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Bayerischer Rundfunk

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Geknechtet unterm Kreuz: Leben in einer katholischen Sekte

Veröffentlichung:29.8.2025

Die BR-Dokumentation „Geknechtet unterm Kreuz: Leben in einer katholischen Sekte“ beleuchtet die Geschichte der sogenannten „Integrierten Gemeinde“, die in den 1970er-Jahren viele junge Menschen mit der Idee einer radikalen christlichen Lebensform anzog. Was als Aufbruch und geistliche Erneuerung begann, entwickelte sich jedoch zu einem autoritären System, in dem Kontrolle, Manipulation und spiritueller Missbrauch den Alltag bestimmten. Ehemalige Mitglieder berichten von Zwang, Fremdbestimmung, psychischem Druck und dem Verlust persönlicher Freiheit. Besonders bedrückend ist die Verflechtung der Gemeinschaft mit einflussreichen kirchlichen Persönlichkeiten wie Joseph Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI., der der Bewegung lange verbunden blieb. Heute fordern Aussteiger:innen eine ehrliche Aufarbeitung, Transparenz über Vermögen und Strukturen sowie Anerkennung ihres Leids.

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Die Dokumentation eröffnet Schülerinnen und Schülern einen Zugang zu einem schwierigen, aber hochaktuellen Thema: dem Phänomen geistlichen Missbrauchs innerhalb kirchlicher Gruppierungen. Im Unterricht kann sie helfen, die Gefahren von religiösem Machtmissbrauch und sektiererischen Strukturen zu erkennen. Deutlich wird, wie das Evangelium pervertiert werden kann, wenn Gemeinschaft nicht auf Freiheit und Würde, sondern auf Kontrolle und Gehorsam basiert. Für die Schülerinnen und Schüler bietet sich die Chance, den Unterschied zwischen echter christlicher Nachfolge und autoritärem Missbrauch religiöser Sprache und Rituale zu reflektieren.

Methodisch empfiehlt es sich, mit Auszügen aus der Dokumentation zu arbeiten und anschließend die Erfahrungen der Betroffenen in Beziehung zu biblischen Grundbotschaften zu setzen, etwa zur befreienden Botschaft Jesu (Joh 8,32: „Die Wahrheit wird euch frei machen“) oder zu Paulus’ Worten von der Freiheit der Kinder Gottes (Röm 8). Eine Diskussion kann daran anschließen, welche Merkmale gesunde religiöse Gemeinschaften auszeichnen und wie Kirche kritisch und zugleich hoffnungsvoll betrachtet werden kann. Ebenso bietet es sich an, Parallelen zu anderen Formen von Machtmissbrauch in religiösen oder weltanschaulichen Gruppierungen zu ziehen.

Zusatz: Umgang mit möglichen Betroffenheiten von Schüler:innen
Gerade bei einem Thema wie geistlichem Missbrauch und autoritären Strukturen ist zu bedenken, dass auch Schüler:innen selbst Erfahrungen mit Druck, Abwertung oder gar Missbrauch gemacht haben könnten. Deshalb ist es entscheidend, von Beginn an einen sensiblen Rahmen zu schaffen: Niemand muss Persönliches preisgeben, Gespräche bleiben freiwillig, und Rückzugsmöglichkeiten werden offen kommuniziert. Lehrkräfte sollten darauf achten, nicht zu pauschalisieren oder verurteilend über Glaubenserfahrungen zu sprechen, sondern differenziert zwischen Glauben und Machtmissbrauch zu unterscheiden. Zudem ist es ratsam, auf Unterstützungsangebote hinzuweisen – etwa Schulsozialarbeit, Vertrauenslehrkräfte oder externe Hilfsangebote. So wird der Unterricht nicht nur zu einer Auseinandersetzung mit kirchlicher Vergangenheit, sondern auch zu einem sicheren Raum, in dem Jugendliche eigene Fragen zu Glaube, Freiheit und Verantwortung stellen können.

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29.8.2025

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