Das Video eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe I und II in den Themenfeldern Jesus Christus, Begegnungen mit Jesus, Glaube, Vertrauen, Mission, Wunder, Evangelien sowie Johannes Evangelium. Die beiden Erzählungen ermöglichen den Lernenden einen Zugang zu zentralen Aussagen des christlichen Glaubens und zeigen, wie Jesus gesellschaftliche Grenzen überwindet und Menschen unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder sozialer Stellung begegnet.
Als Einstieg bietet sich ein Gespräch über Situationen an, in denen Menschen ausgegrenzt oder aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder Lebensgeschichte beurteilt werden. Die Lernenden überlegen, welche Folgen Vorurteile für das Zusammenleben haben und weshalb echte Begegnungen solche Grenzen überwinden können. Anschließend kann ein Bild eines Brunnens betrachtet werden. Gemeinsam sammeln die Lernenden, welche Bedeutung Wasser für das Leben besitzt und welche symbolischen Bedeutungen Wasser in Religionen haben kann.
Während des Sehens erhalten die Lernenden verschiedene Beobachtungsaufträge. Eine Gruppe untersucht die Begegnung zwischen Jesus und der Samariterin. Eine zweite Gruppe sammelt Aussagen über das lebendige Wasser und dessen Bedeutung. Eine dritte Gruppe analysiert die Heilung des Sohnes des königlichen Beamten und achtet darauf, welche Rolle Vertrauen in dieser Geschichte spielt. Die Ergebnisse werden anschließend gemeinsam ausgewertet.
Die Begegnung am Jakobsbrunnen eignet sich besonders zur Symbolarbeit. Die Lernenden erschließen die Bedeutung des Wassers als Zeichen für Leben, Hoffnung, Glauben und die bleibende Gemeinschaft mit Gott. Gleichzeitig kann das Gespräch zwischen Jesus und der Samariterin genutzt werden, um über religiöse Vielfalt, gegenseitigen Respekt und den Abbau von Vorurteilen nachzudenken. Die Aussage Jesu, dass wahre Anbetung nicht an einen bestimmten Ort gebunden ist, eröffnet Gespräche über persönliche Spiritualität und die Bedeutung des Gebets.
Die Erzählung von der Heilung des Sohnes des königlichen Beamten ermöglicht eine Auseinandersetzung mit dem Thema Vertrauen. Die Lernenden untersuchen, weshalb der Beamte Jesu Wort glaubt, obwohl er noch keinen sichtbaren Beweis besitzt. Anschließend können sie überlegen, welche Bedeutung Vertrauen in zwischenmenschlichen Beziehungen und im Glauben besitzt.
Methodisch eignen sich Rollenspiele, Partnerinterviews oder Standbilder zu den Begegnungen. Ebenso können die Lernenden einen inneren Monolog der Samariterin oder des königlichen Beamten verfassen und beschreiben, wie sich ihre Sicht auf Jesus verändert hat. Ein Vergleich mit anderen Begegnungsgeschichten Jesu zeigt außerdem, dass Jesus immer wieder Menschen anspricht, die am Rand der Gesellschaft stehen.
Das Video fördert biblische Kompetenz, Symbolverständnis, Empathie, Perspektivwechsel, theologische Urteilsfähigkeit sowie die Fähigkeit, biblische Erzählungen mit Fragen nach Glaube, Vertrauen, Ausgrenzung und gesellschaftlichem Zusammenleben zu verbinden.
Fragestellungen zum Video mit Antworten
1. Warum ist die Begegnung zwischen Jesus und der Samariterin ungewöhnlich?
Zur Zeit Jesu vermieden Juden und Samariter normalerweise den Kontakt miteinander. Jesus überwindet diese religiösen und gesellschaftlichen Grenzen und begegnet der Frau mit Respekt.
2. Was meint Jesus mit dem lebendigen Wasser?
Das lebendige Wasser steht für das neue Leben, das Gott schenkt. Es beschreibt die bleibende Gemeinschaft mit Gott und die Erfüllung der tiefsten Sehnsucht des Menschen.
3. Warum erkennt die Samariterin, dass Jesus ein besonderer Mensch ist?
Jesus kennt wichtige Einzelheiten ihres Lebens, ohne dass sie ihm davon erzählt hat. Dadurch erkennt sie zunächst einen Propheten und schließlich den Messias.
4. Welche Bedeutung hat die Aussage, Gott im Geist und in der Wahrheit anzubeten?
Jesus macht deutlich, dass die Beziehung zu Gott nicht von einem bestimmten Ort abhängt. Entscheidend sind die innere Haltung, Aufrichtigkeit und die Leitung durch Gottes Geist.
5. Welche Rolle übernimmt die Samariterin nach ihrer Begegnung mit Jesus?
Sie erzählt den Menschen ihrer Stadt von Jesus und wird dadurch zu einer Zeugin des Glaubens. Viele Menschen kommen daraufhin zu Jesus und glauben an ihn.
6. Warum heilt Jesus den Sohn des königlichen Beamten aus der Ferne?
Die Erzählung zeigt, dass Jesu Macht nicht an einen Ort gebunden ist. Sein Wort allein genügt, um Heilung zu schenken.
7. Welche Bedeutung hat das Vertrauen des königlichen Beamten?
Der Beamte macht sich auf den Heimweg, obwohl er noch keinen Beweis für die Heilung besitzt. Sein Vertrauen auf Jesu Wort wird bestätigt, als sein Sohn gesund ist.
8. Welche Kompetenzen erwerben Lernende durch die Arbeit mit dem Video?
Sie lernen zentrale Aussagen des Johannes Evangeliums kennen, deuten religiöse Symbole, reflektieren über Vorurteile, Vertrauen und Gottes Liebe und entwickeln die Fähigkeit, biblische Begegnungsgeschichten mit ihrem eigenen Leben in Beziehung zu setzen.
