Für den katholischen Religionsunterricht bietet das Medium vielfältige didaktische Zugänge. Zum einen ermöglicht es die Auseinandersetzung mit der konfessionellen Zersplitterung Europas in der frühen Neuzeit und verdeutlicht exemplarisch, wie religiöse Differenzen in Gewalt und Intoleranz münden können. Schüler*innen können die Spannungen zwischen Glaubensüberzeugung, staatlicher Macht und gesellschaftlichem Zusammenhalt reflektieren. Methodisch lässt sich das Video als Einstieg in eine Unterrichtseinheit zur Reformation und Konfessionalisierung nutzen, etwa indem die Lernenden Schlüsselszenen in Partnerarbeit zusammenfassen oder zentrale Begriffe (z. B. „Toleranz“, „Religionsfreiheit“, „Gewissenskonflikt“) herausarbeiten. Auch eine Verbindung zur Gegenwart ist möglich: Die Frage nach religiöser Vielfalt, Flucht und Integration eröffnet aktuelle Bezüge, die im Unterricht etwa in einer Diskussion oder einem Rollenspiel weiter vertieft werden können. Empfehlenswert ist zudem eine differenzierte Nacharbeit, in der Lernende die Rolle der katholischen Kirche kritisch hinterfragen, zugleich aber auch die Chance erkennen, wie historische Fehler zu einem tieferen Verständnis für die Bedeutung religiöser Toleranz heute beitragen.