissenschaft sagen möchte …“

Der Brief soll eine eigene Position zeigen und Bezug auf die Stunde nehmen.


VII. Abschließende Worte (2–3 Minuten)

Die Lehrkraft schließt mit einem Zitat von Albert Einstein:

„Wissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Wissenschaft ist blind.“

Betonung: Der Glaube verliert nichts, wenn er sich vom wissenschaftlichen Denken befruchten lässt.


VIII. Zusätzliche kreative Ideen (optional)

Ausstellung: Lernende gestalten eine Galerie mit Titel „Spuren des Schöpfers in der Evolution“ (z. B. Fotos, Symbole, Zitate).

Philosophische Debatte: „Braucht der Mensch Gott, um Sinn in der Evolution zu finden?“

Podcast-Projekt: „Gott im Labor – Gespräche über Glauben und Naturwissenschaft“.

IX. Bibelzitate zur Vertiefung

Genesis 1,1: „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“

Psalm 8,4–5: „Wenn ich den Himmel sehe, das Werk deiner Finger – was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst?“

Weisheit 13,5: „Denn aus der Größe und Schönheit der Geschöpfe wird ihr Schöpfer wie im Gleichnis erkannt.“

Johannes 1,3: „Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.“

Römer 1,20: „Seit Erschaffung der Welt wird seine unsichtbare Wirklichkeit an den Werken der Schöpfung erkannt.“

Hessen

Hessen

Sekundarstufe II | Q2 Gott – verborgen und offenbar

Q2.3 Religionskritik – Bestreitung der Vernünftigkeit des Gottesglaubens.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe II | 11/2 Der Mensch auf der Suche nach Gott

11.2 / 2. Gottesbestreitungen und Religionskritik.

Text

urheberrechtlich geschützt

7.11.2025

_

Unterrichtsstunde

Gott

Suchen, Verarbeiten und Aufbewahren ,Kommunizieren und Kooperieren ,Produzieren und Präsentieren ,Analysieren und Reflektieren

_

_

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern Datenschutz.