Zu Beginn überlegen die Lernenden anhand einer Impulsfrage, welche Freiheiten oder Rechte sich mit dem 18. Geburtstag verbinden. Diese Erwartungen werden visualisiert und anschließend mit realen Rechten und Pflichten verglichen – mithilfe von vorgegebenen Karten, die zugeordnet und diskutiert werden.
Im zweiten Teil erfolgt die Vertiefung durch Gruppenarbeit mit zwei Arbeitsblättern: Eine Gruppe beschäftigt sich mit den Rechten minderjähriger Flüchtlinge, die andere mit denen volljähriger Flüchtlinge. Die Ergebnisse werden verglichen, um die Unterschiede im rechtlichen Status und im Alltag der Betroffenen deutlich zu machen. Insbesondere die Themen Schutz durch das Jugendamt, Zugang zu Schule, Wohnen, Arbeit und rechtliche Vertretung stehen im Fokus.
Ein zentrales Element bildet die Transferübung zur Alterseinschätzung: Anhand eines Fallbeispiels diskutieren die Jugendlichen, welche Vorteile oder Nachteile es für einen jungen Flüchtling hätte, jünger oder älter eingeschätzt zu werden – ein brisantes Thema mit hoher Aktualität. Die Einheit endet mit einer kreativen Reflexionsaufgabe: In einer „Kurznachricht“ fassen die Schüler:innen die Inhalte der Stunde in maximal 160 Zeichen zusammen.
Für den katholischen Religionsunterricht bietet der Impuls zahlreiche Anknüpfungspunkte: Menschenwürde, Schutz der Schwachen, Verantwortung, Solidarität, Lebenswirklichkeit benachteiligter Gruppen – all das wird konkret und erfahrbar. Die Auseinandersetzung mit gesellschaftlicher Teilhabe und rechtlicher Gerechtigkeit stärkt ethisches Urteilsvermögen und soziale Kompetenz. Die Einheit ist besonders geeignet für Unterrichtseinheiten zu Gerechtigkeit, Flucht, Identität und Verantwortung im Umgang mit Schutzbedürftigen.