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Die Banalität des Bösen

Veröffentlichung:9.7.2025

Der Artikel „Die Banalität des Bösen“ aus fluter Nr. 75 (Thema: Terror) beleuchtet den rechtsterroristischen Anschlag auf die Synagoge in Halle am 9. Oktober 2019 und zeichnet ein erschütterndes Porträt des Täters Stephan B.

Dieser wuchs isoliert auf, lebte bis weit ins Erwachsenenalter im Kinderzimmer bei seiner Mutter, hatte keine Freunde und kaum Sozialkontakte. Seine Radikalisierung fand im Verborgenen statt – online, in Foren wie 4chan, gespeist von Antisemitismus, Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Verschwörungserzählungen. Als sogenannter „einsamer Wolf“ bereitete er seinen Anschlag über Monate vor – mit selbstgebauten Waffen, Hassideologie und dem Ziel, sein Verbrechen live zu streamen.

Dass das geplante Massaker in der Synagoge scheiterte, ist allein der Sicherheitstür zu verdanken. Aus Frust erschoss B. stattdessen zwei unbeteiligte Menschen auf offener Straße. Der Artikel analysiert, wie sich Einsamkeit, narzisstische Kränkung, toxische Männlichkeitsvorstellungen und ideologischer Hass zu einem extremen Gewaltakt verbinden konnten – und wie radikale Inhalte aus dem Internet zur konkreten Bedrohung werden.

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Implikationen für den Religionsunterricht:
Der Artikel ist für den Religionsunterricht hochrelevant, da er zentrale Fragen von Werteerziehung, Menschenwürde, Extremismusprävention, religiösem Antisemitismus und Verantwortung in der Gesellschaft berührt.

Stephan B.s antisemitischer Anschlag auf eine jüdische Gemeinde am Jom Kippur – dem höchsten jüdischen Feiertag – macht deutlich, wie tief verwurzelter Hass in Gewalt umschlagen kann. Das Thema bietet Anlass zur kritischen Auseinandersetzung mit der Geschichte des Antisemitismus, auch in religiösen Kontexten, sowie zur Achtsamkeit gegenüber heutigen Formen von Judenfeindlichkeit.

Darüber hinaus fordert der Text zu einer ethischen Reflexion über den Umgang mit dem „Bösen“ auf. Hannah Arendts Begriff der „Banalität des Bösen“, den der Titel zitiert, kann mit Blick auf individuelle Schuld, moralische Verantwortung und gesellschaftliche Mitverantwortung diskutiert werden.

Auch psychologisch-existenzielle Fragen spielen eine Rolle: Was bedeutet es, wenn jemand in Isolation lebt, sich ohne soziale Bindung radikalisiert, und dabei doch keine psychische Krankheit vorliegt? Welche Rolle spielen digitale Räume für Radikalisierung, und was bedeutet das für junge Menschen heute?

Nicht zuletzt fordert der Fall zu einer aktiven Auseinandersetzung mit der Bedeutung religiöser Feiertage, dem Respekt vor anderen Religionen und der Förderung von interreligiösem Dialog und Toleranz heraus.

Hessen

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Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.3. Juden und Christen – eine leidvolle Geschichte. Geschwister im Glauben.

Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.2 Dem Zeitgeist widerstehen: Kirche und Diktatur.

Beispielhafte Lernsequenzen

  • Widerstehe den Anfängen: Wo werden heute Menschenrechte verletzt?

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9.7.2025

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Anregung

Menschen & Welt

Problemlösen und Handeln ,Analysieren und Reflektieren

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