Vier weißrussische Bischöfe erinnern an die Zeit der Kirchenverfolgung und den Wiederaufbau der Kirche nach der Wende.
In Weißrussland litt die Kirche jahrzehntelang unter der brutalen Knechtschaft der kommunistischen Herrscher wie Lenin, Stalin und ihren Nachfolgern. Besonders Christen waren von der Verfolgung betroffen: Gottesdienste und Katechese wurden verboten, Sakramente konnten nicht gefeiert werden, viele Kirchen wurden geschlossen oder zerstört. Die Gläubigen lebten in ständiger Angst, wegen der Ausübung ihres Glaubens festgenommen zu werden. Dennoch überlebte der Glaube – vor allem durch die Weitergabe in den Familien, die Pflege von Gebeten und Traditionen, aber auch durch den Mut von Priestern und Laien, die im Untergrund wirkten und dafür oft ihr Leben oder ihre Freiheit riskierten.
Zeitzeugen berichten, dass Kinder im katholischen Glauben aufwuchsen, obwohl jahrelang kein Priester im Dorf lebte. Eltern und Großeltern übernahmen die Katechese, beteten den Rosenkranz und hielten Andachten. Der Staat versuchte, schon in den Schulen atheistische Propaganda zu verbreiten: Kinder wurden öffentlich bloßgestellt, wenn sie in die Kirche gingen, und man erklärte ihnen, dass es keinen Gott gäbe. Gleichzeitig wurden Kreuze zerstört und Kirchen geschlossen – doch viele Gemeinden hielten gerade dadurch noch stärker zusammen.