Zielgruppen & Einsatzmöglichkeiten
Besonders geeignet für die Sekundarstufe I (Klassen 7–9) oder auch Sekundarstufe II als Impuls.
Einsatz im konfessionell gemischten oder katholischen Religionsunterricht – da Themen wie Taufe, Wasser, Jesus-Ich-Worte und Begegnung zentral sind.
Auch brauchbar in Jugendgruppen, Bibelkreisen oder Firmgruppen als Einstieg in das Thema „Wasser & Leben / Begegnung mit Jesus“.
Flexibel nutzbar: Kurzimpuls, Erschließungsmedium, Ausgangspunkt für vertiefende Arbeit oder Hausaufgabe.
Vorbereitung durch die Lehrkraft
Das Video vorab anschauen und Zeitpunkte wichtiger Szenen markieren (z. B. Beginn Gespräch, Offenbarung Jesu, Reaktionen der Frau).
Den biblischen Text (Johannes 4,1–42 oder entsprechende Auszüge) bereithalten, idealerweise in der Einheitsübersetzung oder in der verwendeten Schulbibel.
Impulsfragen und Arbeitsaufträge vorbereiten, evtl. auch visuelle Hilfen (z. B. Fotos von Brunnen, Wasser, Karten von Samaria).
Technisch sicherstellen: Beamer oder Bildschirm, gute Tonqualität, eventuell Kopfhörer oder Raumakustik berücksichtigen.
Methodischer Ablauf
a) Einstieg (5 Minuten):
Kurzer Impuls: „Stell dir vor, du triffst jemand Fremdes an einem Brunnen — was würde dich interessieren?“
Sammeln von Erwartungen oder Assoziationen: Was bedeutet „Brunnen“ biblisch oder im Alltag?
Vielleicht kurze Stichwortsammlung: „Wasser, Durst, Begegnung, Leben“.
b) Video anschauen (ca. 8–10 Minuten):
Den Lernenden die Aufgabe geben, mit einer Hand (z. B. per digitales Tool oder mit Karteikarte) Stellen zu markieren, die sie besonders auffällig finden (Dialoge, Gesten, Bildimpressionen).
Optional: Das Video in zwei Abschnitte teilen – erste Hälfte bis zum Gesprächsbeginn, zweite bis zur Offenbarung Jesu – und dazwischen einen kleinen Austausch ermöglichen.
c) Nachbereitung & Reflexion (15–20 Minuten):
In Kleingruppen / Partnerarbeit:
• Welche Momente haben euch besonders ins Auge gefallen?
• Wie entwickelt sich das Gespräch zwischen Jesus und der Frau?
• Welche Rolle spielen Voreinstellungen (Samariterin, Geschlecht, Religion) in der Begegnung?
• Wie verstehst du Jesu Aussage vom „lebendigen Wasser“?
• Welche Veränderungen durchlaufen die Person (z. B. Neugier, Glaube, Zeugenschaft)?
Plenum: Ergebnisse zusammentragen
Theologischer Impuls durch die Lehrkraft: z. B. zur Bedeutung von Wasser und Leben in der Bibel, zur Öffnung Jesu über Grenzen hinweg, zur Rolle der Frau als Zeugin
Transfer zur Lebenswelt:
• Wo erleben wir heute Situationen, in denen Menschen „Durst“ haben nach Sinn, Anerkennung, Tiefe?
• Welche Angebote des Lebens („lebendiges Wasser“) gibt es heute – in Gemeinde, Freundschaft, Engagement?
Kreative Abschlussmethode:
• Lernende schreiben einen Kurzdialog, in dem Jesus jemandem heute begegnet und von „lebendigem Wasser“ spricht (z. B. in der Schule, auf dem Schulhof)
• Bildhaftes Arbeiten: Ein Brunnenbild gestalten und Wörter rund um Begegnung und Leben eintragen
Differenzierung & methodische Varianten
Rollenspiel: Eine Szene nachspielen – mit Perspektivwechsel (Jesus, Frau, Umstehende).
Stille Reflexion / Journaling: Nach dem Video 2–3 Minuten stilles Nachdenken — Gedanken schriftlich festhalten.
Symbolarbeit: Reales Wasser in den Raum bringen, ein Gefäß Wasser, einen Brunnen als Modell – Schülerinnen und Schüler reflektieren, was das für sie bedeutet.
Stationenlernen: Verschiedene Stationen:
• Station „Wasser & Symbolik“
• Station „Vorurteile & Grenzen überwinden“
• Station „Heute & Transfer“
• Station „Bibeltext & Vergleich“
Text-Bild-Vergleich: Den Originaltext lesen und mit dem Video vergleichen – wo wurden Ergänzungen gemacht, wo wurden Bildmotive gesetzt?
Hausaufgabe / Erweiterung: Schülerinnen und Schüler beobachten oder befragen Menschen: „Was wäre für dich ‚lebendiges Wasser‘?“ und berichten im nächsten Unterricht.
Reflexion & Bewertung
Achte darauf, dass Schülerinnen und Schüler nicht nur das Video konsumieren, sondern tiefer über Bedeutung und Relevanz ins Gespräch kommen.
Ermögliche auch kritische Nachfragen: Warum spricht Jesus mit einer Samariterin? Warum an einem Brunnen?
Am Ende eine kurze Reflexion (z. B. „Was habe ich mitgenommen?“) als Rückmeldung einholen.
Gegebenenfalls schriftliche Aufgabe: Ein kurzer Text oder Gedankenimpuls zum Thema „Begegnung mit Jesus heute“.