Für den katholischen Religionsunterricht bietet das Medium vielfältige didaktische Anknüpfungspunkte. Einerseits können Schülerinnen und Schüler zentrale Konfliktlinien der Frühen Neuzeit kennenlernen und einordnen. Dabei ist es wichtig, nicht nur die reformatorische Sichtweise, sondern auch die katholische Reaktion sowie die Bemühungen um Einheit und Versöhnung zu thematisieren. Methodisch eignet sich das Medium gut für arbeitsteilige Gruppenarbeit: Jede Gruppe bearbeitet einen Schwerpunkt (politische Bündnisse, theologische Streitpunkte, soziale Auswirkungen) und präsentiert ihre Ergebnisse. Auch kontroverse Rollenspiele – z. B. eine Reichstagsdebatte zwischen katholischen und evangelischen Vertretern – lassen sich auf dieser Grundlage gestalten. So wird die historische Dimension nicht nur kognitiv, sondern auch emotional erfahrbar. Zudem bietet es sich an, die Frage nach dem Verhältnis von Glauben und Macht in die Gegenwart zu übertragen: Welche Konflikte und Aushandlungen zwischen religiösen Überzeugungen und politischen Strukturen kennen wir heute? Auf diese Weise kann das Medium nicht nur zur historischen Bildung, sondern auch zur ethischen und politischen Urteilsbildung beitragen.