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Kirche in Not Österreich

Kirche in Not Österreich

Belarus (Weißrussland) - Same unter den Dornen

Veröffentlichung:14.2.2019

Das Video schildert eindrucksvoll die Geschichte der katholischen Kirche in Weißrussland während der Zeit der Sowjetunion und der kommunistischen Herrschaft. Zeitzeugen berichten von der Unterdrückung des christlichen Glaubens, der Schließung und Zerstörung von Kirchen sowie dem Verbot von Gottesdiensten und Katechese. Trotz dieser Verfolgung bewahrten viele Familien ihren Glauben, feierten Gebete im Verborgenen und hielten an christlichen Traditionen fest. Priester und engagierte Laien riskierten Freiheit und Leben, um Sakramente zu spenden und den Glauben weiterzugeben. Mit dem politischen Wandel am Ende der achtziger Jahre begann schließlich die Wiederbelebung des kirchlichen Lebens. Das Video macht deutlich, welche Bedeutung Glaube, Hoffnung und Gemeinschaft für Menschen in Zeiten von Unterdrückung besitzen.

Vier weißrussische Bischöfe erinnern an die Zeit der Kirchenverfolgung und den Wiederaufbau der Kirche nach der Wende.

In Weißrussland litt die Kirche jahrzehntelang unter der brutalen Knechtschaft der kommunistischen Herrscher wie Lenin, Stalin und ihren Nachfolgern. Besonders Christen waren von der Verfolgung betroffen: Gottesdienste und Katechese wurden verboten, Sakramente konnten nicht gefeiert werden, viele Kirchen wurden geschlossen oder zerstört. Die Gläubigen lebten in ständiger Angst, wegen der Ausübung ihres Glaubens festgenommen zu werden. Dennoch überlebte der Glaube – vor allem durch die Weitergabe in den Familien, die Pflege von Gebeten und Traditionen, aber auch durch den Mut von Priestern und Laien, die im Untergrund wirkten und dafür oft ihr Leben oder ihre Freiheit riskierten.

Zeitzeugen berichten, dass Kinder im katholischen Glauben aufwuchsen, obwohl jahrelang kein Priester im Dorf lebte. Eltern und Großeltern übernahmen die Katechese, beteten den Rosenkranz und hielten Andachten. Der Staat versuchte, schon in den Schulen atheistische Propaganda zu verbreiten: Kinder wurden öffentlich bloßgestellt, wenn sie in die Kirche gingen, und man erklärte ihnen, dass es keinen Gott gäbe. Gleichzeitig wurden Kreuze zerstört und Kirchen geschlossen – doch viele Gemeinden hielten gerade dadurch noch stärker zusammen.

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Das Video eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe zum Themenbereich Kirche im 20. Jahrhundert, Christenverfolgung, Religionsfreiheit, Glaubenszeugnis sowie Kirche unter totalitären Systemen. Die authentischen Berichte von Zeitzeugen ermöglichen den Lernenden einen persönlichen Zugang zu historischen Ereignissen und fördern historisches sowie religiöses Lernen.

Als Einstieg kann die Frage gestellt werden, welche Bedeutung Religionsfreiheit für Menschen heute besitzt und ob Glaube selbstverständlich öffentlich gelebt werden kann. Anschließend sammeln die Lernenden Vermutungen darüber, wie sich ein Staat auf religiöses Leben auswirken kann. Diese Überlegungen werden nach dem Ansehen des Videos mit den Erfahrungen der Zeitzeugen verglichen.

Während des Videos können arbeitsteilige Beobachtungsaufträge vergeben werden. Eine Gruppe untersucht die Formen staatlicher Verfolgung, eine weitere sammelt Beispiele für den Mut und die Standhaftigkeit der Gläubigen, eine dritte Gruppe dokumentiert die Rolle von Familien bei der Weitergabe des Glaubens und eine vierte Gruppe beschreibt den Wiederaufbau des kirchlichen Lebens nach dem Ende der kommunistischen Herrschaft. Die Ergebnisse können in einer gemeinsamen Übersicht gesichert werden.

