Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe und der gymnasialen Oberstufe im Themenbereich Religionen, religiöse Vielfalt und interreligiöser Dialog. Es ermöglicht den Lernenden, sich mit einer in Deutschland häufig wenig bekannten Religionsgemeinschaft auseinanderzusetzen und vereinfachende Vorstellungen kritisch zu hinterfragen. Vor der Sichtung empfiehlt sich eine Einführung in die Geschichte des Alevitentums sowie in die Vielfalt religiöser Traditionen innerhalb des Islams und darüber hinaus. Während der Arbeit mit dem Video können die Lernenden untersuchen, weshalb religiöse Identität nicht immer eindeutig zu bestimmen ist und warum unterschiedliche Selbstverständnisse innerhalb einer Religionsgemeinschaft bestehen können. Das Gespräch bietet einen guten Anlass, über das Recht auf Selbstbezeichnung, religiöse Identität und die Bedeutung von Vielfalt innerhalb von Religionen nachzudenken. Ebenso kann das im Video hervorgehobene Kontroversitätsprinzip aufgegriffen werden. Die Lernenden erkennen, dass unterschiedliche Positionen sachlich diskutiert werden können, ohne dass eine Sichtweise ausgeschlossen wird. Die Betonung des eigenverantwortlichen Menschen eröffnet außerdem Gespräche über Gewissen, Freiheit, Verantwortung und ethisches Handeln. Gruppenarbeiten können die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Alevitentum, Christentum und verschiedenen islamischen Traditionen vergleichen. Das Medium fördert religiöse Urteilskompetenz, Dialogfähigkeit, Perspektivwechsel, Empathie sowie die Fähigkeit, religiöse Vielfalt als Bereicherung einer demokratischen Gesellschaft wahrzunehmen.