Für den katholischen Religionsunterricht bietet das Medium die Möglichkeit, sich kritisch mit biblischen Erzählungen vom Dämonischen (z. B. Gerasener Exorzismus) sowie mit der Geschichte und Gegenwart des Exorzismus auseinanderzusetzen. Methodisch eignet sich eine Kombination aus Hörimpuls und Bibelarbeit: Schüler:innen können die neutestamentliche Erzählung untersuchen, die historische Deutung von „Besessenheit“ reflektieren und Parallelen zu heutigen Vorstellungen ziehen. Diskussionsfragen wie „Welche Gefahren bergen Dämonenerklärungen?“, „Wie gehen wir heute mit psychischen Erkrankungen um?“ oder „Was bedeutet ‚Befreiung‘ im christlichen Sinn?“ ermöglichen eine Verbindung zur Lebenswelt der Lernenden. Ergänzend können Texte des kirchlichen Lehramts oder wissenschaftliche Stimmen zum Thema hinzugezogen werden.
Da Exorzismus, Dämonenglaube und die Deutung von Krankheit oder Trauma für Schüler:innen belastend oder beängstigend wirken können, sollte die Lehrkraft das Thema sensibel ansprechen. Eine klare Einordnung in den historischen und kulturellen Kontext ist wichtig, um Angst- oder Schuldvorstellungen zu vermeiden. Lehrkräfte sollten deutlich machen, dass psychische oder körperliche Erkrankungen nicht dämonisch zu deuten sind und bei Bedarf auf professionelle Hilfe hingewiesen werden. Es ist hilfreich, einen geschützten Gesprächsrahmen zu schaffen und Rückzugsmöglichkeiten sowie Beratungsangebote (z. B. Schulsozialarbeit, Seelsorge) zu benennen.