Didaktisch eignet sich der Petersdom als ein Beispiel für das Zusammenspiel von Religion, Politik, Kunst und Gesellschaft. Schülerinnen und Schüler können erkennen, wie sehr Baugeschichte und Glaubensgeschichte miteinander verwoben sind: das Petrusgrab als biblisch-theologische Grundlage, die Finanzierung über Ablasshandel als Auslöser der Reformation, und die architektonische Vielfalt als Spiegel der Epochen. Methodisch kann der Unterricht mit Bildmaterial arbeiten (z. B. Entwürfe Bramantes, die Kuppel Michelangelos, der Petersplatz Berninis). Diskussionsfragen könnten lauten: „Darf man für Gottesdienste prachtvolle Bauten errichten, wenn Menschen gleichzeitig in Armut leben?“ oder „Welche Rolle spielt der Ablasshandel in der Kirchengeschichte?“ Auch ein Vergleich mit anderen Großkirchen wie dem Kölner Dom eröffnet neue Perspektiven. Kreative Aufgaben wären etwa eine Analyse der lateinischen Inschrift „Tu es Petrus…“, ein Architekturvergleich zwischen Renaissance und Barock oder ein Rollenspiel über Luther und den Ablasshandel. So wird der Petersdom nicht nur kunsthistorisch, sondern auch theologisch und gesellschaftlich erlebbar.