Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe sowie für den fächerübergreifenden Unterricht mit Ethik, Politik, Geschichte oder Sozialwissenschaften. Es eröffnet den Lernenden einen lebensnahen Zugang zu den Themen Flucht, Heimat, Identität und Menschenwürde. Zu Beginn kann eine Gesprächsphase über Vorstellungen von Heimat, Sicherheit und Zugehörigkeit den persönlichen Bezug der Lernenden herstellen. Während der Arbeit mit dem Film bieten sich Beobachtungsaufträge an, die auf die Lebenssituation der Betroffenen, ihre Gefühle, Hoffnungen und Herausforderungen gerichtet sind. Im Anschluss können die Ergebnisse in Partnerarbeit oder Gruppenarbeit ausgewertet und mit den Grundrechten sowie internationalen Kinderrechten verglichen werden. Aus religiöser Perspektive lassen sich biblische Erfahrungen von Flucht und Fremdsein, die Verpflichtung zur Nächstenliebe, die Bewahrung der Menschenwürde sowie das christliche Verständnis von Gerechtigkeit und Solidarität erschließen. Ebenso eignen sich biblische Fluchtgeschichten oder die Auseinandersetzung mit dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter als Vertiefung. Kreative Methoden wie Rollenspiel, Perspektivwechsel, Brief an eine betroffene Person, Tagebucheintrag oder die Gestaltung einer Ausstellung fördern Empathie und die Fähigkeit zur ethischen Urteilsbildung. Diskussionen über Verantwortung von Staat und Gesellschaft sowie über Möglichkeiten eigenen Handelns regen zu einer reflektierten Meinungsbildung an. Aufgrund der persönlichen und gesellschaftlich sensiblen Thematik sollte ausreichend Raum für Gespräche, unterschiedliche Sichtweisen und eine wertschätzende Reflexion eingeplant werden. Das Begleitmaterial unterstützt Lehrkräfte mit fachlichen Informationen sowie differenzierten methodischen Vorschlägen für verschiedene Jahrgangsstufen.
Der Film dokumentiert nicht nur die Durchführung der Abschiebung, sondern zeigt auch eindrücklich die politischen, rechtlichen und menschlichen Zusammenhänge: die bürokratische Sprache, die emotionale Distanz der Behördenvertreter, das fehlende Mitgefühl und die tiefgreifenden Folgen für die Betroffenen. Besonders brisant ist dabei die Situation von Menschen aus sogenannten „sicheren Herkunftsländern“, deren Asylanträge pauschal abgelehnt werden, obwohl ihnen in der Heimat reale Gefahren wie Blutrache, Armut oder Ausgrenzung drohen.
„Deportation Class“ eignet sich hervorragend zur Auseinandersetzung mit Themen wie Menschenrechte, Würde und Schutzbedürftigkeit, christliche Verantwortung, Solidarität, Flucht und Asyl, Fremdsein, Mitgefühl, Gerechtigkeit und die Rolle von Kirche und Gesellschaft in migrationspolitischen Fragen. Der Film gibt den Menschen ein Gesicht, die sonst nur als „Fallzahlen“ in Debatten auftauchen. Er fordert heraus, nicht nur die rechtliche, sondern vor allem die ethische Perspektive zu hinterfragen.
Im katholischen Religionsunterricht ab Klasse 8 bis in die Oberstufe ermöglicht dieser Film eine tiefgehende Auseinandersetzung mit dem christlichen Menschenbild: Jeder Mensch ist Geschöpf Gottes, gleich an Würde, unabhängig von Herkunft, Status oder rechtlichem Aufenthaltsstatus. Die Schüler*innen werden angeregt, sich mit den Werten der Nächstenliebe, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit auseinanderzusetzen – und über gesellschaftliche Mechanismen von Ausschluss und Teilhabe zu reflektieren.
Das beiliegende Unterrichtsmaterial bietet zahlreiche methodisch-didaktische Impulse: von Rollenspielen und Planspielen über Filmanalyse, Standbildarbeit, Rechts- und Wertevergleich (Grundgesetz und Menschenrechte) bis hin zu Filmkritik und eigenen Stellungnahmen. Auch das Diskutieren über „sichere Herkunftsstaaten“, Duldung, Integrationschancen und die Bedeutung von Verantwortung im politischen Handeln wird pädagogisch begleitet.
„Deportation Class“ ist ein mutiger Film, der hinschaut, wo andere wegsehen – und Jugendliche einlädt, für Menschlichkeit und Gerechtigkeit einzutreten, im Namen ihres Glaubens und ihrer Überzeugung.