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SRF Kultur | Sternstunde Religion

SRF Kultur | Sternstunde Religion

Gottlos stolz – Sind Ideologien die neuen Religionen

Veröffentlichung:17.9.2025

Das Audio „Gottlos stolz. Sind Ideologien die neuen Religionen?“ aus der Reihe Sternstunde Religion thematisiert die Frage, ob in einer zunehmend säkularen Gesellschaft religiöse Denkmuster durch politische, gesellschaftliche oder kulturelle Ideologien ersetzt werden. Im Gespräch zwischen Ahmad Milad Karimi und dem Dramaturgen und Essayisten Bernd Stegemann wird diskutiert, weshalb Menschen trotz sinkender Religiosität weiterhin nach Sinn, Orientierung und Gemeinschaft suchen. Dabei wird die These vertreten, dass sich religiöse Strukturen und der Glaube an absolute Wahrheiten häufig in weltlichen Ideologien, Populismus oder Fundamentalismus wiederfinden. Zugleich wird hinterfragt, weshalb viele Menschen sich als religionsfrei verstehen, dennoch aber Denk und Verhaltensmuster übernehmen, die religiösen Überzeugungen ähneln.

Die Podcast-Folge Sternstunde Religion von SRF Kultur mit dem Titel „Gottlos stolz – Sind Ideologien die neuen Religionen?“ nimmt die These des Dramaturgen und Essayisten Bernd Stegemann auf, dass traditionelle religiöse Strukturen an Bedeutung verlieren, grundlegende Bedürfnisse nach Sinn, Orientierung und Gemeinschaft aber bestehen bleiben. Stegemann sieht den Glauben an absolute Wahrheiten zunehmend ins Weltliche verlagert – sichtbar in ideologischen Übertreibungen, Populismus, Fanatismus und Fundamentalismus. Zusammen mit Ahmad Milad Karimi diskutiert er, warum viele Menschen stolz auf ihre Gottlosigkeit sind, aber dennoch religiöse Muster in anderen Formen übernehmen.

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Das Audio eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe ab Jahrgang 10 sowie für die gymnasiale Oberstufe. Es bietet einen anspruchsvollen Zugang zu den Themen Religion und Säkularisierung, Sinnsuche, Weltanschauungen, Fundamentalismus, Identität sowie das Verhältnis von Religion und Gesellschaft. Das Gespräch regt Lernende dazu an, eigene Vorstellungen von Religion, Glauben und Weltanschauung kritisch zu reflektieren und zwischen Religion, Ideologie und persönlicher Überzeugung zu unterscheiden.

Als Unterrichtseinstieg kann die Frage gestellt werden, ob Menschen heute überhaupt noch Religion benötigen oder ob andere Formen der Sinnstiftung an ihre Stelle treten. Nach dem ersten Hören sammeln die Lernenden zentrale Aussagen und formulieren die Hauptthese des Gesprächs. Anschließend können sie in Gruppen untersuchen, welche Merkmale Religionen und Ideologien gemeinsam haben und worin sie sich unterscheiden. Dabei bietet sich die Erstellung einer Vergleichstabelle an.

In einer vertiefenden Arbeitsphase können die Lernenden Beispiele aus Politik, sozialen Medien oder gesellschaftlichen Debatten analysieren und diskutieren, ob dort ideologische Denkweisen erkennbar sind. Ebenso eignet sich das Audio für eine Pro und Kontra Diskussion zur Aussage, dass Ideologien heute religiöse Funktionen übernehmen. Dabei lernen die Lernenden, Argumente zu entwickeln, unterschiedliche Positionen wertschätzend zu diskutieren und komplexe gesellschaftliche Entwicklungen differenziert zu beurteilen.

Das Medium fördert insbesondere die Urteilskompetenz, die Dialogfähigkeit sowie die Fähigkeit zur ethischen und religiösen Reflexion. Es eignet sich zudem für fächerübergreifende Kooperationen mit Philosophie, Ethik, Politik oder Sozialwissenschaften.


Didaktisch eignet sich diese Episode hervorragend, um Oberstufenschülerinnen und -schülern die Dynamik von Säkularisierung, Ersatzreligionen und Ideologien näherzubringen. Sie eröffnet die Möglichkeit, kritisch zu reflektieren, ob moderne Bewegungen wie politische Strömungen, Lifestyle-Trends oder Fan-Kulturen religiöse Funktionen übernehmen. Methodisch könnte die Podcast-Folge als Einstieg dienen, gefolgt von einer Arbeitsphase, in der die Lernenden Beispiele für „neue Religionen“ sammeln. Diskussionsfragen könnten lauten: „Welche Bedürfnisse erfüllen Religionen?“ – „Welche säkularen Bewegungen übernehmen diese Aufgaben heute?“ Kreative Methoden wären etwa die Gestaltung eines Vergleichsplakats „Religion – Ideologie“ oder ein Rollenspiel, in dem Vertreter verschiedener Weltanschauungen über Wahrheit, Gemeinschaft und Moral streiten. Damit fördert das Medium sowohl religionssoziologisches Verständnis als auch die Fähigkeit, gesellschaftliche Entwicklungen kritisch zu deuten.


Fragestellungen zum Audio mit Antworten


Warum suchen Menschen auch ohne Religion nach Sinn und Orientierung?

Weil das Bedürfnis nach Gemeinschaft, Orientierung und einer Erklärung der Welt unabhängig von einer Religionszugehörigkeit bestehen bleibt.


Welche Hauptthese vertritt Bernd Stegemann?

Er vertritt die Auffassung, dass religiöse Denkmuster nicht verschwunden sind, sondern sich häufig auf weltliche Ideologien verlagert haben.


Welche Gemeinsamkeiten haben Religionen und Ideologien?

Beide können Orientierung geben, Gemeinschaft stiften, Werte vermitteln und einen Anspruch auf Wahrheit erheben.


Worin unterscheiden sich Religion und Ideologie?

Religion bezieht sich auf den Glauben an eine transzendente Wirklichkeit, während Ideologien gesellschaftliche oder politische Weltbilder darstellen, die ohne Gottesbezug auskommen können.


Warum spricht das Audio von einer säkularen Gesellschaft?

Weil die Bedeutung der traditionellen Kirchen und der religiösen Bindung in vielen Ländern zurückgeht, gleichzeitig aber neue Formen der Sinnsuche entstehen.


Welche Gefahren können ideologische Überzeugungen mit sich bringen?

Wenn sie absolute Wahrheitsansprüche erheben und keine anderen Meinungen zulassen, können sie Fanatismus, Ausgrenzung oder Fundamentalismus fördern.


Welche Chancen bietet die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Weltanschauungen?

Sie stärkt die Fähigkeit zum Perspektivwechsel, zur kritischen Reflexion und zum respektvollen Dialog.


Welche Bedeutung hat das Audio für den Religionsunterricht?

Es unterstützt Lernende dabei, über Religion, Glauben, Ideologien und gesellschaftliche Entwicklungen nachzudenken sowie eigene Positionen begründet zu vertreten.

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