Im Anschluss bietet sich eine vertiefende Diskussion über die Bedeutung von Religionsfreiheit als Menschenrecht an. Dabei können die Lernenden erarbeiten, warum der freie Glaube für viele Menschen unverzichtbar ist und welche Folgen staatliche Unterdrückung für Einzelne und für die Gesellschaft hat. Ebenso lässt sich das Video mit der Geschichte der ersten Christengemeinden oder mit aktuellen Beispielen von Christenverfolgung in verschiedenen Ländern vergleichen.

Methodisch eignet sich das Medium für eine Quellenarbeit, da die Aussagen der Zeitzeugen als historische Zeugnisse analysiert werden können. Darüber hinaus können die Lernenden einzelne Lebensgeschichten in Gruppen zusammenfassen, präsentieren und ihre Bedeutung für das Verständnis von Glaubenszeugnis herausarbeiten. Kreative Methoden wie das Verfassen eines Tagebucheintrags aus der Sicht eines Zeitzeugen oder das Schreiben eines Briefes an einen verfolgten Christen fördern Empathie und Perspektivübernahme.

Das Video eröffnet zudem zahlreiche Möglichkeiten zur ethischen Reflexion. Die Lernenden können über Fragen nach Mut, Gewissensfreiheit, Verantwortung und Hoffnung nachdenken. Dabei wird deutlich, dass Glaube auch unter schwierigsten Bedingungen Menschen Kraft geben kann und dass Gemeinschaft, Familie und religiöse Überzeugungen entscheidend dazu beitragen können, Krisenzeiten zu überstehen.


Fragestellungen zum Video mit Antworten


Warum wurde die Kirche in Weißrussland verfolgt?

Die kommunistische Führung wollte religiöses Leben zurückdrängen und den Glauben durch einen staatlich geförderten Atheismus ersetzen. Deshalb wurden Kirchen geschlossen, Gottesdienste verboten und Gläubige unter Druck gesetzt.


Wie blieb der christliche Glaube trotz der Verfolgung erhalten?

Der Glaube wurde vor allem in den Familien weitergegeben. Eltern und Großeltern vermittelten Gebete, Glaubenswissen und christliche Werte. Außerdem wirkten Priester und Laien im Untergrund weiter.


Welche Rolle spielten die Familien?

Die Familien waren entscheidend für die Weitergabe des Glaubens. Kinder lernten Gebete, besuchten mit ihren Eltern die Kirche und wuchsen in christlichen Traditionen auf.


Wie versuchten die staatlichen Behörden den Glauben zu unterdrücken?

Kirchen wurden geschlossen oder zerstört, Katechese wurde verboten, Kreuze entfernt und Kinder sollten in der Schule atheistisch erzogen werden. Gläubige mussten mit Benachteiligungen rechnen.


Welche Aufgaben übernahmen Priester während der Verfolgung?

Viele Priester feierten Gottesdienste im Verborgenen, spendeten heimlich die Sakramente, bildeten neue Priester aus und begleiteten die Gläubigen trotz großer persönlicher Gefahren.


Welche Bedeutung hatten die Laien?

Laien hielten das religiöse Leben aufrecht, organisierten Gebete, pflegten Kirchengebäude und sorgten dafür, dass der Glaube auch ohne Priester lebendig blieb.


Was änderte sich mit dem politischen Wandel Ende der achtziger Jahre?

Die Religionsfreiheit nahm zu. Kirchen wurden zurückgegeben und renoviert, neue Seminare entstanden und das kirchliche Leben konnte sich wieder öffentlich entwickeln.


Welche Botschaft vermittelt das Video?

Das Video zeigt, dass Glaube, Hoffnung und Gemeinschaft selbst unter schwerer Verfolgung bestehen können und dass Menschen durch ihren Glauben Mut und Kraft gewinnen.


Warum eignet sich das Video für den Religionsunterricht?

Das Video verbindet historische Ereignisse mit persönlichen Glaubenszeugnissen. Es ermöglicht den Lernenden, über Religionsfreiheit, Menschenrechte, Mut, Verantwortung und die Bedeutung des Glaubens für das Leben nachzudenken.

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