Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe und kann im Themenbereich Heilige, Vorbilder des Glaubens, Gewissensentscheidungen, Berufung, Spiritualität, Frieden sowie Kirche und Gesellschaft eingesetzt werden. Die Lebensgeschichte von Bruder Klaus eröffnet den Lernenden die Möglichkeit, sich mit Fragen nach dem Sinn des Lebens, persönlicher Berufung, Verantwortung für Familie und Gesellschaft sowie dem Verhältnis von Rückzug und Engagement auseinanderzusetzen. Im Unterricht kann zunächst eine gemeinsame Erarbeitung der einzelnen Lebensabschnitte erfolgen, bevor die Lernenden in Gruppen die unterschiedlichen Rollen von Bruder Klaus als Bauer, Familienvater, Politiker, Einsiedler und Friedensstifter untersuchen. Anschließend bietet sich ein Perspektivwechsel an, indem die Lernenden aus der Sicht von Dorothea, seiner Ehefrau, eines seiner Kinder oder eines Ratsmitgliedes die Entscheidung zum Leben als Einsiedler reflektieren. Ebenso können Diskussionen über die Bedeutung von Frieden, Gewissen, Gerechtigkeit und Verantwortung für das eigene Leben angeregt werden. Die historische Vermittlung während der Tagsatzung von Stans eignet sich als Ausgangspunkt, um über Konfliktlösung, Versöhnung und die Bedeutung religiöser Werte für gesellschaftliches Zusammenleben nachzudenken. Kreative Methoden wie das Schreiben eines Briefes an Bruder Klaus, das Gestalten eines Zeitstrahls oder die Interpretation des Betrachtungsbildes fördern einen vertieften Zugang zum Thema. Durch die Verbindung historischer Fakten mit ethischen Fragestellungen unterstützt das Medium sowohl die religiöse Urteilsbildung als auch die Entwicklung persönlicher Wertvorstellungen und stärkt die Kompetenz der Lernenden, religiöse Vorbilder kritisch und lebensweltbezogen zu reflektieren.
Didaktisch eignet sich dieses Medium in besonderer Weise, um Schülerinnen und Schülern die Verbindung von persönlicher Frömmigkeit, Familienleben, politischem Handeln und mystischer Spiritualität zu verdeutlichen. Bruder Klaus bietet viele Anknüpfungspunkte: als Ehemann und Vater, als politisch Verantwortlicher, als Mystiker und Heiliger. Methodisch können Lernende anhand der biografischen Stationen (Kindheit, Ehe, Einsiedelei, politische Vermittlung, Heiligsprechung) den Spannungsbogen seines Lebens nachvollziehen. Besonders wertvoll ist die Reflexion über Themen wie „Berufung“, „Verantwortung für Familie und Gesellschaft“ oder „Frieden stiften“. Möglich sind Rollenspiele (z. B. Dorothea und die Kinder, die ihn ziehen lassen), Quellenarbeit mit Originalzitaten (z. B. „Friede ist allweg in Gott“), kreative Gestaltungen (Lebenslinie, Plakat, fiktive Tagebucheinträge) oder Exkursionen/virtuelle Besuche (Sachseln, Ranft). Eine Strukturierung in Abschnitte (Der kleine Klaus – Der junge Mann – Ratsherr, Ehemann, Vater – Der große Aufbruch – Leben im Ranft – Die Sternstunde von Stans – Heiligsprechung) erleichtert die didaktische Arbeit und kann direkt als roter Faden für eine Unterrichtseinheit dienen. So lernen Lernende, dass Heiligkeit nicht weltferne Absonderung bedeutet, sondern auch Verantwortung, Mut und Friedensstiftung.